Outing

Ich bin eine Steuer-Schlampe 🙂

Ich habe ein Faible für Zahlen. Schon immer. Mein Lieblingsfach in der Schule war von der ersten Klasse an Rechnen bzw. später dann Mathe. Ich hatte auch Mathe-Leistungskurs.

Mittlerweile habe ich nicht mehr so viel mit Mathe zu tun. Aber bei den paar Zahlen, die mir im Job – Statistiken, Abrechnungen – über den Weg laufen, werde ich zur Beamtin Pedantin.

Auch bei den Zahlen, die mir so im Privatleben begegnen, bin ich sehr genau. Ich habe einen mehrere Ordner, in denen ich alles, was wie eine Rechnung, Versicherungspolice etc. aussieht, sortiere und abhefte. Und so sortiere ich das ganze Jahr über meine Rechnungen nach folgendem System:

  1. Allgemeine Rechnungen, die ich mal bezahlt habe, die ich aber langfristig nicht brauche.
  2. Rechnungen, die ich möglicherweise steuerlich absetzen kann.
  3. Rechnungen, die Garantien beinhalten.

Und dann, am Anfang des neuen Jahres, sobald ich die aktuellste Version meines Steuerprogramms habe, nehme ich mir die Prospekthülle mit den Zweier-Rechnungen zu Hand, gebe die Daten ein, warte meist noch ein bisschen (kommt ja meist nicht vor Februar) auf die offizielle Jahresaberechnung vom Arbeitgeber, überprüfe noch einmal alles und dann kann die ELSTER – im Normalfall noch im Februar – auch schon meine Steuererklärung digital davontragen.

Frankfurt hat’s nicht nötig

Ich gestehe, dass ich mich nicht in dem Maß in die heutige Demo reingehangen habe, wie ich es ursprünglich geplant hatte. Aber durch die Kur sind viele Dinge ins Stocken geraten. Weil ich sie einfach habe liegen lassen, um auf mich zu achten. Weil ich sicher war, dass sie „trotzdem“ laufen. Weil ich mir einfach mal wichtiger war.

Trotzdem stand für mich fest, dass ich bei der Demo heute dabei sein werde. Wieder eine Demo für den Erhalt der Hebammenarbeit. Denn auch wenn seit der letzten Demo einiges passiert ist und verkündet wurde, ist letztlich nichts von den Versicherungen und der Politik präsentiert worden, was man eine langfristige und vor allen Dingen zufriedenstellende Lösung nennen könnte.

Das Versicherungsaus wurde um ein Jahr auf Juli 2016 verschoben. Wie die Hebammen bei einem Stundenlohn von netto 8,50 Euro die erneut auf über 6.000 Euro ansteigende Haftpflichtprämie aufbringen sollen, scheint keinen zu interessieren.

Denn die zusätzlichen Millionen von den Krankenkassen haben nichts mit DIESER Prämiensteigerung zu tun, sondern sollten die Hebammen bereits im vergangenen Jahr bekommen. Und die Erhöhungen sind umgerechnet auch ein Witz. Von daher bin ich voll und ganz bei den Hebammen, die nun die Verhandlungen mit dem GKV haben platzen lassen.

Die von Gröhe präsentierten Lösungen sind nichts als heiße Luft. Nur das Problem verschoben – an die Krankenkassen (siehe oben).

Ich weiß, dass es in den Medien teilweise dargestellt wurde, als würde man (Politik, Versicherer und Krankenkassen) schrittweise einer zufriedenstellenden Lösung nähern. Aber ganz ehrlich:

WIR SIND DA GENAUSO WEIT VON ENTFERNT WIE IM MÄRZ!

Und allein deswegen müssen wir Eltern weiterhin Präsenz zeigen. Zeigen, dass es uns NICHT egal ist, wo und wie unsere Kinder geboren werden. Wo und wie unsere Enkelkinder geboren werden. Wo und wie unsere Nichten und Neffen geboren werden.

Aber genauso scheint es in Frankfurt zu sein. Wer die Familienplanung abgeschlossen hat, dem ist es egal, wie es denen danach geht. Wer keine (eigenen) Kinder will, dem ist es genauso egal, was rechts und links von ihm passiert. Außerdem ist das Problem hier auch noch nicht angekommen: Ich kennen keine, die keine Hebamme gefunden hat, sodenn sie eine wollte. Die Auswahl an Krankehäusern ist groß. Irgendwo findet sich immer ein Plätzchen zum entbinden. Sollen sich doch die paar Geburtshaus-Fanatiker aufregen.

Und so bot sich heute ein seeeehr trauriges Bild an der alten Oper – dem Startpunkt der Demo. Gefühlt eine Handvoll – es waren real gerade mal 100 (inkl. Kinder) – Eltern und Hebammen hatten sich eingefunden. Dank der engen Straßen, durch die wir mussten, weil auf der Hauptwache die Monsato-Gegner demonstrierten, zog sich der Zug ein wenig in die Länge und sah länger aus, als er wirklich war.

Klar sorgt es für Aufmerksamkeit über die Fressgass mit Lärm, Sprechchören und bunten Luftballons zu ziehen. Toll waren auch die uns begleitenden Polizisten, die sich Luftballons an ihre Motorräder hingen.

