Kurtag 13

*** Er läuft und läuft und läuft ***

Wieder ein Tag ohne Kur-Programm. Und weil das Wetter gut werden soll, haben wir uns mit zwei anderen Familien zum Wandern verabredet. Es soll vom Großen Arber zurück zur Klinik gehen, gemäß der besten Wander-App überhaupt (Komoot) 7,5 Kilometer. Das sollten auch die beiden jüngsten (u.a. der mini-monsieur) schaffen.

Gestern abend hatte ich dann noch etwas Stress, weil wir ja irgendwie zur Talstation des Arbers kommen müssen. Die Busse fahren zur Zeit nicht. Also versuche ich ein Großraum-Taxi (für drei Erwachsene und vier Kinder) zu organisieren. Ich muss tatsächlich drei Telefonate führen, damit heute um 10h00 ein Kleinbus mit Fahrer vor der Tür steht. Meine zusätzliche Recherche ergibt, dass die Gondelbahn auf den Arber rauf zur Zeit nicht fährt. Ob die Sessellifte fahren, ist nicht klar. Ich hoffe da einfach mal drauf.

Ob sich diese lohnt, erfahre ich, als wir um 10h30 an der Talstation des Großen Arbers ankommen: Nix fährt. Gar nix. Wir entschließen kurzfristig, den Berg hochzulaufen.

IMG_3844_baDie beiden „Kleinen“ (fast 5 und gerade 6) stecken sich beim ersten Anstieg mit dem Jammern an. Die beiden Größeren (jeweils 10) laufen vorneweg. Wir Mütter von den Kleinen sind kurz davor umzudrehen. Doch ich habe genau für diesen Fall vorgebeugt. Im Supermarkt gab es noch Osterkram (zum halben Preis) und ich hatte extra ein paar Schoko-Eier mitgenommen, die ich nun auslege. Die beiden Jammer-Vögel springen drauf an und so vergeht der weitere Weg (insagesamt 3,6 km) nach oben ohne weitere Zwischenfälle.

Schon von unten sahen wir ein paar Schneeplacken und weiße Wipfel. Und je höher wir kommen, desto eisiger wird es.

IMG_3852_ba IMG_3857_ba IMG_3862_baJetzt ist es nicht mehr weit

IMG_3871_baOben erwartet uns ein bisschen Winterwonderland.

IMG_3879_baNach ein bisschen Kraxeln am Gipfel machen wir erstmal eine kleine Pause und beschließen, dass wir zur nächsten Einkehr-Möglichkeit wandern (und nicht am Gipfel essen). Diese wirklich gute Wander-App führt uns 2,1 Kilometer über zum Teil kleine verschlunggene Pfade vom Großen zum Fuße des Kleinen Arbers, wo die Chamer Hütte steht.

IMG_3895_ba Zwischendurch könnte man glauben, dass man in der (Lüneburger) Heide wandert.

IMG_3897_ba

IMG_3902_baDoch die Hütte hat zu noch nicht wieder auf – keine Pommes, kein Kaiserschmarrn, kein Kaffee… wieder NIX. Gar nix. Wir machen eine etwas längere Pause, die die großen Jungs dafür nutzen, um einmal auf den Kleinen Arber zu kraxeln, während sich die Erwachsenen und die kleinen Jungs regenerieren.

Danach geht es eigentlich nur bergab: Über 7,5 Kilometer schaffen wir 500 Höhenmeter nach unten. Der Weg führt uns durch den Bodenmaiser Urwald.

IMG_3907_ba IMG_3913_baBegeleitet werden wir von verschiedenen kleinen Bachläufen, die nach und nach zusammenfließen und den Riesbach bilden.

IMG_3915_ba IMG_3917_ba IMG_3943_baIMG_3924_baDie beiden Großen und den Vater des einen verlieren wir, da die Großen rennen als gäbe es kein Morgen. Den mini-monsieur verlieren wir auch fast, weil er vor lauter Reden – wirklich die ganze Route ohne abzusetzen – nicht hinterherkommt. Was – also das Reden – dann wieder sein Glück ist, weil wir ihn dann ja immer hören 🙂 Wir entdecken einen Tümpel mit Pillepoppen Kaulquappen und Fischlaich

IMG_3937_ba IMG_3938_baund einen Baum mit Lippen

IMG_3918_baBis zu den Rieslochfällen können wir die Jungs damit bei Laune halten, dass das Rauschen des Bachs und der Wasserfälle immer lauter wird.

IMG_3944_ba IMG_3947_baDas letzte Stück nach den Rieslochfällen fallen dem mini-monsieur und seinem fast gleichaltrigem Kumpel sichtlich schwer. Immer wieder schnallen wir Mütter uns die Rucksäcke vor den Bauch um die Kinder auf dem Rücken zu transportieren. Der Weg ist – wie es sich für einen Urwald gehört – nicht aufgeräumt, sondern voller Steine, Laub und Wurzeln. Auch wir haben schon elf Kilometer in den Beinen und meine Knie freuen sich nicht über die 25 Kilo extra.

Für einen letzten Motivationsschub versprechen wir den Kindern, dass es bei der nächsten Möglichkeit ein Eis gebe. Im ersten Restaurant nach dem Wald scheint die Zeit in den 1980ern stehen geblieben zu sein. Aber es gibt Eis, Apfelschorle und Radler (für die Muddis). Ich bin saustolz auf den mini-monsieur, dass er so gut durchgehalten hat und eigentlich (bis auf den Anfang) gar nicht genölt hat. Seine neuen Wanderstiefel werden wir hoffentlich auch zu Hause einsetzen. Der Taunus ist ja nicht weit.

Nach dem Zuckerschub dreht der mini-monsieur noch mal auf und hüpft, springt und rennt, als hätte er nicht gerade 13,5 Kilometer hinter sich gebracht. Aber das war zum Glück nur ein kleines Aufbäumen. Statt zum Essen würde er lieber aufs Zimmer, aber da wir uns bisher ja nur vom Proviant ernährt haben, sitzt er mit rotglühenden Wangen am Tisch und baut sichtbar ab. Er lässt sich danach widerstandslos ins Zimmer und unter die Dusche bugsieren. Auch dem Papa wird stolz von der Wanderung erzählt. Um 20h15 ist er eingeschlafen. Ich setze mich noch auf ein Weinchen nach unten, streiche aber auch recht zeitig die Segel.

2 Gedanken zu „Kurtag 13

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