99 Fragen (Teil 3)

99 Fragen sind ganz schön viel…

5 In welchem Bereich sorgen Sie sich am meisten um Ihr Kind? (Unfall, Krankheit, Missbrauch, Leistung, …)

Meine größte Sorge gilt generell dem Seelenheil vom mini-monsieur. Ich will, dass es ihm gut geht, dass er mit sich im Reinen groß werden kann, dass er stabil ist, dass er nicht Dinge in sich reinfrisst, still leidet.
Von daher fände ich Missbrauch am schlimmsten. Ich habe letztens den Film über die Odenwald-Schule gesehen: Die Auserwählten. Obwohl wenig gezeigt wird, war mir das, was angedeutet wurde, schon zutiefst zuwider. Nicht nur die Handlungen selbst, sondern auch das Verhalten derer, die es nicht wahrhaben wollten. „Was nicht sein darf, das nicht sein kann.“ So furchtbar, was man einer armen Kinderseele damit antut.
Krankheit ist auch kein Zuckerschlecken. Aber das kann ich so mit meinem naturwissenschaftlich-medizinischen Hintergrund ganz gut rational wegstecken. Wobei wir bislang auch – ich klopf auf Holz – auch von Schlimmerem verschont geblieben sind. Obwohl der Gedanke, sein Kind durch eine Krankheit zu verlieren, schon schrecklich ist. Aber sollte es so sein, müsste ich damit weiterleben und nicht er, wie im Falle eines Missbrauchs.
Unfallgefahren lauern blöderweise überall. Würde ich mich da zu viel sorgen, müsste ich den mini-monsieur in Watte packen. Mal abgesehen davon, dass ich es nicht leisten kann, will ich das auch nicht, weil ich ja will, dass er selbstständig wird. Und so bereite ich ihn vor, so gut es eben geht. Prävention ist da einfach das Zauberwort.
Sorgen bezüglich Leistung sind meiner Meinung nach sehr hausgemachte und unnötige Sorgen. Ein bisschen Jammern auf hohem Niveau. Da muss man einfach am Kind dran bleiben und nicht alles an Kindergarten oder Schule abschieben. Die haben zwar auch einen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Aber eben nur für eine begrenzte Anzahl von Stunden werktäglich – wir Eltern ein Leben lang.

16 Haben Sie ein Hobby?

Dieser Blog ist schon mein Hobby. Fotografieren auch. Yoga eigentlich auch. Fahrradfahren auf jeden Fall. Ansonsten bleibt leider nicht so viel Zeit.

18 Können Sie eine Kuh malen?
(nach dem Zeichnen: 19 Sind Sie überrascht, wie schwierig das ist?)

KuhDie Comic-Kuh habe ich zuerst gemalt. Die ist schon als solche erkennbar. Vielleicht am meisten durch die Flecken und den Euter. Und während ich so malte, ploppte ein Kuh-Bild in meiner fb-timeline auf (Danke). Das wollte ich dann abzeichnen. Nun denn, irgendwie stimmen die Proportionen nicht. Und der Kopf ist verdammt schwer. Die Kuh sieht da schnell mal aus wie ein Alien.

