2014-F&A

Zugenommen oder abgenommen?
Ich glaube, etwas ab.

Haare länger oder kürzer?
Etwas länger als der Bob im letzten Jahr. Quatsch, den Bob habe ich ja erst Anfang des Jahres schneiden lassen. Also deutlich kürzer als 2013!

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Kurzsichtig wie immer.

Mehr ausgegeben oder weniger?
weniger

Der hirnrissigste Plan?
Zu glauben, dass es funktionieren könnte, wenn der Kindsvater bei uns ist, um sein Kind zu sehen.

Die gefährlichste Unternehmung?
Der hirnrissigste Plan war wohl auch die gefährlichste Aktion.

Der beste Sex?
Das eine Mal war nicht so schlecht.

Die teuerste Anschaffung?
Herr Weber.

Das leckerste Essen?
Dank Herrn Weber gab es viele schöne Grillabende.

Das beeindruckenste Buch?
Ich kam nicht dazu, ein Buch zu lesen.

Der ergreifendste Film?
Kaum Filme gesehen und die paar waren nicht ergreifend.

Die beste CD?
Ach! von Sven van Thom
Noir von Broilers

Das schönste Konzert?
Kein Konzert

Die meiste Zeit verbracht mit…?
… dem mini-monsieur.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
… meinen Mädels und dem mini-monsieur.

Vorherrschendes Gefühl 2014?
Ich bin auf der Suche nach mir selbst.

2014 zum ersten Mal getan?
Mutter-Kind-Kur gemacht, Kopenhagen gesehen, Polizei gerufen, um mein Hausrecht durchzusetzen.

2014 nach langer Zeit wieder getan?
In der Schweiz gewesen, Mädelswochenende, mich getrennt.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
kaputter Laptop
– dass der Job anscheinend immer noch nicht das ist, was ich will
– Polizei rufen zu müssen

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich ihm nichts Böses will.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Ich habe 2014 nicht so viel verschenkt bzw. eher Kleinigkeiten. Ich glaube aber, dass der mini-monsieur sich sehr über den Besuch im Playmobil Funpark gefreut hat.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Zu wissen und erleben, dass ein Anruf genügt und Hilfe ist da.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Du hast so gefehlt in unserer Runde.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Du darfst auf dein Bauchgefühl vertrauen, mini-monsieur.“ Vielleicht nicht der schönste Satz, aber einer der wichtigsten. Ich hoffe zumindest, dass er lange nachwirkt

2014 war mit einem Wort…?
turbulent

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Ergänzung, nachdem ich an mehreren Stellen noch weitere Fragen gelesen habe:

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
(6, 3, 7, 8, 8, 7, 3, 6, 6, 5, 2, 7) 6

Mehr Kohle oder weniger?
Dank Steuerrückzahlung und Abfindung im Jahresmittel sicherlich mehr, aber deutlich weniger zur freien Verfügung

Besseren Job oder schlechteren?
Verglichen zwischen dem Job Anfang des Jahres und dem danach, ist der aktuelle besser. Aber stimmig ist es für mich immer noch nicht.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Nur Erkenntnisse und Erfahrungen.

Mehr bewegt oder weniger?
Sowohl physisch als auch psychisch, emotional, mental mehr.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Drei Mal Seuche (v.a. Nebenhöhlen dicht).

Davon war für Dich die Schlimmste?
Seuche ist nervig, aber nicht schlimm.

Dein Wort des Jahres?
Tak!

Dein Unwort des Jahres?
Sorgerecht

Dein Lieblingsblog des Jahres?
Ich habe dieses Jahr viele neue blogs in mein feedly übernommen. Ich lese sie alle gerne (s. auch Blogroll).

Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?
Einfach mal keine übermäßigen Ausschläge auf der Skala.

