Liebes Tagebuch am Fünften (April)

Auch diesen Monat fragt Frau Brüllen: WMDEDGT?

Tja, das frage ich mich seit Wochen auch 😉 Wenn man den monsieur fragt, würde er wohl antworten, dass ich den ganzen Tag vorm Rechner und/ oder am Smartphone hänge. Er hat nicht ganz unrecht, aber ich tue es für eine gute Sache. Für die Hebammen – ich hoffe, ich nerve noch nicht mit dem Thema, aber es ist mir wirklich ein Herzensanliegen.

Aber nun zum heutigen Tag:

0h20 Ich möchte mir doch noch schnell den RTLNord-aktuell-Beitrag über die radelnden Kriegerinnen für die Hebammen angucken. Da die Grafikkarte vom Ersatzrechner (uraltes Teil, noch mit XP) spinnt, kann ich’s nicht am Rechner schauen, sondern kämpfe mit dem Browser des smarten Fernsehers. Der monsieur stößt dazu und wir reden zum x-ten Mal darüber, dass es total praktisch ist, dass der Fernseher auch Internet kann, aber wir brauchen eine Tastaturlösung (und Maus gleich dazu). Dieses Gewurschtel mit dem Cursor auf der Bildschirm-Tastatur kostet echt Zeit.

0h28 Mal wieder ärgere ich mich über die falsche Berichterstattung zu dem Thema. Und ich frage mich echt, wieso so konsequent ignoriert wird, dass es (mittlerweile) nicht mehr um die steigenden Berufshaftpflichtpläne geht, sondern darum, dass viele Hebammen ab Juli 2015 gar nicht mehr arbeiten dürfen, weil sie dann nämlich nicht mehr versichert sind.
Det monsieur und ich diskutieren noch ein bisschen zum deutschen Petitionsystem (Die ePetition für die Hebammen kann noch immer gezeichnet werden). So was gibt es wohl in Frankreich nicht. Ich muss daran denken, wie mir gestern am Infostand eine Französin sagte, dass sie froh gewesen ist, dass sie ihr Kind in Deutschland mit einer Hebamme bekommen hat. Noch was, was es in Frankreich nicht gibt.

1h30 Nach ein bisschen Fernsehen mache ich mich endlich bettfertig. Ich bin eigentlich schon seit Stunden k.o. von der Steherei am Infostand.

8h30 Der Wecker klingelt für den Musikkurs vom mini-monsieur. Das Kind liegt neben mir. Keine Ahnung, wann es dahin gekommen ist. Ich werfe einen Blick auf fb. So als Seitenadmin hat man ja nochmal eine andere Verantwortung.

8h40 Der mini-monsieur ist wach und wir kuscheln noch ein bisschen. Als er mir mit der Hand am Mund pult, will ich seinen Finger schnappen und beiße versehentlich fester zu, als gewollt. Kind ist nicht erfreut. Verständlich.
Wir dölmern weiter rum. Da versetzt er mir einen gut platzierten Stüber mit dem Ellenbogen. Der Winkel ist so gut, dass mir der Nacken wehtut und mir die Tränen in die Augen schießen. Ich schicke ihn zum Papa und versuche nochmal, die Augen zuzumachen. So richtig klappt das nicht. Denn die Stimmen der messieurs werden lauter, weil das Kind trödelt.

9h25 Die Diskussion der Männer endet laut. Das Kind kommt heulend zu mir – noch immer nicht angezogen. Ich versuche zu vermitteln. Ich will dem monsieur nicht in den Rücken fallen. Denn im Kern der Sache hat er recht. Weiß aber auch, dass es jetzt nichts nützt, wenn zwei Erwachsene auf das Kind einreden.

9h40 Die beiden Männer sind abfahrbereit. Zum Glück ist die Musikschule in wenigen Minuten mit dem Rad erreichbar.

10h45 Die messieurs kommen friedlich vereint mit frischen Kohlehydraten. Der Tisch ist gedeckt und wir gönnen uns ein ausgiebiges Frühstück. Dabei planen wir die Essensliste der nächsten Tage und daraus folgend die Einkaufsliste.