23 Wie oft brechen Sie Ihre guten Erziehungsvorsätze?
Ø 1x pro Monat | Ø 1x pro Woche | Ø öfter | Ø nie

Das ist vielleicht das Gute daran, dass ich kaum Erziehungsvorsätze habe, ich kann sie – ob gut oder schlecht – nur schlecht brechen.
Wie schon bei Frage 5 erläutert, ist das Wichtigste für mich das Seelenheil des mini-monsieurs. Danach richtet sich auch meine Erziehung aus. Letztens las ich einen ganz interessanten Artikel über „Gentle Parenting„. Zunächst dachte ich ja, dass ich als ich „partnership with their children“ las, dass ich mich den ganzen Artikel über aufregen müsste. Aber weit gefehlt. Das ist mehr oder weniger das, was ich versuche beim mini-monsieur anzuwenden umzusetzen. Allerdings etwas „strenger“.
Der mini-monsieur darf ziemlich viel. Es gibt wenig Verbote. Die gelten eigentlich nur für Gefahrensituationen. Begrenzt wird er eigentlich nur im Fernsehkonsum. Ich bitte ihn für gewöhlich etwas zu tun. Und erkläre ihm auch, warum ich möchte, dass er dieses oder jenes tut. Das hilft schon viel. Wenn er einer Bitte nicht nachkommt, überlege ich, wie schlimm für mich die Konsequenz ist. Finde ich nur, dass dieses oder jenes gemacht werden sollte, aber hat es letztlich keine Auswirkungen, dann lasse ich ihn gewähren. Klassisches Beispiel: Zimmer aufräumen. Ganz ehrlich, welcher Zacken bricht aus meiner Krone, wenn er es nicht tut. Es ist sein Zimmer. Und das sage ich ihm auch. Wenn er etwas nicht mehr wiederfindet, dann kann er etwas dagegen tun.
Zähne putzen klappt ja eh ganz gut. Aber wenn es mal in Frage gestellt wird, dann erkläre ich ihm, dass er das nur für sich macht. Dass es seine Zähne sind und dass er im schlimmsten Fall irgendwann zum Zahnarzt müsse. Und schwupps ist die Zahnbürste im Mund.
Grundsätzlich erkläre ich sowieso vieles. So hat er auch gelernt „Bitte“ und vor allen Dingen „Danke“ zu sagen. Ich finde auch das Auffordern zum Bedanken und Bitte sagen nicht schlimm, sofern es eine Aufforderung bleibt und nicht erzwungen wird. Denn wie soll ein Kind denn lernen, wann diese beiden Zauberwörter angebracht sind. Das lässt sich nämlich nicht so einfach abgucken.
Es gibt aber auch Konsequenzen. So gab es letztens Fernsehverbot, weil er sich trotz „Nein“ mein Handy zum Spielen geschnappt hatte. Und klar ertappe ich mich auch mal beim „Wenn …, dann …“-Sagen oder zähle auch mal total unsinnig bis 3.
Ich versuche mich immer auf Augenhöhe zu begeben. Manchmal nur im übertragenen Sinne 😉 Ihm die Möglichkeit zu geben, sich einzubringen und mitzuentscheiden.
Und ich lasse ihm Freiraum und lasse ihn Dinge allein machen, wenn er das will. Oder biete es ihm an, wenn ich meine, dass ich es ihm zutrauen kann (oder müsste).
Wenn er mal „kontraproduktiv“ ist, versuche ich herauszufinden, warum.
Eine große Maxime ist auch Gefühle zulassen und erspüren. Zum Glück (weil er es nicht in sich reinfrisst) kommuniziert der mini-monsieur seine Gefühle recht gut. Er lässt sie zu und lässt mich auch daran teilhaben. Umgekehrt erläutere ich ihm auch, wie und warum es mir geht – insbesondere, wenn es Auswirkungen auf ihn hat.
Grundsätzlich versuche ich aber auch einfach ich selbst zu bleiben. Das geht nicht immer. Wenn ich schlecht geschlafen habe oder mich geärgert habe, ist das nicht immer ganz leicht. Und wenn er mir zum wiederholten Mal das Badezimmer unter Wasser setzt, ist mein Geduldsfaden auch eher eine Zündschnur.

28 Können Sie sich an Momente erinnern, in denen Sie es bereuten, Kinder zu haben?

Bereut nie. Aber – ja, das klingt nach aaaber – wenn der monsieur und ich uns gestritten haben wie die Kesselflicker und der mini-monsieur das hörte oder die Stimmung mitbekommen hat, da tat es mir einfach leid für den kleinen Knopf den Scheiß mitbekommen zu müssen.
Und ich gebe zu, dass ich jetzt bei der Trennung kurz gedacht habe, wieviel einfacher es ohne Kind wäre.

35 Welche Tätigkeiten im Haushalt machen immer nur Sie?

Tja, bedauerlicherweise mittlerweile alle. Aber das habe ich ja so gewollt. Und ich weiß schon, dass ich mir, wenn ich mir mal wirklich was Gutes tun will, eine Putzhilfe gönne. Aber noch geht’s. Wird halt nicht täglich gesaugt, geschweige denn gewischt.

37 Reden Sie oder hören Sie lieber zu?

Das hängt von meinem Umfeld ab. Je wohler ich mich fühle, desto eher rede ich. Kann aber auch gut zuhören. Sobald ich irgendwo fremd(er) bin, höre ich erstmal zu.

46 Würden Sie Ihr Kind auf eine Schule mit einem hohen Ausländeranteil schicken?

Ich bin ja auf einer sogenannten Schwerpunktschule begrundschult worden. In meinem Fall Schwerpunkt für türkische Kinder. In unserer Klasse war das Verhältnis 2/5 zu 3/5 (D vs T). Ich habe es tatsächlich – oh Wunder, oh Wunder – aufs Gymnasium geschafft. Es ist doch wirklich so, dass Schule kein reines Outsourcen der Bildungsarbeit ist, sondern die Eltern auch gefragt sind. Und ja, ich finde auch, dass man das bei Vollzeitarbeit leisten sollte. Wer sich Zeit für Hobbies freischaufelt, kann sich auch Zeit fürs Kind freischaufeln.
Beim mini-monsieur wird es wohl so sein, dass er auf eine Schule mit einem hohen Ausländer-Anteil gehen wird. Denn die bilinguale Grundschule nimmt zum einen halt die Kinder aus dem Viertel auf, aber für die zweisprachigen Klassen haben Kinder mit französischem Hintergrund Gestattungsrecht. (Ja, und ich höre schon die ersten Aufschreie, dass das ja nicht zähle und die Frage ja anders gemeint sei. Sind Franzosen andere Ausländer?)