Damals: 2013

Mein 2001

Ich mag ja Stöckchen. Keine Ahnung, ob das old-school ist, aber ich finde das interessant, an verschiedenen Stellen über das gleiche Thema lesen zu können.
Frau Brüllen stellte letztens ihr 1997 vor und wer wollte, konnte sich quasi ein personalisiertes Stöckchen aka Jahreszahl zuwerfen lassen. Da habe ich hier gerufen und mir wurde 2001 zugeteilt.

Die Regel: Anhand fixer Stichpunkte soll jede ihr zugewiesenes Jahr beschreiben. Ich muss gestehen: Ich bin nicht gut im Erinnern. Und 2001 ist 13/14 Jahre her und das sind auch immerhin gut ein Drittel meines bisherigen Lebens, da musste ich doch auf ein paar Hilfsmittel (Tagebücher, Studienbuch, Leporello meines alten Filofax-Imitats, Arbeits- und Mietverträge, CD-Sammlung) zurückgreifen. Gemessen an den Zeiten davor und auch danach, waren meine Jahre als Biochemie-Studentin – und in diese Zeit fällt das ausgewählte Jahr – äußerst brav und fast langweilig.

Alter: Da ich im Januar Geburtstag habe, war ich quasi das ganze Jahr 24.

Beziehung: Verheiratet (seit Nov. 1999) und mein damaliger Mann war auch wieder da, wenn auch beruflich viel unterwegs, sodass wir uns in der Planung unserer nachträglichen kirchlichen Trauung (Mai 2001) und der dazugehörigen Party befanden.

Beruf: Als studierende Ehefrau eines hart arbeitenden Mannes musste ich nicht arbeiten, sondern durfte mich voll und ganz meinem Vordiplom widmen, denn 2001 befand ich mich ein bisschen im 3., aber vorrangig 4. und 5. Semester Biochemie. Da in Bielefeld die Biochemie in der chemischen Fakultät angesiedelt ist, musste ich für Anorganische, Organische, Physikalische und Biochemie büffeln. Ich weiß noch, dass ich die Prüfung für Anorganische Chemie bereits Ende 3. Semester, also im Januar 2001 und damit ein Semester früher machte als üblich, weil ich keinen Bock hatte für vier Fächer parallel zu meinen Hochzeitsvorbereitungen zu büffeln. Aber wie ich meinem Studienbuch entnehme war ich im 4. Semster (SoSe 2001) ziemlich scheinfrei und musste „nur“ noch die Vordiplomsprüfungen in Biochemie und Organischer Chemie (jeweils im Juli) und Physikalischer Chemie (Oktober) ablegen.
Gemäß Studienbuch passierte im WS irgendwie nicht viel. Einige Kurse wie OC II und Bioanorganische Chemie kann ich nachvollziehen, aber das wäre etwas wenig. Naja. irgendwas werde ich gemacht haben 😉

Musik: Der Kalender sagt, dass ich auf einem Ärzte- und einem Depeche-Mode-Konzert gewesen bin. Das passt ganz gut. Vermutlich war auch viel Radio-Allgemeines-Gedudel dabei.

Haare: ein sehr kurzer labortauglicher Bob und blond

Sport: Hin und wieder Unisport. Aber insgesamt zu wenig. Was wohl auch viel an den langen Labortagen lag: 8 Uhr rein und 18 Uhr raus. Da war der lange Weg vom Chemiezahn zur Mensa teilweise die einzige längere Bewegung zu Fuß. Aber gelegentlich sind mein damaliger Mann und ich zusammen Mountainbike gefahren.

Aufenthaltsort: Labore der Chemie-Fakultät der Universität Bielefeld

Wer auch mitmachen möchte, melde sich einfach via Kommentar.

Geheimnis

Also eigentlich ist es ja kein Geheimnis. Zumindest habe ich keins draus gemacht und von daher dachte ich mir, ich könnte mal zur Auflockerung das beste mein Mousse-au-Chocolat-Rezept mit Euch teilen.

