99 Fragen (Teil 4)

Der letzte Teil

8 Wissen Sie, welches Ihr erstes Wort war? Und das Ihres Kindes?

Ich habe extra meine Mama gefragt, aber so recht erinnern konnte sie sich auch nicht. Vermutlich war es bei mir Mama, Papa und so „Klassiker“, wie sie es nannte. Ihre Lieblinge meiner Neologismen sind bis heute Joljut, kraukeln und Lomschommer.
Und ich als furchtbar schlechte Mutter weiß es beim mini-monsieur auch nicht so ganz genau. Ich überlege, ob Mamama noch vor grue kam. So richtig in meinem Bewusstsein ist nämlich grue. Und kurz drauf kam das deutsche Pendant: Kran.

31 Welches Verbrechen würden Sie begehen, wenn garantiert wäre, dass es nie herauskommt?

Irgendwas, um an Geld zu kommen. Aber bei dem keiner zu Schaden kommt.

33 Wofür schämen Sie sich?

Das ist zwar nicht wirklich viel in meinem (bisherigen) Leben, aber das werde ich sicherlich nicht hier preisgeben. Bei ein paar anderen Dingen bin ich etwas genant: So zeige ich sehr ungern meine nackten Beine. Und in einer Gruppe mit guten Englisch-Sprechern traue ich mich oft nicht, den Mund aufzumachen.

41 Wann haben Sie das letzte Mal zu zweit gebadet?

Das ist ewig her. Aber das liegt auch daran, dass ich nicht so gerne bade. Ab und an überkommt es mich zwar, aber dann ist auch wieder für lange Zeit gut. Ich würde auch jederzeit ein Wohnung mit Duschbad nehmen. Bei der Wohnung in Hamburg haben wir ja sogar das Bad zum Duschbad umgebaut.

42/43 Lieben Sie Ihren Partner? Wann haben Sie Ihren Partner zuletzt angelogen und warum?

obsolet.

47 Worin unterscheidet sich die Familienpolitik der SPD von der der CDU?

Gibt es Unterschiede, die an der Partei auszumachen sind? Naja, die CDU ist halt kosnervativer. Dieses Winden und Wehren gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und die Adoption gleichgeschlechtlicher Paare ist ziemlich nervig. Auch dieses krampfhafte Festhalten am Ehegattensplitting. Warum zahlt eine verheiratetes Paar ohne Kind weniger Steuern als ich als alleinerziehende Mutter – neine Steuerklasse 2 und der Kinderfreibetrag gleichen das NICHT aus.
Über die Position der SPD weiß ich nichts. Und die Frage ist, ob sie wirklich so stark von der CDU abweicht. Gegen das Betreuungsgeld haben sie ja nichts unternommen.
Interessanterweise fühle ich mich im CDU-regierten Frankfurt trotzdem (?) wohler als im „roten“ Hamburg. Im Norden habe ich die politischen Entscheidungen, die Familien betrafen, zum Teil als sehr unsozial empfunden.

48 Darf man das Betreuungsgeld annehmen, auch wenn man es für grundfalsch hält?

Tja, das ist eine gute Frage. Ich habe ein ambivalentes Verhältnis zur Herdprämie zum Betreuungsgeld. Auf der einen Seite finde ich es ganz gut, dass – wenn auch sicherlich nicht ausreichend – irgendwer, in diesem Fall der Staat, die Leistung des sich Vollzeit kümmernden Elternteils honoriert. Der Betrag ist allerdings ein Witz.
Auf der anderen Seite denke ich aber auch, dass hauptsächlich die Falschen davon profitieren. Denn entweder kann es sich eine Familie per se leisten, dass ein Elternteil – meist die Frau – zu Hause bleibt, oder es sind Familien, bei denen traditionell die Frau zu Hause ist und die möglicherweise die Frühförderung durch Kindergarten nicht in Anspruch nehmen wollen.
Außerdem ärgert es mich, dass man Betreuungsgeld auch beziehen kann, wenn das Kind nicht öffentlich gefördert fremdbetreut wird (z.B. Oma, private Gruppe). Da zeigt sich nämlich erst richtig, warum es eingeführt worden ist: Die Länder, die am lautesten nach der Herdprämie gekräht haben, also Bayern, waren nämlich nicht in der Lage, so schnell wie es per lege vorgegeben war, ausreichend U3-Betreuungsplätze bereitzustellen. Klarer Fall von „freikaufen“. Und das ärgert mich wirklich!