Und ein großer Dank auch an der Stelle an die engagierten Flyer-VerteilerInnen. Ich selbst konnte nicht, bildete ich doch die erste Reihe des Zugs mit Banner zwischen mit und einer Mitorganisatorin und dem Fahrradanhänger schiebenderweise in der anderen Hand. Dafür hatte ich aber den mini-monsieur dabei. Der anscheinend Demo-Blut geleckt hat: Mit großem Eifer verteilte er Luftballons mit der Aufschrift „Familien brauchen Hebammen“ rechts und links unseres Wegs an die Kinder und Flyer an die Eltern. Immer wieder musste der Demozug stoppen, weil er Nachschub aus dem Hänger holte.

Die Abschlusskundgebung an der Paulskirche wirkte etwas verloren. Wir hatten eine tolle Anlage, die uns kostenlos zur Verfügung gestellt worden ist. Und so konnten wir wohl bis zum Römer unser Botschaften rüberbringen. Und die Rede-Beiträge waren gut. Gab es doch diesmal eigentlich mehr Inhalte aufgrund all der Entwicklungen. Aber da ihnen keine Masse gegenüber stand, kam keine wirkliche Stimmung auf. Schade, schade, schade.

Ich stand am Demotisch und beobachte die Menge. Nach den geplanten Reden wurde das Mikro geöffnet und es meldete sich einer (oder zwei?) zu Wort, als ich auf einmal eine Kinderstimme „und zweitens“ sagen hörte.

Moment mal, damit fängt doch immer MEIN Kind seine großen Reden an.

Ich guckte auf den Brunnen vor dem Tore der Paulskirche, den wir als Bühne umfunktioniert hatten. Und da stand er, der mini-monsieur, mit dem Mikrophon in der Hand und „stotterte“ nochmal „und zweitens“, bis er dann seine Botschaft rüberbrachte: „Und zweitens… wenn man genug Geld gibt, dann gibt’s auch weiter Hebammen.“

Herr Gröhe, die Damen und Herren vom GKV und von den Versicherern: Wenn ein noch nicht Fünfjähriger das versteht, warum wollen Sie das nicht sehen und umsetzen?

Wie schmeckt das?

Als ich gerade dabei bin, die Erdbeerpflanzen, an denen schon ein paar dicke, aber noch grüne Erdbeeren hängen, von zu vielen Blättern zu befreien,  kommt der mini-monsieur und fragt, warum ich das mache.
„Na, ich mach ein paar Blätter weg, damit die Kraft nicht in die Blätter geht, sondern in die Erdbeeren.“ Ich führe ein bisschen aus, dass ja alles mit der Wurzel verbunden sei und wenn darüber die Nährstoffe und das Wasser aufgenommen und verteilt werden, dann wäre es ja blöd, wenn das alles in die Blätter ginge, weil es ja mehr Blätter als Früchte gibt. „Und wenn die Erdbeeren nicht genug Nährstoffe und Wasser bekommen, dann schmecken die nach nichts“, beende ich meine Ausführungen.
„Ja, dann schmecken die womöglich nach Blaubeeren“, antwortet der mini-monsieur. Ich überlege noch, was ich dazu sagen soll, da korrigiert er sich selbst: „Ach nee, die schmecken dann wie Grünbeeren.“

Gewachsen

Hach…

Gestern abend stürzt sich der mini-monsieur auf mich voller Freude. Er nimmt kurz etwas Abstand, um Anlauf zu nehmen – quasi. Und ich sehe ihn an, so einen knappen Meter vor mir, und denke: „Wann bist Du denn so groß geworden?!“ Da ist nix Kleinkindhaftes mehr. Da steht ein großes Kind vor mir.

Und wenig später im Park, als er da neben dem Papa zum Fußballfeld geht, da wirkt alles an ihm so „gereift“ – sein Gang, seine Körperhaltung, seine Art, sich dem Papa beim Reden zuzuwenden. Und ich sehe ihn vor mir – so wie er ist, mit Schulranzen. Ein Jahr hat er noch, aber es würde ihm jetzt schon stehen.

Nach der Kur

Die Sache mit der Kur nun endlich durchzuziehen, war eine der besten Entscheidungen des Jahresanfangs (ich halte mich mal bedeckt 😉 wer weiß, was für geniale Einfälle ich noch haben werde).

Große Erwartungen hatte ich nicht. So richtig konnte ich mir nämlich nicht vorstellen, was und wie in drei Wochen alles bewegt werden kann. Ich gebe zu, anfangs dachte ich auch, dass das eher Urlaub auf Kasse wird, denn etwas, das mich wirklich weiterbringt. Daher wollte ich auch eigentlich ans Meer. Da das aber terminlich nicht möglich war, nahm ich das, was mir angeboten und empfohlen wurde. Und das war auch gut so. Weiterlesen

Letzter Kurtag

*** Ab nach Hause ***

Heute war nicht mehr wirklich Kur. Keine Anwendung, keine Arztvisite. Nur noch ein letztes Frühstück und Abschiednehmen. Ich habe keinen wirklichen Hunger und der mini-monsieur auch nicht. Irgendwie fühle ich mich gehetzt, obwohl wir bis 10h10 Zeit haben – also mit allem. Weiterlesen