Für 6-12 Personen (je nach Appetit und diätischer Situation) braucht man:

200 g gute (!!!) Schokolade, mind. 55%ige, besser 70%
6 Eier
600 ml/g frische Schlagsahne (also 3 Becher, es geht auch hervorragend mit laktosefreier Sahne – aber nur frische, keine H-Sahne)
6 EL Zucker (gaanz leicht gehäuft)
6 EL heißes Wasser (alt. Grand Marnier; Rum oder Whisky geht auch, aber dann vielleicht nicht so viel)

Und so geht’s:

1. Schocki überm Wasserbad schmelzen
2. Eier trennen, Eiweiß kühlen.
3. Eigelbe mit Zucker und Flüssigkeit überm Wasserbad aufschlagen.
Am besten geht das in einer Edelstahlschüssel mit Kugel- also nicht flachem Boden und einem elektronischen Schneebesen (ich habe so einen Aufsatz für den Pürierstab). Man kann aber auch einen Handmixer nehmen. Oder einen einfachen Schneebesen (dann ist es nur sehr mühsam).
Wichtig ist, dass gut und beständig gerührt wird, sonst wird’s Rührei.
4. Wenn die Masse schaumig und die Konsistenz von halb-steifem Eischnee hat, nimmt man die Schüssel vom Wasserbad und rührt die flüssige Schocki unter. Gut mischen, dass es eine homogene Masse gibt.
5. Sahne steif schlagen und unter die (nicht mehr zu warme) Schockimasse ziehen. Bitte nicht alles auf einmal!
6. Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen (wenn es nicht steif werden will, hilft oft ein Spritzer frischer Zitronensaft).
Eischnee gaaaanz vorsichtig unter die Schocki-Sahne-Masse heben.
7. Kühlen! Mehrere Stunden am besten über Nacht! Aber vor dem Servieren eine gute Stunde vorher aus der Kühlung nehmen (aber nicht auf die Heizung oder neben den noch warmen Herd stellen).

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Bon appétit!

… oder lass ich’s lieber sein?!

Seit ein paar Tagen kreise ich um die Frage, ob ich den mini-monsieur mal an seinen Vater erinnern soll. Also ihn dazu aufmuntern, sich bei ebendiesem zu melden und frohe Weihnachten zu wünschen. Denn bislang hat das Kind den Vater nicht mit einem Wort erwähnt. Wobei tatsächlich ein paar „Brücken“ aufploppten.

Ich bin ratlos: Vor November hätte ich ihn dazu sicher ermuntert. Denn mir war* ein regelmäßiger Kontakt zwischen dem mini-monsieur und seinem Vater wichtig. Aber dieser Kontakt wurde ja zum einen vom Vater infrage gestellt und zum anderen wurde mir von mehreren Stellen sehr deutlich gemacht, dass ICH nicht die Beziehungsarbeit vom Vater zum Sohn zu leisten habe. Und ein 5-Jähriger hat da nunmal keine Pflichten.

Und so egal es mir ist, was jenseits des Rheins über mich gedacht wird, nervt mich der Gedanke, dass MIR die Schuld für diese nicht geführten Telefonate gegeben wird. Aber der Vater hat ja noch nicht einmal nachgefragt, wo wir Weihnachten sein werden, geschweige denn es über die Feiertage auf irgendeinem Kommunikationsweg probiert.**

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* Ist es eigentlich immer noch.

** Ist ja auch wichtiger, mich überall zu blocken, damit ich bloß nicht mehr kontrollieren einsehen kann, was der Mann macht.

Besinnung

Als klar war, dass wir Weihnachten bei meinen Eltern verbringen werden, ging ich mit dem Gedanken schwanger, ob ich nicht endlich mal wieder an Heilig Abend in die Kirche wolle. Als dann auch noch herauskam, dass der mini-monsieur mit seinem kleinen Kirchenchor Teil des Weihnachtsgottesdienst hätte sein können, wenn wir denn da gewesen wären, entschied ich, dass es eine gute Sache sei, mit dem Kind in den Familiengottesdienst zu gehen. In „meiner“ Gemeinde. In meiner kleinen, feinen reformierten Gemeinde. Da, wo ich mit sechs Jahren auf eigenen Wunsch getauft wurde, wo ich konfirmiert wurde, wo ich lange Jahre aktiv an der Jugendarbeit teilgenommen und mitgewirkt habe (ich wollte sogar eine zeitlang Theologie studieren) und wo ich tatsächlich auch kirchlich getraut wurde – von dem Pfarrer, der mich schon getauft und konfirmiert hatte.

