ZuDS – Mai

Mein sehr verspäteter Beitrag zum Mai-Thema der Shootingqueens: grüne Oasen.

Frankfurt ist grüner als die meisten denken: Parks, Parks, Parks, Grüngürtel, Mainufer, Alleen. Grün, grün, grün…

20140607_185658Stadtwald

20140622_170822Huthpark

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Bonames

20140601_185700Bethmann-Park

20140601_190200Chinesischer Garten im Bethmann-Park

wpid-img_20140703_200101.jpgGünthersburg-Park

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An der Nidda

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Grüneburg-Park

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Am Riedberg

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Kalbach (mit Blick auf den Taunus)

ZuDS – August

Endlich schaffe ich es mal wieder, das Monatsthema der Shootingqueen-Aktion „Zeig uns Deine Stadt“ im entsprechenden Monat abzuarbeiten: Zeig uns Deine Urlaubsstadt.

Nachdem ich von Mitte Februar bis Mitte Mai frei hatte, währenddessen ja auch drei Wochen zur Kur war und ich meinen Job ja auch erst seit Mitte Mai habe, war klar, dass Sommerurlaub im großen Maße wohl nicht stattfinden wird. Die Ereignisse der letzten Wochen ließen dann auch die letzte Hoffnung auf ein bisschen Urlaub schwinden. Den für nächste Woche eingereichten Urlaub werde ich zu Hause verbringen und für Alltag und Sicherheit sorgen.

Um so froher war ich, dass sich ein relativ spontaner Kurztrip mit meinen Mädels ergab. Das letzte Mal war ich vor über sechs Jahren mit ihnen unterwegs. Kontakt bestand über die Zeit immer – mal mehr, mal weniger. Umso schöner zu erleben, dass sie trotzdem für mich da sind und an mich gedacht haben, als es um die Planung dieses Wochenendes in Kopenhagen ging.

Aufgrund von Arbeit und Flugkonditionen war es für mich zwar leider nicht möglich, länger als von Freitagabend (letzter Flieger FRA-CPH) bis Montag früh (erster Flieger CPH-FRA) zu bleiben. Aber immerhin zwei tolle, volle Tage.

So und nun lasse ich Bilder sprechen:

IMG_4523_wIMG_4531_wIMG_4538_w IMG_4537_w IMG_4556_w IMG_4562_w IMG_4567_w IMG_4559_w IMG_4578_w IMG_4583_w IMG_4607_w IMG_4614_w IMG_4617_w IMG_4642_w IMG_4643_w IMG_4661_w IMG_4666_w IMG_4688_w IMG_4674_w IMG_4678_wNoch ein paar mehr Impressionen habe ich bei instagram gepostet.

Komprimiertes

  • Der August ist bislang (und bleibt es hoffentlich) der reisereichste Monat des Jahres: Nürnberg, Bielefeld, München, Kopenhagen und Berlin. Ein Glück, dass ein weiters Mal München schon weggefallen ist. Und gut, dass ich ab 3. September erstmal Urlaub habe.
  • Meine beste (und langjährigste) Freundin hat endlich ihr Baby bekommen.
  • Kopenhagen ist großartig (Beitrag kommt noch). Meine Mädels sind großartig. Schön, wenn 6 Jahre ZwangsPause nichts ausmachen.
  • Sich Hilfe suchen tut gar nicht weh.
  • Schmerzhaft ist es aber, wenn das eigene Kind 1.000 Kilometer entfernt am Telefon heult, weil ihm die Trennung immer bewusster wird, und anscheinend keiner vor Ort willens in der Lage ist, das aufzufangen.
  • Fürs Bonding kann man auch mal nachts mitten in München oder Kopenhagen auf der Gass‘ „Weißt Du, wieviel Sternlein stehen“ ins Handy singen.
  • Job ist derzeit sehr vielversprechend, aber auch anstrengend. Mir fehlt definitiv jemand, der mir zuarbeiten.
  • Durch mein temporäres Alleinsein und die Reiserei verwaist der Kühlschrank.
  • Nur noch neun Mal schlafen, dann ist der Knopf wieder bei mir.

