Lichtblicke 2014

Meine drei Worte (Twitter lässt grüßen) zu 2014: intensiv, Freundschaft, entscheidend.

Aber das nun endlich vergangene Jahr verdient ein paar mehr Worte und deshalb gibt es auch in diesem Jahr meinen Lichtblicke-Rückblick. Schon im letzten Jahr habe ich versucht mich auf die guten Momente zu konzentrieren. Für 2014 habe ich es dann noch weiter auf die Spitze getrieben und für jeden Tag – naja, es fehlten drei Tage – etwas aufgeschrieben, für das ich dankbar bin, worüber ich mich gefreut habe.

Ich hatte ein bisschen gehofft, dass 2014 ein ruhigeres Jahr wird als die beiden Jahre davor. 2012 und 2013 waren sauanstrengend. Ich war und bin auf der Suche. Auf der Suche, was ich beruflich wirklich will, was ich familiär will. Aber wohl vor allen Dingen auf der Suche nach mir selbst.

Aber nachdem 2012 und 2013 diffus blieben, merke ich, dass 2014 viele Erkenntnisse für mich parat hatte. Und ich hoffe, dass sich die vielen Kraftakte gelohnt haben, dass sie Dinge auf den richtigen Weg gebracht haben.

Januar: Es war ein entspanntes Silvester. Freunde waren da. Wir haben später noch Raketen in den Himmel geschossen. Aber ich bin krank. Ich habe eine Bronchitis. Der Monat wird davon noch bestimmt. Denn schlussendlich bin ich fast den ganzen Monat krank geschrieben. Mein Geburtstag ist sehr speziell und ein deutlicher Vorbote: Meinen Geburtstagskuchen backe ich alleine mit meinem Kind. Der Monat endet mit einem Paukenschlag: Kündigung.
Lichtblicke des Monats: Es gab viele nette Begegnungen, spontane Besuche und interessante Gespräche, endlich mal wieder eine Foto-Tour

IMG_20140128_155643Februar: Die Kündigung schockt mich nicht. Ich kenn’s ja. Also gehen die Dinge ihre Gang. Ich nehme die Situation als Zeichen und kümmere mich um mich, beantrage eine Mutter-Kind-Kur und genieße die Freistellung. Ich führe Bewerbungsgespräche. Der vor Wut runtergeschmissene Laptop ist auch so ein Vorbote und Zeichen und vor allen Dingen gewissermaßen traumatisierend. Der Elternprotest für die Hebammen beginnt.
Lichtblicke des Monats: Freistellung, ein guter Anwalt, verlängertes Wochenende bei meinen Eltern

IMG_20140202_183144März: Ein toller Monat. Der Monat steht für mich im Zeichen des Elternprotests. Dank der Freistellung und auch da der mini-monsieur mit seinem Vater in Frankreich ist, stürze ich mich da ziemlich rein und bringe die Pressearbeit auf Vordermann. Ich unterstütze die Frankfurter Demo. Habe Bewerbungsgespräche und fahre in die Schweiz. Das einzig Ätzende ist, dass irgendein Depp die Gabel meines Fahrrads klaut. Dafür wird der Balkon neu gemacht, nachdem ich eingestützt bin.
Lichtblicke des Monats: Hebammen-Demo in Frankfurt, Engagement für die Hebammen, Bewerbungsgespräche, die Kur ist bewilligt, eine meiner längsten Freundinnen in der Schweiz besuchen.

IMG_20140308_132112April: Der 1. April ist für mich der Tag des Jahres: Ich bekomme ein Jobangebot und auch den Bescheid über meine Steuerrückzahlung. Die erste Monatshälfte gilt noch dem Elternprotest. Der Kindsvater verabschiedet sich schon deutlich vor Ostern und der Kur wieder nach Frankreich. Noch so ein Zeichen. Ich gehe mit meinem Kind ins Kino. Ich unterzeichne mal wieder einen Arbeitsvertrag. Aber dann bin ich sind wir in Kur.
Lichtblicke des Monats: 1. April, Demo in Berlin, Ostern bei Freunden, die Kur