Ich glaube bin mir ziemlich sicher, dass ich seit meinem Wegzug nach Frankfurt nicht mehr in dieser Kirche war.* Und auch sonst auch nicht wirklich außer zu Hochzeiten, Taufen oder einem Erntedank-Gottesdienst in Hamburg.

Und gestern war es fast wie früher, als ich noch Kind war. Da gingen für gewöhlich wir Geschwister mit meinem Vater in die Kirche. Und auch in diesem Jahr blieb meine Mutter zu Hause, um „das Christkind reinzulassen“. Auch etwas Neues für den mini-monsieur: Bei meinen Eltern bringt nicht der Weihnachtsmann die Geschenke (so** haben wir es all die Jahre zuvor dem Kind erklärt), sondern das Christkind.

Als es soweit war, war die Weihnachts-Aufregung beim mini-monsieur schon sehr groß und er wollte eigentlich nicht mit in die Kirche. Aber das ließ ich nicht gelten. Wir gingen also zu dritt.

Familiengottesdienste sind ja bekanntlich gut besucht und so waren wir 20 Minuten vor Beginn auch definitiv nicht zu früh. Wir bekamen aber noch Plätze. Doch dann entdeckte der mini-monsieur, dass vorne die Kinder sitzen durften. Und da wollte er auch hin. Dass ich nicht mitkommen konnte, fand er nicht schlimm, sondern stapfte allein los und war bis kurz vor Gottesdienstschluss nicht mehr zu sehen. Ich freute mich beim Blick durchs volle Kirchenschiff, tatsächlich ein paar alt-bekannte Gesichter zu sehen.

Durch das Krippenspiel, das doch eher erst ab 10+ geeignet war, denn es war schon sehr modern interpretiert und hatte einige gesellschaftskritische Kommentare, war der Gottesdienst jetzt nicht sehr streng reformiert. Es wurde doch recht viel gesungen. Und es wurde applaudiert.

Aber bei mir machte sich ein wohlig-warmes Gefühl aus Besinnung, Rührung und auch Zu-Hause-sein breit. Und bei der Kurzpredigt dachte ich das eine oder andere Mal: Der Umgang der Menschen miteinander könnte ein deutlich friedvollerer und erfüllterer sein, wenn die christlichen Werte mehr verinnerlicht wären, oder zumindest nicht aus Prinzip dagegen angekämpft würde.

Daher macht es Euch einfach schön mit Euren Liebsten und Nächsten. Hängt Euch nicht an Kleinigkeiten, Äußerlichkeiten oder gar Materiellem auf. Freut Euch, dass Ihr einander und es gut habt. Denn wer das weiß, kann auch viel einfacher Gutes weitergeben.

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* Ich muss gestehen, dass mir dieses frühe Aufstehen am Sonntag (!) wirklich ein Graus ist. Dazu kam, dass ich so in meiner Bielefelder Gemeinde verwurzelt war, dass es mir schwer fiel, mich auch nur gedanklich auf was Neues einzulassen. Die Frankfurter Reformierte Gemeinde ist halt auch nicht um Eck. Außerdem schien es, als passe all das nicht mehr in mein Arbeitsleben. Und dann war da irgendwann auch der Kindsvater, der eine tiefe Abneigung gegen die Kirche hat. Der mini-monsieur ist auch nicht getauft. Aber er hat in Hamburg einen kirchlichen Kindergarten besucht und ich werde ihn auch nicht beim schulischen Religionsunterricht abmelden. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gott und Kirche etwas Tolles ist. Etwas, das einem Halt/ einen Rahmen gibt, das einem Werte mitgibt, die man zwar auch so leben kann sollte, aber die einfacher umzusetzen sind, wenn man die Hintergrund kennt. Ein Großteil unseres Gesellschaftssystems fusst nunmal auf christlichen Werten. (Damit will ich aber nicht aussagen, dass es bestimmte viele Werte nicht auch in anderen Religionen gibt. Aber das westliche Europa hat nunmal eine vorrangig christlich gepägte Geschichte.)