Logik

Auch auf die Entfernung (oder vielleicht gerade deswegen) fordert der mini-monsieur gewisse Abendrituale mit mir ein. Ich genieße die halbe bis Stunde zusammen. Seit ein paar Tagen lese ich ihm Michel-Geschichten vor. Die haben zum Glück nicht so viele Bilder und man kann sie auch gut am Telefon vorlesen. Davor und danach erzählt er mir oft, wie sein Tag war und fragt mich immer „Mama, wie geht’s Dir?“. Die Geschichten sind zu spannend, um dabei einzuschlafen, also soll ich am Schluss immer singen.

Vorhin kuschelt er sich ein. Ich kann durch Telefon hören, wie gemütlich er es haben muss und wie müde er ist. Die mamie macht das Licht aus.
„Ist alles gut“, frage ich ihn.
„Ja, aber das Telefon leuchtet.“
„Dann mach die Augen zu, dann ist es aus.“
„Mama“, empört er sich „dann ist es doch immer noch an.“

Das Streben nach Glück

Um mich selbst ein bisschen zu kontrollieren, habe ich mir eine App aufs Handy geladen, die misst, wie oft und wie lange ich das Handy nutze. Darüber hinaus fragt mich die App morgens und abends, wie glücklich ich bin. Ich könnte das auch abschalten, aber mir gefällt das. Verleitet es mich doch einen Moment dazu, in mich zu gehen und darüber nachzudenken. Das passt auch zu meinem „Dankbar“-Projekt: Seit Anfang des Jahres schreibe ich mir für jeden Tag mindestens eine Sache auf, für die ich dankbar war an dem Tag bzw. die mich glücklich gemacht hat.

Und immer, wenn ich über dieses Thema nachdenke, muss ich an eine Unterhaltung mit meinem Bruder denken: Ich habe ihn mal gefragt, ob er glücklich sei – mit seinem Leben, mit seiner Situation. Seine Antwort war, dass er zufrieden sei.

Diese Antwort fand ich damals sehr erschreckend. Denn für mich ist das nicht das Gleiche: Glücklichsein kommt von innen. Zufriedensein hat viel mit äußeren Umständen zu tun. Ich kann zufrieden sein mit meiner Arbeit, aber deswegen bin ich nicht unweigerlich glücklich. Umgekehrt kann ich aber auch glücklich sein, obwohl gerade vieles nicht zufriedenstellend läuft.

Für mich besteht auch ein großer Unterschied zwischen „Glück haben“ und „glücklich sein“. Denn auch „Glück haben“ hängt von äußeren Umständen, von Dingen ab, die ich nur begrenzt beeinflussen kann.

Deswegen ist mein Motor auch nicht „Das Streben nach Glück“* sondern das „Streben nach Glücklichsein“. Dabei geht es nicht darum, aus irgendeinem Unglück herauszukommen. Ich bin kein unglücklicher Mensch.** Aber ich ertrage es nicht, nicht glücklich zu sein.

Und ich merke immer mehr***, dass es nicht gut ertragen kann, wenn Menschen in meinem Umfeld meinen, dass sie nicht glücklich seien, nur weil ihnen das Glück (gerade) nicht hold ist. Die ihr inneres Gefühl von Äußerlichkeiten (Job, Wohnung, Beziehung etc) abhängig machen. Diejenigen, für die das Gras auf der anderen Weide immer grüner ist und dessen Nachbarns Kirschen auch immer süßer. Oder wie es meine musikalische Neuentdeckung so schön besingt:

 

* Wobei ich diesen Film liebe. Aber ich glaube, dass Chris Gardner in seiner Obdachlosigkeit nicht nicht glücklich war. Er war gesund, er hatte seinen Sohn bei sich und er hatte ein Ziel. Er hat die Hoffnung, den Glauben an sich selbst und daran, dass er auch ein Stück vom Glück verdient hat, nie aufgegeben.

