Schnapsidee

.. und dabei habe ich nicht mal was getrunken. Vielleicht sollte ich das tun, damit ich mich wieder abregen kann.

Der mini-monsieur und ich bestreiten nun seit knapp zwei Monaten den Alltag allein. Und es klappt dank der Babysitterin auch eigentlich ganz gut. Ich spüre, wie wenig (also gar nicht) mir der abwesende Mann in Haus fehlt. Dem mini-monsieur geht es da – verständlicherweise – etwas anders. Es gibt immer mal wieder Abende mit Vermissenstränen.

Da der Vater des Kindes nunmal zeitlich deutlich flexibler ist als ich und auch als der mini-monsieur, kam die Idee auf, dass er hierher kommt. Also auch bei uns nächtigt. Ganz wohl war mir bei der Idee nicht, aber es ist nun mal die einfachste und für den mini-monsieur schönste Option.

Doch allein schon die Terminfindung bietet so viel Reibungspotential, dass ich eigentlich keinen Bock mehr habe. Denn nach vielem Hin-und-her ohne eine definitve Aussage aus französischem Munde legte ich dann ein Datum fest. Es schien akzeptiert und für mich demnach auch planbar – immerhin muss ich ja mit der Babysitterin klären, wann sie nicht kommen braucht.

Heute dann wieder das alte Machtspiel: Der gnädige Herr muss sich nicht an Absprachen halten. Er offenbart, dass er schon zwei Tage vor dem eigentlichen Termin in der Stadt sei. ABER nicht bei uns nächtigen würde. Aber den mini-monsieur ja trotzdem vom Kindergarten abholen könne. Aber nur bis die Babysitterin käme. Das Kind versteht die Welt nicht mehr und ich habe schon eine Vermutung. Also biete ich ihm an, dass er die ganze Zeit bei uns wohnen könne, dann könne ich ja mal an dem einen Abend ausgehen.

Bingo! Er schläft nicht bei uns, weil er doch tatsächlich nicht früher kommt, um mehr Zeit mit seinem Kind zu verbringen, sondern weil ein Konzert stattfindet (nichts großes, er kennt die Band halt persönlich).

Ich glaube, es hackt. Ich kann eigentlich gönnen. Und weiß, dass seine Freiheiten auch ihren Preis haben. Aber mal ganz ehrlich, ist es wirklich zu viel verlangt, wenn man die ganze Zeit, während ich zwischen Job, Kind und Haushalt hin- und herhüpfe, ausgehen kann, wann und wohin man will, sich in der wenigen Zeit, die man dann mal mit seinem Kind hat, diese auch ganz dem Kind zu widmen?

Ein Gedanke zu „Schnapsidee

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