IMG_20140413_001312Mai: Die erste Monatshälfte gilt der Kur und ich schaffe es wirklich runterzukommen. Dann habe ich einen Tag frei und die zweite Monatshälfte gilt dem Ankommen im Job. Es geht gut los. Ich fühle mich wohl. Ich genieße es sehr entspannt mit dem Rad zur Arbeit fahren zu können.
Lichtblicke des Monats: die Kur setzt viel in Bewegung, der gute Start in den neuen Job

2014-05-10 13.21Juni: Der Geburtsmonat vom mini-monsieur ist relativ ruhig. Es ist ein schöner Monat. Herr Weber zieht bei uns ein. Im Job ist es alles gut. Wir feiern den Geburtstag vom Kind drei Mal. Der Kindsvater und ich diskutieren viel im Hintergrund.
Lichtblicke des Monats: nette Treffen, die Geburtstagsfeiern vom Kind, viel Fahrrad fahren

IMG_20140614_000400Juli: Dieser Monat stellt alles auf den Kopf. Im Rückblick war klar, dass es irgendwann so kommen muss. Dass es so kommen musste, habe ich nicht gewollt. Ich habe Rückenschmerzen aus der Hölle. Nachdem zwei Massagen nicht helfen, wirken die Einlagen wenigstens Wunder.
Lichtblicke des Monats: WM, wir haben erstaunlich viele schöne Familienmomente, Freundschaft ist unbezahlbar

wpid-img_20140703_200101.jpgAugust: Abschied nehmen… Der mini-monsieur ist trotz allem mit dem Vater in Frankreich. Für das Kind ist das gut und richtig so, aber ganz wohl ist mir nicht. Ich bin diesen Monat sehr von der Rolle. Am liebsten würde ich mich verkriechen und meine Wunden lecken. Aber ich bin beruflich sehr eingespannt und auch viel unterwegs. Davon wenigstens zweimal privat: einmal in die Heimat und einmal endlich wieder bei einem Mädelswochenende dabei (das letzte Mal war es 2008).
Lichtblicke des Monats: Ich genieße das Alleinsein, Kopenhagen, Freundschaft

IMG_4678_wSeptember: Ich hole mein Kind in Paris ab. Das ist schon komisch. Und es ist gut, dass wir danach Zeit für uns haben. Ich komme aber nach dem Urlaub nicht wieder in den Tritt im Job. Ich bin durch. Ich hätte zwei Wochen Urlaub nehmen sollen. Der mini-monsieur und ich verbringen viel Zeit miteinander. Für ihn hat sich nun vieles verändert: Papa weg, bester Kumpel im Kindergarten weg, er ist jetzt Vorschulkind, Babysitterin.
Lichtblicke des Monats: Ich habe mein Kind wieder, die Schweizer Freundin ist zu Besuch, der mini-monsieur kann seine Gefühle sehr gut ausdrücken, es läuft gut an mit der Babysitterin

IMG_20140904_123513Oktober: Der Monat fängt mit Seuche an. Ich bin durch. Der Stress der letzten Wochen kommt durch. Ich merke wieder, dass ich es nicht richtig schaffe, mich abzugrenzen. Beruflich steht einges an und ich habe ein paar Nachtschichten zu absolvieren. Der mini-monsieur ist immer wieder krank und die Babysitterin muss ein paar Mal den ganzen Tag einspringen.
Lichtblicke des Monats: Die Schweizer Freundin ist wieder da, viele Unternehmungen mit dem mini-monsieur, das Kind zum ersten Mal allein bei Oma und Opa und ich gehe aus, ich sehe das Baby meiner besten Freundin

IMG_20141012_181842November: Nach einem schönen Wochenende ist der 3. November ein ziemlicher Schei*-Tag, denn ich bekomme eine halbe Kündigung. Aber das ist erst der Anfang von einem Monat, den ich gerne aus dem Jahr und meinem Leben streichen möchte. So viele negative Emotionen auf einmal habe ich noch nie erlebt. Ich und vor allen Dingen der mini-monsieur erleben Abgründe, die man sich nicht ausdenken kann. Ich stehe unter Schock.
Der mini-monsieur geht seit diesem Monat in einen Chor.
Lichtblicke des Monats: uneingeschränkte Unterstützung, eine gute Anwältin, ich war mal wieder im Kino, meine Freundinnen <3, ein Treffen nach sieben Jahren virtueller Freundschaft, Kekse backen