50 Haben Sie den richtigen Beruf? Können Sie ihn mit Familie gut ausüben?

Ich habe einen Beruf, der mir Spaß macht und mich auch immer mal wieder fordert. Wobei mittlerweile viel Dinge Routine sind. Ob es ganz, ganz wirklich DER richtige Beruf ist, weiß ich nicht.
Mein Arbeitgeber versucht viel, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen – Vertrauensarbeitszeit, Homeoffice, Teilzeit (sofern gewünscht). Meine Chefinnen kommen mir auch sehr entgegen.
Möglicherweise wäre ich entspannter, wenn ich keine Vollzeitstelle hätte..

54 Lassen Sie Essen zurückgehen, wenn es Ihnen nicht schmeckt?

Da musste ich echt mal in mich gehen, ob ich schon mal so schlecht gegessen habe. Mir fiel nur das Steak ein, das mir mal zu blutig serviert wurde. Das habe ich nachbraten lassen. Ansonsten lasse ich es eher stehen und sage beim Abräumen, dass ich es nicht so gut fand. Und gebe auch kein Trinkgeld.

60 Haben Sie mehr Angst vor dem Tod, seit Sie eine Familie haben?

Die Frage impliziert ja, dass ich auch schon vor Familie Angst vor dem Tod hatte. Vor dem Tod an sich habe ich keine Angst (gehabt). Wenn überhaupt habe ich Angst vor dem Sterben, also die letzten Momente (Wochen, Monate?) vor dem Tod selbst. Ich möchte nicht leiden oder Schmerzen haben. Und ich will auch nicht, dass sich das qualvoll (für alle) zieht. Aber dann, wenn ich nicht mehr bin, bin ich halt nicht mehr.
Ich habe vielmehr Angst, den mini-monsieur zu früh allein zu lassen. Daher wünsche ich mir für den mini-monsieur, dass ich ihn noch eine Weile begleiten darf.

61 Würden Sie für Ihr Kind sterben?

Anwortet jeder auf diese Frage mit „ja, klar“?
Im Zweifel würde ich natürlich auch für mein Kind sterben. Denn immerhin hat er noch viel mehr Leben vor sich. Aber mir behangt der Gedanke nicht, dass ich ihn dann zurücklassen würde. Die Löwenmama in mir will ihn doch einfach nur vor solchen Belastungen bewahren. So „natürlich“ ist, dass die Eltern vor ihren Kindern sterben, so unnatürlich empfinde ich es, ihn noch schutzbedürftig zurückzulassen.

62 Denken Sie manchmal an Ihren Tod und wie Ihre Beerdigung aussehen soll?

Wie ob beschrieben möchte ich kein langwieriges und/ oder qualvolles Sterben. Am liebsten Augen zu und nicht mehr aufwachen. Über meine Beerdigung habe ich mir bislang kaum Gedanken gemacht. Letztens habe ich eine knapp 90-Jährige kennengelernt, die erzählte, dass sie ihre Beerdigung schon organisiert hat: Grab bezhalt, mit dem Bestatter alles geregelt. Irgendwie finde ich das gut. Aber es jetzt schon für mich zu regeln, käme mir komisch vor. Ein bisschen denke ich auch, dass ich es gerne meinen Hinterbliebenen überlassen möchte, wie und wo ich beerdigt werde. Wie es für sie am angenehmsten ist. Ob sie eine Stelle wollen, wo sie hinkommen können.
Mir pesönlich ist sowas egal. Meine Großeltern liegen an Stellen in Deutschland, wo ich wohl nicht mal einfach so hinfahren würde, sodass ich seit den Beerdigungen nicht mehr an ihren Gräbern war. Aber das ist mir auch nicht so wichtig.
Was ich definitiv nicht möchte, ist aufgebahrt zu werden. Das finde ich einfach nur gruselig. Sollte es sich lohnen, dürften gerne meine Organe weiterverwendet (Transplantat oder Forschung) werden. Wenn es für meine Hinterbliebenen in Ordnung wäre, fände ich eine Feuerbestattung gut. Gerne dürfte dann meine Asche auch ins Meer gestreut werden oder in einem Friedwald.

63 Was wäre schlimmer: wenn Ihr Kind stirbt oder wenn Ihr Partner stirbt?

Hier ganz klar – und zwar unabhängig von meiner aktuellen Situation: Es wäre viel schlimmer, wenn mein Kind stürbe.

67 Wie laut können Sie schreien?

Ziemlich laut. Es ist schon der ein oder andere bös zusammengezuckt, als ich mal „brüllen“ musste.

68 Hätten Sie gerne öfter Sex?

Das impliziert ja, dass ich überhaupt welchen hätte. Ganz ehrlich: Zur Zeit so gar nicht – also wieder Wunsch noch Wirklichkeit. Mein Leben ist gerade so durcheinander und muss sich erstmal wieder richtig ordnen. Da passt weder eine Mann noch irgendwelche dates rein.

69 Ist der Sex mit den Jahren besser/schlechter geworden?

Eigentlich besser

70 Fühlen Sie sich begehrt?

Das ist mir offen gestanden gerade egal.