** Zum einen, weil dem Kindsvater ja eh alles Christliche zuwider war, aber zum anderen auch, weil es kein wirkliches französisches Pendant bzw- Ünersetzung fürs Christkind gibt – zumindest nichts, was dem Kindsvater geläufig war.

Noch viermal schlafen

Es war sooo gut, die Notbremse zu ziehen. Denn ich weiß nicht, wie ich mein privates Pensum hätte schaffen sollen. Außerdem war ich dann von Freitag bis Dienstag so erkältet, dass ich eh nicht hätte arbeiten können und mein To-Do-Liste musste auch warten. Aber ich bin ziemlich zufrieden mit dem, was ich geschafft habe: endlich mal die Uhr wegbringen, die schon seit Monaten auf eine neue Batterie wartet; die letzten Geschenke kaufen, verpacken und den größten Teil per Post zu meinen Eltern schicken; der Babysitterin einen Geburtstagskuchen backen; 80% der Weihnachtskarten schreiben und einen Teil verschicken; eine Wichtelaktion mittels Wichtel-O-Mat koordinieren; die Wohnung weihnachtsfein machen und dabei mal wieder mit dem Kind zusammen das Bad putzen ❤ ; den Balkon endlich „winterfest“ machen; das ArbeitsGästezimmer aufräumen, damit die Untermieterin da wohnen kann; spontan seit Langem mal wieder einen Rock shoppen; das Kinderzimmer aufräumen, indem ich u.a. mal den Bastelkram sortiert und ausgemistet habe; dem wirklich fähigen Paketboten ein kleines Weihnachtsgeschenk machen.

Jetzt steht nicht mehr viel auf der Liste: Musik- und Schwimmkurs für den mini-monsieur (fiel aus wegen Entschleunigung); Mousse au Chocolat für Sonntag vorbereiten; Weihnachtsmarkt; eine spannende Essenseinladung; die restlichen vier Weihnachtskarten schreiben; endlich die Anmeldungen für Horte rund um die „Auswahlschule“ wegbringen (die für die Pflichtschule sind schon weg); Packen; zu einem Weihnachtessen mit Freunden gehen und dort dann wichteln; einen Mietwagen abholen; zur zweiten Runde eines Bewerbungsgesprächs fahren; durchschnaufen; Auto packen und dann zu meinen Eltern fahren.

Compliance

In der letzten Woche war bei uns zu Hause ein interessantes Schauspiel zu beobachten:

Der mini-monsieur legte sich regelmäßig sehr flach und ziemlich steif auf mein Bett. In der einen Hand dabei stets ein kühler Waschlappen. Wenn ich mich ihm näherte, kam: „Noch nicht, Mama, ich bin noch nicht bereit.“ Er atmete aus, als müsste er die Atemtechnik aus einem gerade besuchten Hechelkurs üben. „Pff … pfff … pfff“, tönte er „Mama, ich muss jetzt ganz mutig sein.“ Ich unterdrückte mein Grinsen und machte ihm Mut: „Du schaffst das schon.“ Dann durfte ich …

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Kamikaze

Ziemlich genau vor drei Jahren haben ich meinen ersten richtigen festen Job gekündigt. Als ich nach der ewigen Kündigungsfrist ging, war ich über sieben Jahre dort angestellt. Es war eine gute Zeit. Ich habe viel gelernt. Doch da war noch viel Luft nach oben. Neues lockte und ich verließ nicht nur die Beschaulichkeit einer inhabergeführten Agentur, sondern auch die Frankfurts.