IMG_20141118_132607Dezember: Nach dem wirklich bescheidenen November bin ich am Limit. Ich hadere Tag um Tag mit mir, endlich zum Arzt zu gehen und mich krankschreiben zu lassen. Als ich es dann endlich mache, fällt eine Riesenlast von mir und ich lebe wieder. Der mini-monsieur genießt es auch sichtlich, dass wir endlich mal Fünfe gerade sein lassen können. Das Jahr möchte mich wenigstens zu Weihnachten noch einmal milde stimmen und so feiern der mini-monsieur und ich vom 21. (Essengehen mit Freunden) bis zum 30.12. (letztes Geschenk geöffnet) Weihnachten. Dazwischen feiern wir mit Freunden Weihnachten, ich habe ein gutes 2. Bewerbungsgespräch, gehe mit der Schweizer Freundin feiern, wir verbringen die Weihnachtstage bei bzw. mit meinen Eltern, gehen um meinem großen Bruder aus dem Weg zu gehen ins Kino und schwimmen, verbringen einen schönen Tag in Lüneburg bei meinem kleinem Bruder, sehen die Ex-Familie meines großen Bruders, freuen uns über weitere Weihnachtsgeschenke und eine NK-Rückzahlung, als wir wieder zu Hause sind. Kurz vor Monatsende zieht die schauspielende Untermieterin mit ihrem Hund ein. Silvester werden wir mit und bei einer befreundeten Familie verbringen.
Lichtblicke des Monats: die Schweizer Freundin ist da, krasse Reaktion auf meinen CV, Weihnachtsball, ein tolles Weihnachtsessen mit Freunden, entspanntes Weihnachten.

IMG_20141207_175344Euch allen wünsche ich einen guten Start ins neue Jahr!
Auf ein tolles und spannendes 2015!

2014-F&A

Zugenommen oder abgenommen?
Ich glaube, etwas ab.

Haare länger oder kürzer?
Etwas länger als der Bob im letzten Jahr. Quatsch, den Bob habe ich ja erst Anfang des Jahres schneiden lassen. Also deutlich kürzer als 2013!

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Kurzsichtig wie immer.

Mehr ausgegeben oder weniger?
weniger

Der hirnrissigste Plan?
Zu glauben, dass es funktionieren könnte, wenn der Kindsvater bei uns ist, um sein Kind zu sehen.

Die gefährlichste Unternehmung?
Der hirnrissigste Plan war wohl auch die gefährlichste Aktion.

Der beste Sex?
Das eine Mal war nicht so schlecht.

Die teuerste Anschaffung?
Herr Weber.

Das leckerste Essen?
Dank Herrn Weber gab es viele schöne Grillabende.

Das beeindruckenste Buch?
Ich kam nicht dazu, ein Buch zu lesen.

Der ergreifendste Film?
Kaum Filme gesehen und die paar waren nicht ergreifend.

Die beste CD?
Ach! von Sven van Thom
Noir von Broilers

Das schönste Konzert?
Kein Konzert

Die meiste Zeit verbracht mit…?
… dem mini-monsieur.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
… meinen Mädels und dem mini-monsieur.

Vorherrschendes Gefühl 2014?
Ich bin auf der Suche nach mir selbst.

2014 zum ersten Mal getan?
Mutter-Kind-Kur gemacht, Kopenhagen gesehen, Polizei gerufen, um mein Hausrecht durchzusetzen.