** Genau genommen bin ich ein ganz schlimmer Optimist. Mein „Das wird schon!“ kann bisweilen auch anstrengend sein.

*** Ich gehe auf die 40 zu und habe das Gefühl, echt alt und wunderlich zu werden.

Kuschelig

Ich hatte ja ewig irgendwelche Kuscheltiere bei und mit mir. Zum Beispiel einen gelben, mittlerweile ziemlich verranzten, Teddy, den ich mal von meinem Vater bekommen habe. Ich glaube, so mit sieben Jahren, als ich das erste Mal allein verreist bin. Zur Kur nach Berchtesgaden. Auf eigenen Wunsch. Außerdem hatte ich ein Kuschelkissen, das mich seit frühester Kindheit begleitete: das Tunzi. Das habe ich irgendwann mal im Rahmen einer meiner Umzüge als Studentin entsorgt. Als ich so 14/15 Jahre alt war, hat mir meine Mama eine kleine Hexe – Irma – von Folkmanis geschenkt. Die war auch immer dabei und hat sicherlich das eine oder andere Mal als Stellvertreter gedient.
Die beiden durften mussten auch immer im Bett sein. Eigentlich sind sie erst wirklich ausgezogen, als der mini-monsieur da war.

Der mini-monsieur hatte auch von Anfang an diverse Kuscheltiere. Ich hatte ihm noch vor der Geburt einen tollen kleinen Ritter von Sterntaler gekauft. Von der französischen Verwandtschaft gab es zur Geburt viele Kuscheltiere. Eine liebe Freundin schickte ein tolles Kamel (also ich fand finde es super) aus Dubai. Von meinen Eltern gab es einen großen Plüsch-Orka, der anfangs fast so groß wie der mini-monsieur selbst war. Und als wir das erste Mal mit dem mini-monsieur in Frankreich waren, bekam er auf dem Rückweg an einem Rastplatz von wildfremden Menschen einen kleinen Plüschhund geschenkt. Aber keins davon schien ihm wirklich zu gefallen.
Ich habe mir irgendwann mal den Spaß erlaubt und alle Viecher in sein Babybett gepackt. Tja, da war dann kein Platz mehr für das Kind. Vielleicht fand er deswegen Kuscheltiere lange Zeit doof.
Einen großen Teil der Kuscheltiere habe ich dann in Kisten verpackt. Übrig blieben der Orka, das Kamel und der Hund. Sie waren da. In seinem Bett, aber eigentlich war es ihm egal: Sie wurden nicht gekuschelt und auch nicht bespielt. Manchmal, nachdem er sein Hochbett hatte, fand er es witzig, sie von oben runter zu werfen.

Im Laufe der Zeit kamen wieder neue Kuscheltiere dazu: Der monsieur vermachte ihm den Papagei, den ich ihm mal zu Weihnachten geschenkt habe. Er hat einen kleinen Pauli bekommen, als er so begeistert die Filme sah. Aus dem Alt-Kuscheltier-Fundus meiner Mutter kamen eine Fledermaus und ein weiterer Papagei dazu. Beim Möbel-Schweden gab es mal einen Drachen Dino. Im letzten Advent hat er sich in einen Elch verliebt, den es zusammen mit Schokolade gab. Und seit der Kur wohnt auch noch ein Wolpertinger im Bett.
Und ich habe auch das Gefühl, dass er seit der Kur endlich einen Bezug zu den Kuscheltieren hat. Zum Glück, sonst hätte sich die Extra-Sporttasche NUR für die Viecher auch nicht gelohnt. Womöglich hat er sich das abgeguckt bei dem Brüder-Paar, das immer oft die Lieblingsviecher mit sich rumschleppten. Zumindest wird jetzt abends mindestens ein Kuscheltier – meistens der Hund, oft gepaart mit dem Elch oder der Fledermaus – benötigt, um einzuschlafen.

Als es jetzt jedoch darum ging, welches der Tiere denn mit nach Frankreich dürfe müsse, antwortete der mini-monsieur: „Keins.“ Auch auf Nachfrage blieb er dabei, er habe dann ja den Papa zum Kuscheln und außerdem Angst, dass er eines verlieren könne.

Und so drückte er mir kurz vor der Abreise zwei seiner kuscheligen Kollegen in den Arm: „Damit Du nicht so alleine bist.“

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Allein, allein

Keine Ahnung, was noch kommt, aber zur Zeit genieße ich es einfach, allein zu sein. In die leere Wohnung zu kommen, mein Ding zu machen. Es ist Sommer in Frankfurt und man kann (könnte) viel unternehmen. Aber ich finde es so angenehm, einfach nur für mich zu sein.