In den vergangenen fast drei Jahren habe ich viel gelernt. Über das Arbeitsleben (in Netzwerkagenturen), über Kündigungen, über Arbeitslosigkeit, über mich, über das, was mir wirklich wichtig ist im Job. Innerhalb dieser Jahre bin ich nun bei der dritten Agentur gelandet. Und so wie es aussieht, werde ich dort auch nicht bleiben.

Dabei sah es anfangs gut aus. Es gab einen großen Kunden (hatte ich in der Agentur davor nicht), ich hatte ein, wenn auch, Mini-Team (hatte ich davor auch nicht) und ich hatte anscheinend eine Vorgesetzte, die mich tatsächlich so wahrnahm, wie es in meiner Position sein sollte.

Die Dinge gingen so ihren Gang. Und auf einmal war ich schon fünf Monate angstellt und das zu oft verschobene Drei-Monats-Feedbackgespräch fand statt. Und ich bekam eine Rückmeldung, die sich gewaschen hatte: Gefühlt wurde kein gutes Haar an mir gelassen. Auch wenn ich einiges nachvollziehen konnte, war mir die Härte fremd – zumal sie sich nicht einmal vorher angedeutet hatte.

Das zweite Gespräch per Telefon an meinem Urlaubstag hätten wir uns schenken können. Denn noch eine Woche später waren meine Chefinnen beide extra nach Frankfurt gekommen. Und als ich zum Gespräch gebeten wurde, war mir schon klar, dass es nichts Gutes bedeutet: Kündigung. Aber eine „gnädige“, wie betont wurde. Man wollte mir noch eine Chance einräumen, daher keine „reguläre“ Kündigung in der Probezeit, sondern eine mit „normaler“ Kündigungsfrist, innerhalb derer ich mich bewähren dürfte.

Ich weiß nicht, was die beiden erwartet hatten, vielleicht, dass ich dankbar auf die Knie falle und sofort verspreche, mein komplettes Leben von nun an dem Job unterzuordnen. Aber meine nüchterne Reaktion hat ihnen definitiv nicht gepasst. Und meine Reaktion, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, auch nicht. Denn ich frage mich bis heute, wie echt diese Chance ist.

Aber ich habe mich trotz des privaten Mists zusammengerissen. Bin ins Büro. Habe mein Bedürfniss, meine Wunden lecken zu wollen, ignoriert. Doch mein Bemühen wurde nicht nur nicht anerkannt, sondern auch noch kolportiert. Obwohl ich andeutete, dass ich gerade etwas viel um die Ohren hätte, wurde mir mehr aufgehalst.

Es ging nicht mehr. Ich war kurz davor zusammenzubrechen. Auf meine Krankmeldung hieß es, dass ich mit einer Krankschreibung zum jetzigen Zeitpunkt meine Chance aufs Spiel setzen würde. Und wenn mir dann auch noch gesagt wird, dass ich ja wirklich dringend mal mit einem Arzt sprechen müsse, dann ist das Maß voll. Dann weiß ich, dass es richtig ist, mich krankschreiben zu lassen, denn alles andere wäre Kamikaze.

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* Offiziell aus persönlichen Gründen. Aber wie ich kürzlich erfuhr aufgrund meiner (und ihrer) Vorgesetzten.

Fertig

Ich habe mich schon lange nicht mehr so urlaubsreif gefühlt. Kein Wunder: Seit Mitte Mai hatte ich auch keinen Urlaub mehr – abgesehen von einer Woche, um den mini-monsieur in Paris abzuholen und an die Babysitterin zu gewöhnen.

Ich habe das Gefühl, dass ich mir hinterherlaufe. Kopf und Bauch sind keine Einheit mehr. Zum Stress der Trennung, den ich nicht richtig abbauen konnte, weil keine Zeit war und ich funktionieren musste, kommen nun die Wunden des Novembers, die von außen betrachtet gut versorgt wirken, aber ich gerade gar nicht fühlen kann, wie es wirklich um sie steht.