2014 nach langer Zeit wieder getan?
In der Schweiz gewesen, Mädelswochenende, mich getrennt.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
kaputter Laptop
– dass der Job anscheinend immer noch nicht das ist, was ich will
– Polizei rufen zu müssen

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich ihm nichts Böses will.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich habe 2014 nicht so viel verschenkt bzw. eher Kleinigkeiten. Ich glaube aber, dass der mini-monsieur sich sehr über den Besuch im Playmobil Funpark gefreut hat.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Zu wissen und erleben, dass ein Anruf genügt und Hilfe ist da.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Du hast so gefehlt in unserer Runde.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Du darfst auf dein Bauchgefühl vertrauen, mini-monsieur.“ Vielleicht nicht der schönste Satz, aber einer der wichtigsten. Ich hoffe zumindest, dass er lange nachwirkt

2014 war mit einem Wort…?
turbulent

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Ergänzung, nachdem ich an mehreren Stellen noch weitere Fragen gelesen habe:

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
(6, 3, 7, 8, 8, 7, 3, 6, 6, 5, 2, 7) 6

Mehr Kohle oder weniger?
Dank Steuerrückzahlung und Abfindung im Jahresmittel sicherlich mehr, aber deutlich weniger zur freien Verfügung

Besseren Job oder schlechteren?
Verglichen zwischen dem Job Anfang des Jahres und dem danach, ist der aktuelle besser. Aber stimmig ist es für mich immer noch nicht.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Nur Erkenntnisse und Erfahrungen.

Mehr bewegt oder weniger?
Sowohl physisch als auch psychisch, emotional, mental mehr.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Drei Mal Seuche (v.a. Nebenhöhlen dicht).

Davon war für Dich die Schlimmste?
Seuche ist nervig, aber nicht schlimm.

Dein Wort des Jahres?
Tak!

Dein Unwort des Jahres?
Sorgerecht

Dein Lieblingsblog des Jahres?
Ich habe dieses Jahr viele neue blogs in mein feedly übernommen. Ich lese sie alle gerne (s. auch Blogroll).

Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?
Einfach mal keine übermäßigen Ausschläge auf der Skala.

Damals: 2013

Mein 2001

Ich mag ja Stöckchen. Keine Ahnung, ob das old-school ist, aber ich finde das interessant, an verschiedenen Stellen über das gleiche Thema lesen zu können.
Frau Brüllen stellte letztens ihr 1997 vor und wer wollte, konnte sich quasi ein personalisiertes Stöckchen aka Jahreszahl zuwerfen lassen. Da habe ich hier gerufen und mir wurde 2001 zugeteilt.

Die Regel: Anhand fixer Stichpunkte soll jede ihr zugewiesenes Jahr beschreiben. Ich muss gestehen: Ich bin nicht gut im Erinnern. Und 2001 ist 13/14 Jahre her und das sind auch immerhin gut ein Drittel meines bisherigen Lebens, da musste ich doch auf ein paar Hilfsmittel (Tagebücher, Studienbuch, Leporello meines alten Filofax-Imitats, Arbeits- und Mietverträge, CD-Sammlung) zurückgreifen. Gemessen an den Zeiten davor und auch danach, waren meine Jahre als Biochemie-Studentin – und in diese Zeit fällt das ausgewählte Jahr – äußerst brav und fast langweilig.

Alter: Da ich im Januar Geburtstag habe, war ich quasi das ganze Jahr 24.

Beziehung: Verheiratet (seit Nov. 1999) und mein damaliger Mann war auch wieder da, wenn auch beruflich viel unterwegs, sodass wir uns in der Planung unserer nachträglichen kirchlichen Trauung (Mai 2001) und der dazugehörigen Party befanden.

Beruf: Als studierende Ehefrau eines hart arbeitenden Mannes musste ich nicht arbeiten, sondern durfte mich voll und ganz meinem Vordiplom widmen, denn 2001 befand ich mich ein bisschen im 3., aber vorrangig 4. und 5. Semester Biochemie. Da in Bielefeld die Biochemie in der chemischen Fakultät angesiedelt ist, musste ich für Anorganische, Organische, Physikalische und Biochemie büffeln. Ich weiß noch, dass ich die Prüfung für Anorganische Chemie bereits Ende 3. Semester, also im Januar 2001 und damit ein Semester früher machte als üblich, weil ich keinen Bock hatte für vier Fächer parallel zu meinen Hochzeitsvorbereitungen zu büffeln. Aber wie ich meinem Studienbuch entnehme war ich im 4. Semster (SoSe 2001) ziemlich scheinfrei und musste „nur“ noch die Vordiplomsprüfungen in Biochemie und Organischer Chemie (jeweils im Juli) und Physikalischer Chemie (Oktober) ablegen.
Gemäß Studienbuch passierte im WS irgendwie nicht viel. Einige Kurse wie OC II und Bioanorganische Chemie kann ich nachvollziehen, aber das wäre etwas wenig. Naja. irgendwas werde ich gemacht haben 😉

Musik: Der Kalender sagt, dass ich auf einem Ärzte- und einem Depeche-Mode-Konzert gewesen bin. Das passt ganz gut. Vermutlich war auch viel Radio-Allgemeines-Gedudel dabei.

