Die Indianer sind los

Nach all den Vorbereitungen war es am Samstag dann endlich so weit. Der mini-monsieur konnte sogar noch wie gewohnt morgens zum Musikkurs. Der monsieur konnte wie gewohnt Samstagsmorgens mehr oder weniger* ausschlafen. Und ich konnte irgendwann wie gewohnt nach Musikkursbringdienst und einer falsch zugemachten Tür anfangen, die restlichen frischen Sachen vorzubereiten. Wo dann auch irgendwann der monsieur bei einstieg.

Und während wir so Obst aufschnitten, wurde die Laune des mini-monsieurs immer unerträglicher. Dies passte ihm nicht, an jenem wurde rumgenörgelt, was anderes wurde anvisiert, um mutwillig zerstört zu werden. Ich war kurz davor, die Party abzusagen, als ich auf die Idee kam, dem jungen Mann einfach mal was zu Essen anzubieten. Jaja, wahrscheinlich spielt bei vielen Verbrechen akuter oder gar chronischer Unterzucker eine nicht allzu unbedeutende Rolle. Das sollte man mal untersuchen.

Dass es immer wieder tröpfelte, war nicht in meinem Sinne im Sinne der Party. Sicherlich konnte der Plan auch weitestgehend indoor ausgeführt werden, aber im Hof wäre es besser. Einen regenfreien Moment nutzten Vater und Sohn dann schon mal, um das Tipi aufzubauen.

20140628_141521Ich rätsele ja immer noch, warum der monsieur ein paar Tage vorher so rumgeschimpft hatte, denn so schwierig war der Aufbau nun auch nicht. Ich richtete derweil den Tisch.

IMG_4406_baUnd dann klingelte es auch endlich. Und nochmal und nochmal. Fast alle Kinder kamen quasi gleichzeitig an. Und erstmal durfte sich jede/r einen Lendenschurz aussuchen. Jeder durfte, keiner musste. Und dass die Squaw im Kostüm keinen brauchte, war logisch.

Damit alle zur Ruhe kommen und sich schon mal einstimmen, wurden danach die Stirnbänder verschönert. Jede/r bekam eines und durfte es bemalen und bekleben, wie sie/er wollte.

20140628_144352Das half schon mal ganz gut, dass sich auch das einzige Mädel, das nicht wie alle anderen mit dem mini-monsieur in den gleichen Kindergarten geht, integrieren konnte. Als alle fertig waren, wurden die Werke zum Trocknen aufgehangen und die Meute konnte sich erstmal stärken.

Keine Anhung, ob wir mit dem Essen noch hätten warten sollen. Ich vermute ja eher, dass ihnen der präriegrasgrüne Kuchenguss nicht ganz geheuer war. Merke: Was Erwachsene gagig finden, finden Kinder im schlimmsten Fall ekelig bis sonderbar. Ob sie sich deswegen immer wieder unter dem Tisch verstecken mussten, konnten wir allerdings nicht herausfinden.

20140628_151239Mehr oder weniger gestärkt, ging es dann weiter. Da die Farbe noch nicht ganz trocken war, wurden die Kids erstmal geschminkt und bekamen ein Indiander-Tattoo. Dann konnten sie die Stirnbänder aufsetzen und nach draußen gehen.

Als erstes sollten sie um die Wette reiten. Ziel war es, zu bestimmen, wer bei der nächsten Indianeraufgabe zuerst (nur zuerst und NICHT gar nicht) dran sei. Ich teilte die Kinder ein, da wir nur zwei Steckenpferde haben.

IMG_4424_baUnd in allen Paarungen lief es super. Nur nicht beim mini-monsieur. Sein Pferd wollte nicht und so verlor er bereits an der Startlinie, weil er gar nicht erst losgaloppieren konnte. Das Indianer-Geheul hätte er sich trotzdem sparen können. (Zumal ich ihm tags zuvor noch sagte, dass ich kein Geheule wolle, wenn er mal nicht erster würde. Denn schließlich ginge es ums Gruppenevent und die Indianer seien ja auch immer im Team losgezogen.) Und weil quasi alle so gut mitgemacht hatten, gab’s die erste Feder für jeden.