12h15 Der monsieur ist auf dem Balkon, um seinem Laster zu fröhnen. Da kommt der mini-monsieur mit einem breiten Grinsen vom Balkon. In seiner Hand die Zigaretten und das Feuerzeug.
Ich helfe ihm beim Verstecken. Kurz drauf kommt der monsieur und sucht seine Sachen.
Als er das Versteck entdeckt, eskaliert die Situation. Das Kind bricht in Tränen aus. Er will nicht, dass der Papa raucht. Schluchzend erklärt er ihm auf Französisch, dass der Papa krank werde und dann stürbe, wenn er weiter rauche. Ich beobachte die Szene mit Tränen in den Augen.
Als der Papa ihm nicht zusagen will, ganz aufzuhören, fließen noch mehr Tränen.

13h20 Beim Blick aus dem Fenster überkommt den mini-monsieur akuteste Langeweile. Es ist ganz schön össelig. Also bauen wir endlich mal wieder die Kugelbahn auf. Und wieder… nachdem sie einmal einstürzte 🙂

14h35 Der monsieur bricht auf, um für den Hund anderes Futter zu kaufen. Seit einiger Zeit bekommt sie eigentlich Spezialfutter vom Tierarzt. Aber in Frankreich hat sie wieder herkömmliches bekommen. Angeblich hat sie’s da vertragen. Aber wenn der Hund die ganze Zeit draußen ist, riecht man es natürlich nicht, wenn sie pupst ohne Ende.
Ich kümmere mich kurz um den Elternprotest für die Hebammen. Dann mache ich mich endlich fertig. Wir müssen noch einkaufen.

16h15 Der Mann ist zurück, die Wäsche aufgehängt, das Kind weitergebildet (2 Folgen „Es war einmal das Leben“) und der Hund darf auch gleich das neue Futter testen. Also können wir los zum Einkaufen. Weil wir unseren Parkplatz nicht aufgeben wollen, etwas Bewegung uns allen gut tut und es zudem gerade trocken ist, gehen wir mit dem schiebbaren Fahrradanhänger los. 3 Geschäfte warten auf uns…

18h30 Wieder zu Hause hat der mini-monsieur ganz plötzlich gaaaanz schlimme Langeweile. Trotz aufgebauter Murmelbahn und einem Zimmer voll Spielzeug fällt ihm nur die WII als Beschäftigung ein. o.O
Irgendwie überzeuge ich ihn, doch lieber zu basteln.
Das gibt mir die Ruhe, das Abendessen vorzubereiten. Das Kind hat sich Kartoffelpü und Spinat gewünscht.

19h20 Der monsieur guckt irritiert, dass ich eine Minute mit meiner Mama telefoniere. Aber länger brauche ich nun wirklich nicht, um kurz zu klären, wie sie immer die Lachssteaks macht. Die ich dann auch entsprechend zubereite.

20h20 Wir können endlich essen. Der mini-monsieur ist echt ordentlich. Vielleicht sollte es immer Pü und Spinat geben. Der Lachs ist ein Traum. Yummy…

20h55 Der monsieur verlässt fluchtartig Tisch und Wohnung, um zu einem Konzert zu fahren. Wenn schon mal eine kleine mittelbekannte Band aus seiner Heimatregion in Frankfurt gastiert, muss Mann ja dabei sein.

21h00 Eine liebe Freundin, die zeitweise etwas in der Versenkung verschwunden war, meldet sich. Wir schnacken über Fahrräder und über meinen NEUEN JOB (ich habe es hier ja noch gar nicht erwähnt, dass ich einen Vertrag vorliegen habe). Der mini-monsieur wird unkooperativ und lässt sich nur mit der Aussicht auf eine kleine Partie WII dazu überreden, sich endlich den Pyjama anzuziehen.

21h25 Das Kind und ich spielen wirklich (!) kurz an der Konsole. Dann putzt er sich bereitwillig die Zähne. Und geht auch ins Bett… Doch dann fängt das Gespuke an: Mama, ein Wolf ist auf dem Balkon. Mama, hier sind so komische Schatten. Mama, ich habe Durst. Mama, ich brauche ein Taschentuch. Mama, kannst du bei mir bleiben.

22h05 Endlich ist der mini-monsieur eingeschlafen. Nun muss ich mich noch kurz meinem Ehrenamt widmen: Bilder hochladen, Infos veröffentlichen und einen Presseverteiler erstellen. Ich sitze also am Rechner. Im Hintergrund läuft Fernsehen und ich probiere die Blonde Ragusa.

0h00 Der Tag ist zu Ende und ich bin auch müde. Ich kläre noch eine Sache, gebe Zuspruch und dann geht’s raus aus dem Internet.

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