71/72/73 Welchen Körperteil Ihres Partners mögen Sie besonders? Warum? Haben Sie sexuelle Fantasien von anderen Menschen außer Ihrem Partner? Warum gehen Sie nicht fremd?

obsolet.

76 Wissen Sie, womit Ihre Eltern als Kind am liebsten gespielt haben?

Von meiner Mama weiß ich, dass sie viel draußen war. Von meinem Papa weiß ich es nicht. Ich weiß nur, dass er sich viel mit seiner Schwester gestritten hat.

77 Hat sich Ihr Blick auf Ihre Eltern verändert, seit Sie Kinder haben? Inwiefern?

Ich glaube nicht, dass er sich verändert hat, seit ich ein Kind habe. Der Blick hat sich einfach mit der Zeit geändert. Und mit ein paar entscheidenden Ereignissen.

85 Wie viele Vogelarten erkennen Sie am Gesang?

Keinen??? Naja, vielleicht ein Käuzchen und eine Eule.

86 Wann haben Sie zuletzt im Freien übernachtet?

So richtig im Freien, also ohne Zelt, habe ich 1991 zuletzt im Freien üernachtet. In Südfrankreich am letzten Abend der Jugendfreizeit. Mein letztes Mal Zelten war 1998. Aber ich mag das nicht wirklich. Ich brauche nachts Wände um mich rum.

88 Warum ist der Himmel noch mal blau? Erklärung in drei Sätzen:

Weil – zumindest bei gutem Wetter – das blaue Licht aufgrund seiner kurzen Wellenlänge am stärksten gestreut wird und somit vorranging wahrgenommen wird.

92 Nehmen Sie Ihr Kind ernst? Sind Sie eine gute Mutter / ein guter Vater?

Diese beiden Fragen bilden anscheinend eine. Aber ist frau eine gute Mutter, nur weil es ihr Kind ernst nimmt?
Ich unterstelle mal, dass prinzipiell jede Mutter eine gute sein möchte. Sicherlich klappt das objektiv und subjektiv nicht immer. Ob das nun am Ernstnehmen liegt?!
Klar versuche ich mein Kind ernst zu nehmen – aber nicht immer. Ich nehme mich ja auch nicht immer ernst. Aber er tut das ja auch nicht und weiß schon zimelich genau, wie er sich komisch in Szene setzen kann. Ob mich das nun zu einer guten Mutter macht, müssen andere entscheiden. Beim mini-monsieur bin ich noch die „beste Mama der Welt“. Aber wir wissen ja: „alles eine Phase“ (oder wie meine Mama sagt: Der normale Wahnsinn mit kleinen Pausen.)

97/98 Was war das letzte interessante Gespräch, das Sie geführt haben? Worüber ging es und mit wem?

Ich könnte jetzt behaupten, dass ich immer wieder interessante Gespräche führe. Was sicherlich stimmt und für dieses Jahr besonders. Da wäre zum einen das Gespräch mit einer meiner langjährigsten Freundinnen im März. Es ging um alles Mögliche. Wir hatten uns länger nicht gesehen und brachten uns über die vergangenen Jahre auf den aktuellsten Stand.
Im April und Mai führte ich mehrere interessante Gespräch im Rahmen der Kur. Da waren zum einen die Gespräche mit meiner Leidensschwester, bei denen wir beide amüsiert aber auch mit Schrecken feststellen mussten, dass wir die Sätze der jeweils anderen vollenden konnten. Zum anderen waren da die Gespräche mit dem Psychologen, die sicherlich die nachhaltigste Wirkung hatten.

99 Machen Kinder glücklich? Wenn ja, warum? (Mehrfachnennung möglich)
– weil man durch sie selbst noch mal Kind sein darf (Rollenspiele, Kissenschlacht, Arschbomben ins Wasser machen …)
– weil es schön ist, nicht mehr nur um sich selbst zu kreisen, sondern sich um andere zu kümmern
– weil sie gut riechen
– weil man mit Kindern viel mehr lacht
– weil sie aus meinem Fleisch und Blut sind
– weil man mit ihnen weniger Zeit zum Grübeln hat
– andere Gründe, nämlich:

Ja, mich macht mein Kind glücklich. Aber ich bin ohne ihn nicht unglücklich. Ein Kind zu haben entspannt und relativiert viele Dinge.
Und ich freue mich regelmäßig, dass ich durch den mini-monsieur neue Ecken kennenlerne. Genau genommen dadurch, dass ich mit ihm zu irgendwelchen Events, die der Kindergarten anbietet oder irgendwo in der Stadt stattfinden, gehe. Letztens haben wir so z.B. gelernt, wo in Frankfurt die Fledermausen – wie der mini-monsieur sagt – wohnen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s