Kuschelig

Ich hatte ja ewig irgendwelche Kuscheltiere bei und mit mir. Zum Beispiel einen gelben, mittlerweile ziemlich verranzten, Teddy, den ich mal von meinem Vater bekommen habe. Ich glaube, so mit sieben Jahren, als ich das erste Mal allein verreist bin. Zur Kur nach Berchtesgaden. Auf eigenen Wunsch. Außerdem hatte ich ein Kuschelkissen, das mich seit frühester Kindheit begleitete: das Tunzi. Das habe ich irgendwann mal im Rahmen einer meiner Umzüge als Studentin entsorgt. Als ich so 14/15 Jahre alt war, hat mir meine Mama eine kleine Hexe – Irma – von Folkmanis geschenkt. Die war auch immer dabei und hat sicherlich das eine oder andere Mal als Stellvertreter gedient.
Die beiden durften mussten auch immer im Bett sein. Eigentlich sind sie erst wirklich ausgezogen, als der mini-monsieur da war.

Der mini-monsieur hatte auch von Anfang an diverse Kuscheltiere. Ich hatte ihm noch vor der Geburt einen tollen kleinen Ritter von Sterntaler gekauft. Von der französischen Verwandtschaft gab es zur Geburt viele Kuscheltiere. Eine liebe Freundin schickte ein tolles Kamel (also ich fand finde es super) aus Dubai. Von meinen Eltern gab es einen großen Plüsch-Orka, der anfangs fast so groß wie der mini-monsieur selbst war. Und als wir das erste Mal mit dem mini-monsieur in Frankreich waren, bekam er auf dem Rückweg an einem Rastplatz von wildfremden Menschen einen kleinen Plüschhund geschenkt. Aber keins davon schien ihm wirklich zu gefallen.
Ich habe mir irgendwann mal den Spaß erlaubt und alle Viecher in sein Babybett gepackt. Tja, da war dann kein Platz mehr für das Kind. Vielleicht fand er deswegen Kuscheltiere lange Zeit doof.
Einen großen Teil der Kuscheltiere habe ich dann in Kisten verpackt. Übrig blieben der Orka, das Kamel und der Hund. Sie waren da. In seinem Bett, aber eigentlich war es ihm egal: Sie wurden nicht gekuschelt und auch nicht bespielt. Manchmal, nachdem er sein Hochbett hatte, fand er es witzig, sie von oben runter zu werfen.

Im Laufe der Zeit kamen wieder neue Kuscheltiere dazu: Der monsieur vermachte ihm den Papagei, den ich ihm mal zu Weihnachten geschenkt habe. Er hat einen kleinen Pauli bekommen, als er so begeistert die Filme sah. Aus dem Alt-Kuscheltier-Fundus meiner Mutter kamen eine Fledermaus und ein weiterer Papagei dazu. Beim Möbel-Schweden gab es mal einen Drachen Dino. Im letzten Advent hat er sich in einen Elch verliebt, den es zusammen mit Schokolade gab. Und seit der Kur wohnt auch noch ein Wolpertinger im Bett.
Und ich habe auch das Gefühl, dass er seit der Kur endlich einen Bezug zu den Kuscheltieren hat. Zum Glück, sonst hätte sich die Extra-Sporttasche NUR für die Viecher auch nicht gelohnt. Womöglich hat er sich das abgeguckt bei dem Brüder-Paar, das immer oft die Lieblingsviecher mit sich rumschleppten. Zumindest wird jetzt abends mindestens ein Kuscheltier – meistens der Hund, oft gepaart mit dem Elch oder der Fledermaus – benötigt, um einzuschlafen.

Als es jetzt jedoch darum ging, welches der Tiere denn mit nach Frankreich dürfe müsse, antwortete der mini-monsieur: „Keins.“ Auch auf Nachfrage blieb er dabei, er habe dann ja den Papa zum Kuscheln und außerdem Angst, dass er eines verlieren könne.

Und so drückte er mir kurz vor der Abreise zwei seiner kuscheligen Kollegen in den Arm: „Damit Du nicht so alleine bist.“

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