Haare: ein sehr kurzer labortauglicher Bob und blond

Sport: Hin und wieder Unisport. Aber insgesamt zu wenig. Was wohl auch viel an den langen Labortagen lag: 8 Uhr rein und 18 Uhr raus. Da war der lange Weg vom Chemiezahn zur Mensa teilweise die einzige längere Bewegung zu Fuß. Aber gelegentlich sind mein damaliger Mann und ich zusammen Mountainbike gefahren.

Aufenthaltsort: Labore der Chemie-Fakultät der Universität Bielefeld

Wer auch mitmachen möchte, melde sich einfach via Kommentar.

Geheimnis

Also eigentlich ist es ja kein Geheimnis. Zumindest habe ich keins draus gemacht und von daher dachte ich mir, ich könnte mal zur Auflockerung das beste mein Mousse-au-Chocolat-Rezept mit Euch teilen.

Für 6-12 Personen (je nach Appetit und diätischer Situation) braucht man:

200 g gute (!!!) Schokolade, mind. 55%ige, besser 70%
6 Eier
600 ml/g frische Schlagsahne (also 3 Becher, es geht auch hervorragend mit laktosefreier Sahne – aber nur frische, keine H-Sahne)
6 EL Zucker (gaanz leicht gehäuft)
6 EL heißes Wasser (alt. Grand Marnier; Rum oder Whisky geht auch, aber dann vielleicht nicht so viel)

Und so geht’s:

1. Schocki überm Wasserbad schmelzen
2. Eier trennen, Eiweiß kühlen.
3. Eigelbe mit Zucker und Flüssigkeit überm Wasserbad aufschlagen.
Am besten geht das in einer Edelstahlschüssel mit Kugel- also nicht flachem Boden und einem elektronischen Schneebesen (ich habe so einen Aufsatz für den Pürierstab). Man kann aber auch einen Handmixer nehmen. Oder einen einfachen Schneebesen (dann ist es nur sehr mühsam).
Wichtig ist, dass gut und beständig gerührt wird, sonst wird’s Rührei.
4. Wenn die Masse schaumig und die Konsistenz von halb-steifem Eischnee hat, nimmt man die Schüssel vom Wasserbad und rührt die flüssige Schocki unter. Gut mischen, dass es eine homogene Masse gibt.
5. Sahne steif schlagen und unter die (nicht mehr zu warme) Schockimasse ziehen. Bitte nicht alles auf einmal!
6. Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen (wenn es nicht steif werden will, hilft oft ein Spritzer frischer Zitronensaft).
Eischnee gaaaanz vorsichtig unter die Schocki-Sahne-Masse heben.
7. Kühlen! Mehrere Stunden am besten über Nacht! Aber vor dem Servieren eine gute Stunde vorher aus der Kühlung nehmen (aber nicht auf die Heizung oder neben den noch warmen Herd stellen).

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Bon appétit!

… oder lass ich’s lieber sein?!

Seit ein paar Tagen kreise ich um die Frage, ob ich den mini-monsieur mal an seinen Vater erinnern soll. Also ihn dazu aufmuntern, sich bei ebendiesem zu melden und frohe Weihnachten zu wünschen. Denn bislang hat das Kind den Vater nicht mit einem Wort erwähnt. Wobei tatsächlich ein paar „Brücken“ aufploppten.