51 Haben Sie getrennte Konten? Wissen Sie gerade, wie viel darauf ist?

Noch so ein Grundsatzthema. Also mit meinem Ex-Mann hatte ich lange Zeit ein gemeinsames Konto. Das lag unter anderem daran, dass er in den ersten Monaten unserer Ehe im Auslandseinsatz war und ich ja irgendwie handlungsfähig sein musste. Außerdem hatte wir ja eigentlich nur sein Gehalt – zuzüglich meiner diversen Aushilfsjobs. Das System bekam erste Risse, als er Geschenke für mich mit Karte gezahlt hat. Was etwas blöd ist, wenn ich diejenige bin, die sich um das Konto kümmert. Damals wusste ich eigentlich auch immer, wieviel Geld auf unserem Konto war.
Als ich angefangen habe zu arbeiten und wir eh die Bank wechselten, haben wir getrennte Konten eingerichtet.Mit dem monsieur hatte ich eh getrennte Konten. Immer wieder ploppte die Idee eines gemeinsamen auf. Aber ganz ehrlich: Wofür? Alle Fixkosten habe ich allein gezahlt. Da hätte ein gemeinsames Konto wenig Sinn gemacht, denn jeden Monat einen großen Teil meines Gehalts auf ein gemeinsames Kontos weiterzuüberweisen, damit die Fixkosten bezahlt werden, ist irgendwie Quatsch.

52 Welche Eigenschaft, hoffen Sie, wird Ihr Kind mal von Ihnen übernehmen? Und welche von Ihrem Partner seinem Papa?

Von Mama: Optimismus wäre toll. Und Mut. Und dass es ihm egal ist, was andere von ihm denken.
Von Papa: Charme. Handwerkliches Geschick. Und die Liebe zum Meer.

53 Wissen Sie, was eine Packung Butter kostet?
beim Discounter? | im Supermarkt? | im Bio-Laden?

ad 1) 0,89 Euro | ad 2) 1,19 Euro | ad 3) keine Ahnung. 2,19 Euro vielleicht?

57 Was wünschen Sie sich aus der Zeit vor Ihren Kindern zurück?

Schlaf bzw. Durchschlafen. Dass der mini-monsieur meist irgendwann nachts wandert und dann mein Bett okkupiert, ist da nicht besonders einträglich. Ich werde zwar im Normalfall nicht wach, wenn er kommt, aber sobald er sich neben mir wälzt und Platz in Anspruch nimmt, dann nimmt meine Schlafqualität drastisch ab.

58 Wann haben Sie zuletzt wild gefeiert und dabei die Zeit vergessen?

Das ist was, was ich wieder lernen muss. In Kopenhagen ging das aber schon wieder ganz gut.

59 Wie oft im Monat gehen Sie aus?

Eindeutig zu selten. Nämlich irgendwie gar nicht. Also zumindest ohne den mini-monsieur. Das habe ich auch die letzten Jahre zu wenig gemacht. Nun muss ich gucken, dass ich das wieder neu geordnet bekomme.

64 Ganz ehrlich: Würden Sie sich Botox spritzen, um jünger auszusehen?

Nee, da hätte ich andere optisch Probleme, die aber nicht mit ner Spritze gelöst werden können. Außerdem bin ich (noch) nicht sonderlich faltig.

87 Welche der folgenden Dinge können Sie basteln/bauen?
Steinschleuder | Seifenkiste | Pfeil und Bogen | Baumhaus

Wenn mit Steinschleuder eine Zwille gemeint ist, dann ja. (Ein kurze Befragung des webs bestätigt meine Annahme.) Seifenkiste: nein. Pfeil und Bogen: ja. Sofern ich mal mein Taschenmesser wiederfinde. Baumhaus: würde ich mir zutrauen. Habe ich aber noch nie gemacht. Was ich gerne mal wieder machen würde, wäre eine Weidenlöte… Im Frühjahr wieder.

91 Warum haben Sie Kinder bekommen?

Zum einen hat es ticktack gemacht. Und dann war da der monsieur und mein Bauchgefühl sagte mir, dass ich mit diesem Mann ein Kind wolle.

94 Wie haben sich die Freundschaften verändert, seit Sie Kinder ein Kind haben?

Ich weiß gar nicht, ob sich einige Freundschaften durch das Kind verändert haben, oder ob sie sich nicht eh geändert hätten, als einfacher Lauf der Dinge. Mein Freundeskreis war schon immer etwas verteilter (von Hamburg bis Zürich, zwischendurch sogar auch Dubai). Dadurch hat man sich eh nicht so oft gesehen. Einige Frankfurter sind auch weggezogen. Es ist halt alles im Fluss.
Dafür habe ich ein paar Freundschaften durch das Kind gewonnen. Das ist auch schön.

95 Was erwarten Sie von einer Freundschaft?

Dass Quantität keine Rolle spielt. Sich verbunden fühlen. Sich aufeinander verlassen können. Angenommen werden, wie man ist. Aber auch Kritik bekommen und ertragen. Unterstützung. Zusammen lachen. Gemeinsame Erlebnisse.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s