Es könnte passen

Mein größter Wunsch für 2014 war und ist immer noch, an- und zur Ruhe zu kommen.

Und der ein oder andere hoffnungsvolle Moment gibt mir die Zuversicht, dass es ein gutes Jahr werden könnte: Allen voran die Kündigung im Januar und die Kur. Denn das sind bislang die zwei entscheidenden Ereignisse, die den Weg für einiges Gute ebneten.

So schaffen es der monsieur und ich tatsächlich Gespräche zu führen, die mehr als überfällig waren. In einem Gespräch kamen wir zum dem Ergebnis, dass der Zustand zwischen uns schon seit fünfeinhalb Jahren eine gewisse Unerträglichkeit hat. Das so deutlich zu formulieren, hätte ich vor der Kur wohl nicht gekonnt. Es tut weh, aber es tut auch gut. Der Stress, der mich die vergangenen Jahre auch vor allem deswegen begleitet hat, verändert sich. Wird weniger.

Das ist gut, denn diese Angespanntheit der letzten Jahre hat sich auf viele Dinge übertragen bzw. hat sie beeinflusst. Ich habe nicht gezählt, aber es war schon ein paar Mal, dass ich nicht zur Arbeit konnte, weil wir uns in der Nacht und/ oder am Morgen gestritten haben wie die Kesselflicker.

Ich habe auch einige Verabredung und Einladung kurzfristig abgesagt oder gar nicht erst zugesagt.

Vor drei Jahren kam dann zu allem Überfluss noch dazu, dass ich meine berufliche Situation immer unerträglicher fand. In der Agentur, wo ich damals war, habe ich mich eigentlich wohl gefühlt. Ich hatte ein gewisses Standing bei meiner Chefin und auch beim Kunden. Eigentlich lief es ganz gut. Nur spürte ich, dass ich auf der Stelle trat. Ich wollte, ich musste raus.

Ich bereue die Schritte, die danach kamen, in keinster Weise. Allein beruflich haben sie mir viel gebracht. Ich habe Erfahrungen machen können, die sich in der alten Agentur nie angeboten hätten. Meiner Karriere hat das alles nicht geschadet.

Auch der Umzug nach Hamburg war richtig. Ich hätte dem wohl immer nachgehangen, dass ich da mal hin wollte.

Und so richtig all das war, frage ich mich dennoch, ob ich nicht auf der Flucht war. Auf der Flucht vor mir und meinem damaligen Unvermögen, mich in der verfahrenen Situation mit dem monsieur zu positionieren. Alle die Schritte waren wohl auch geleitet von der unbewussten Hoffnung, dass ein neuer Job dazu führt, dass wir unsere eingetretenen Pfade verlassen müssen, damit ich Kraft und auch die entsprechende Stärkung für die neue Herausforderung habe.
Der unbewussten Hoffnung, dass es dem monsieur in Hamburg und näher am Meer besser geht. Er mehr Zufriedenheit oder gar Glück für sein Leben spüren kann.

Ich wurde schmerzhaft eines anderen belehrt. Auf nahezu allen Ebenen. 2012 war eines der heftigsten Jahre bislang.

Beendet wurde es erst durch die Kündigung in Hamburg. Sie war eine Befreiung. Ich war so durch, dass es mich wirklich nur einen Wimpernschlag lang angekratzt hat, dass man mir zuvor gekommen ist. Vielmehr gab sie mir die Gelegenheit, mich neu zu ordnen. Immerhin habe ich es geschaffen diese Gelegenheit halb zu ergreifen. Für ganz war ich wohl zu fertig und es waren auch einfach zu viele Baustellen in meinem Leben.

Aber wie es scheint, war wenigstens die Häfte richtig. Auch wenn der erste Job noch nicht der richtige war, so war es einfach nur richtig, wieder nach Frankfurt zurückzuziehen. Ich* bin hier einfach zu Hause.** Allein das hat schon wieder viel mehr Ruhe reingebracht.

Die erneute Kündigung habe ich als Chance verstanden, auch die zweite Hälfte in Angriff nehmen zu können: mich. Denn noch bevor ich die ersten Bewerbungen schrieb, habe ich mich erstmal um den Kurantrag gekümmert.

Und die Zeit bis zum Kurantritt habe ich mit Bewerbungen „überbrückt“. Allein die Auswahl war diesmal deutlich größer. Sodass ich mir wirklich verschiedenste potentielle Arbeitgeber angucken und kennenlernen konnte. Und von Termin zu Termin konnte ich meinem Bauchgefühl wieder mehr vertrauen. Und musste keine übereilten gestressten Entscheidungen treffen, nur um wieder in Lohn und Brot zu stehen.

Und so kam ich zu meinem neuen Arbeitgeber. Allein, dass es drei Termine gab, war schon ein sehr positives Signal. Nicht nur sie, sondern auch ich hatte so die Gelegenheit, es mir von Termin zu Termin zu überlegen. Mir gefällt die Denke, auch frühzeitig das Team in Personalentscheidungen einzubeziehen. (War das doch ein Grund, warum ich 2012 gewechselt habe.) Und irgendwie zieht es sich seitdem durch. Dass der Mitarbeiter nicht nur eine Personalnummer ist, sondern tatsächlich das Kapital, wird hier gelebt. Ich muss nicht um Fortbildungen betteln, sondern MUSS welche machen. Meine Chefin kam extra zwei Tage nach Frankfurt, um mir die ersten wichtigen Dinge zu erklären. „Meine“ Personalerin ruft an, um zu fragen, wie die ersten Tage waren, und macht sich für mich bzw. meine schon vorhandende BAV stark. Die Kolleginnen sind auch sehr sympathisch. Es herrscht keine genervte Stimmung, wie ich sie bei den beiden vorhergehenden Arbeitgebern erlebt habe. Ich habe das Gefühl, dass ich und meine Erfahrungen und auch meine Arbeit wertgeschätzt wird.

Wenn es wirklich so weitergeht, dann könnte das wirklich passen.

* Der monsieur wird an dieser Stelle aufschreien, was denn mit ihm sei. Aber ICH bin „leider“ nur für MICH zuständig.

** Wobei ich gerne ein paar Leute aus Hamburg mitgenommen hätte: Claudia, Nike, Anke, Ilka. Und der mini-monsieur erst recht.

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