Ich bin ratlos: Vor November hätte ich ihn dazu sicher ermuntert. Denn mir war* ein regelmäßiger Kontakt zwischen dem mini-monsieur und seinem Vater wichtig. Aber dieser Kontakt wurde ja zum einen vom Vater infrage gestellt und zum anderen wurde mir von mehreren Stellen sehr deutlich gemacht, dass ICH nicht die Beziehungsarbeit vom Vater zum Sohn zu leisten habe. Und ein 5-Jähriger hat da nunmal keine Pflichten.

Und so egal es mir ist, was jenseits des Rheins über mich gedacht wird, nervt mich der Gedanke, dass MIR die Schuld für diese nicht geführten Telefonate gegeben wird. Aber der Vater hat ja noch nicht einmal nachgefragt, wo wir Weihnachten sein werden, geschweige denn es über die Feiertage auf irgendeinem Kommunikationsweg probiert.**

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* Ist es eigentlich immer noch.

** Ist ja auch wichtiger, mich überall zu blocken, damit ich bloß nicht mehr kontrollieren einsehen kann, was der Mann macht.

Besinnung

Als klar war, dass wir Weihnachten bei meinen Eltern verbringen werden, ging ich mit dem Gedanken schwanger, ob ich nicht endlich mal wieder an Heilig Abend in die Kirche wolle. Als dann auch noch herauskam, dass der mini-monsieur mit seinem kleinen Kirchenchor Teil des Weihnachtsgottesdienst hätte sein können, wenn wir denn da gewesen wären, entschied ich, dass es eine gute Sache sei, mit dem Kind in den Familiengottesdienst zu gehen. In „meiner“ Gemeinde. In meiner kleinen, feinen reformierten Gemeinde. Da, wo ich mit sechs Jahren auf eigenen Wunsch getauft wurde, wo ich konfirmiert wurde, wo ich lange Jahre aktiv an der Jugendarbeit teilgenommen und mitgewirkt habe (ich wollte sogar eine zeitlang Theologie studieren) und wo ich tatsächlich auch kirchlich getraut wurde – von dem Pfarrer, der mich schon getauft und konfirmiert hatte.

Ich glaube bin mir ziemlich sicher, dass ich seit meinem Wegzug nach Frankfurt nicht mehr in dieser Kirche war.* Und auch sonst auch nicht wirklich außer zu Hochzeiten, Taufen oder einem Erntedank-Gottesdienst in Hamburg.

Und gestern war es fast wie früher, als ich noch Kind war. Da gingen für gewöhlich wir Geschwister mit meinem Vater in die Kirche. Und auch in diesem Jahr blieb meine Mutter zu Hause, um „das Christkind reinzulassen“. Auch etwas Neues für den mini-monsieur: Bei meinen Eltern bringt nicht der Weihnachtsmann die Geschenke (so** haben wir es all die Jahre zuvor dem Kind erklärt), sondern das Christkind.

Als es soweit war, war die Weihnachts-Aufregung beim mini-monsieur schon sehr groß und er wollte eigentlich nicht mit in die Kirche. Aber das ließ ich nicht gelten. Wir gingen also zu dritt.

Familiengottesdienste sind ja bekanntlich gut besucht und so waren wir 20 Minuten vor Beginn auch definitiv nicht zu früh. Wir bekamen aber noch Plätze. Doch dann entdeckte der mini-monsieur, dass vorne die Kinder sitzen durften. Und da wollte er auch hin. Dass ich nicht mitkommen konnte, fand er nicht schlimm, sondern stapfte allein los und war bis kurz vor Gottesdienstschluss nicht mehr zu sehen. Ich freute mich beim Blick durchs volle Kirchenschiff, tatsächlich ein paar alt-bekannte Gesichter zu sehen.

Durch das Krippenspiel, das doch eher erst ab 10+ geeignet war, denn es war schon sehr modern interpretiert und hatte einige gesellschaftskritische Kommentare, war der Gottesdienst jetzt nicht sehr streng reformiert. Es wurde doch recht viel gesungen. Und es wurde applaudiert.

Aber bei mir machte sich ein wohlig-warmes Gefühl aus Besinnung, Rührung und auch Zu-Hause-sein breit. Und bei der Kurzpredigt dachte ich das eine oder andere Mal: Der Umgang der Menschen miteinander könnte ein deutlich friedvollerer und erfüllterer sein, wenn die christlichen Werte mehr verinnerlicht wären, oder zumindest nicht aus Prinzip dagegen angekämpft würde.