Es war also klar, wer anfangen durfte. Und so wurden die Waffen verteilt.

IMG_4427_baUnd dann kam das Bison um die Ecke. Mit wildem Indianer-Gesang und -Gebrüll gingen die sieben auf die Jagd.

IMG_4442_baIMG_4437_baIMG_4464_baIrgendwann war es dann erlegt und das Horn wurde abgerissen. Dann wurde mit Indianer-Gejohle um das tote Tier getanzt.

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Um für den Winter gerüstet zu sein, wurde dem Bison das Fell abgezogen.

IMG_4482_ba IMG_4474_ba IMG_4480_baUnd ins Zelt gebracht…

IMG_4422_baFür die erfolgreiche Jagd und die vollständige Rückgabe von Pfeilen und Bogen gab es jeweils eine Feder. Natürlich musste das Ganze gefeiert werden. Es gab eine kleine Stärkung an der Irokesen-Bar.

IMG_4484_baUnd im Anschluss Schlangentänze (leider ohne Bild): Zwei Kinder bekommen jeweils eine Schnur mit leeren Dosen am Ende (aka Klapperschwänze) an die Hose gebunden oder in die Hand und zusätzlich die Augen verbunden. Dann machen die anderen Kinder Krach und Gejohle und turnen um die Schlangen herum, die sich durchs klappern finden sollen. Immer wenn sich die Schlangen gefunden hatten, gab’s für beide je eine weitere Feder.

Die nächste Aktion war die Bola: Dazu wirbelt einer die Bola so um sich, dass das Seil flach (!) über dem Boden verläuft. Die Kinder müssen dann über das Seil springen. Ansonsten werden sie gefangen und müssen ausscheiden. Anfangs habe ich die Bola gedreht. Doch dann haben die Kids den Ball erobert.

IMG_4501_ba IMG_4502_baIch glaube, die Faszination des bunten Schweifs war recht groß. Und so hat es nur so halbmittelgut funktioniert. Aber die kleinen Indiander hatten Spaß. Dann fing es an zu tröpfeln und es war auch schon kurz vor 17h00. Zum Glück stand nur noch die Schatzsuche auf dem Plan. Die sollte ja auf dem Balkon stattfinden. Und da konnten wir einen Schirm aufspannen.

Die Idee habe ich im Playmobil Funpark (wo wir ja zwei Wochen zuvor mit dem mini-monsieur waren) geklaut. Gemeinschaftlich sollten die Kinder eine bunte Steinchen-Mischung

20140628_144538aus dem Sand sieben. Was sie auch wirklich eifrig taten.

20140628_170952 20140628_171028Denn um den Schatz mit nach Hause nehmen zu können, konnten sie zwei große Diamanten-Steine gegen einen kleinen Beutel tauschen.

20140628_180428Und während sie noch siebten und Steine wuschen, machten der monsieur und ich das Abendessen fertig. Die Kinder gingen irgendwann dazu über, im Zimmer vom mini-monsieur größtes Chaos zu verbreiten zu spielen. Aber waren dann auch froh, als es um 18h00 Würstchen, Kartoffeln, Maiskolben und zum Nachtisch Präriegras- und Bisonblutpudding gab.

Und während sie noch aßen, kamen nach und nach die Papas, um eine/n nach dem andern abzuholen.

Dass es keine Mitgebsel-Tüte gab, sondern „nur“ die Beutel mit den Steinen, den Kopfschmuck, den Lenenschurz und – wer wollte – auch den Strohhalm, störte keinen. Und so ging ein insgesamt sehr gelungener Tag zu Ende.

 * Wohl zu wenig, denn die Laune war eher mäßig.

3 Gedanken zu „Die Indianer sind los

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