Daher macht es Euch einfach schön mit Euren Liebsten und Nächsten. Hängt Euch nicht an Kleinigkeiten, Äußerlichkeiten oder gar Materiellem auf. Freut Euch, dass Ihr einander und es gut habt. Denn wer das weiß, kann auch viel einfacher Gutes weitergeben.

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* Ich muss gestehen, dass mir dieses frühe Aufstehen am Sonntag (!) wirklich ein Graus ist. Dazu kam, dass ich so in meiner Bielefelder Gemeinde verwurzelt war, dass es mir schwer fiel, mich auch nur gedanklich auf was Neues einzulassen. Die Frankfurter Reformierte Gemeinde ist halt auch nicht um Eck. Außerdem schien es, als passe all das nicht mehr in mein Arbeitsleben. Und dann war da irgendwann auch der Kindsvater, der eine tiefe Abneigung gegen die Kirche hat. Der mini-monsieur ist auch nicht getauft. Aber er hat in Hamburg einen kirchlichen Kindergarten besucht und ich werde ihn auch nicht beim schulischen Religionsunterricht abmelden. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gott und Kirche etwas Tolles ist. Etwas, das einem Halt/ einen Rahmen gibt, das einem Werte mitgibt, die man zwar auch so leben kann sollte, aber die einfacher umzusetzen sind, wenn man die Hintergrund kennt. Ein Großteil unseres Gesellschaftssystems fusst nunmal auf christlichen Werten. (Damit will ich aber nicht aussagen, dass es bestimmte viele Werte nicht auch in anderen Religionen gibt. Aber das westliche Europa hat nunmal eine vorrangig christlich gepägte Geschichte.)

** Zum einen, weil dem Kindsvater ja eh alles Christliche zuwider war, aber zum anderen auch, weil es kein wirkliches französisches Pendant bzw- Ünersetzung fürs Christkind gibt – zumindest nichts, was dem Kindsvater geläufig war.

Noch viermal schlafen

Es war sooo gut, die Notbremse zu ziehen. Denn ich weiß nicht, wie ich mein privates Pensum hätte schaffen sollen. Außerdem war ich dann von Freitag bis Dienstag so erkältet, dass ich eh nicht hätte arbeiten können und mein To-Do-Liste musste auch warten. Aber ich bin ziemlich zufrieden mit dem, was ich geschafft habe: endlich mal die Uhr wegbringen, die schon seit Monaten auf eine neue Batterie wartet; die letzten Geschenke kaufen, verpacken und den größten Teil per Post zu meinen Eltern schicken; der Babysitterin einen Geburtstagskuchen backen; 80% der Weihnachtskarten schreiben und einen Teil verschicken; eine Wichtelaktion mittels Wichtel-O-Mat koordinieren; die Wohnung weihnachtsfein machen und dabei mal wieder mit dem Kind zusammen das Bad putzen ❤ ; den Balkon endlich „winterfest“ machen; das ArbeitsGästezimmer aufräumen, damit die Untermieterin da wohnen kann; spontan seit Langem mal wieder einen Rock shoppen; das Kinderzimmer aufräumen, indem ich u.a. mal den Bastelkram sortiert und ausgemistet habe; dem wirklich fähigen Paketboten ein kleines Weihnachtsgeschenk machen.

Jetzt steht nicht mehr viel auf der Liste: Musik- und Schwimmkurs für den mini-monsieur (fiel aus wegen Entschleunigung); Mousse au Chocolat für Sonntag vorbereiten; Weihnachtsmarkt; eine spannende Essenseinladung; die restlichen vier Weihnachtskarten schreiben; endlich die Anmeldungen für Horte rund um die „Auswahlschule“ wegbringen (die für die Pflichtschule sind schon weg); Packen; zu einem Weihnachtessen mit Freunden gehen und dort dann wichteln; einen Mietwagen abholen; zur zweiten Runde eines Bewerbungsgesprächs fahren; durchschnaufen; Auto packen und dann zu meinen Eltern fahren.