Kurtag 7

*** Erstes Drittel geschafft ***

Als das Handy um 7h45 zum Wecken ansetzt, will ich noch liegen geblieben. Der gestrige Tag hing mir noch lange nach und einschlafen war nicht so einfach. Aber um 9h00 habe ich den ersten (und einzigen) Termin des Tages. Und vorher will ich noch klären, was mit dem Lungenfunktionstest-Termin für den mini-monsieur sei. Und wie die morgige Termin-Kollision aufgelöst könnte: Zwei Termine, auf die ich nicht verzichten möchte. Da mein heutiger Termin im Wasser stattfindet und auch der mini-monsieur später schwimmen geht, brauchen wir nicht duschen. Wir machen uns fertig, gehen bei der Terminplanung vorbei. Weil sich da eine weitere Terminkollision (Schwimmen vs. Lungenfunktionstest) für den mini-monsieur präsentiert, rutschen wir bei der Diagnostik noch schnell dazwischen und das Kind muss atmen und pusten. Um 8h25 sitzen wir beim Frühstück. So richtig Hunger habe ich noch nicht und ich fühle mich auch gehetzt: 35 Minuten, um zu essen, den mini-monsieur bei der Betreuung abzugeben, aufs Zimmer zu hüpfen für die Sporttasche den Bademantel (den Bikini habe ich schlauerweise schon drunter) und pünktlich um 9h00 im Wasser zu sein.

Aber irgendwie schaffen wir das. Das Aquatraining hat es in sich. Und ich stelle fest, dass mein Bikini völlig untauglich ist, um im Wasser zu hüpfen. Da muss ich wohl noch mal los und was anderes besorgen. Nach dem Training habe ich erstmal einen wirklich wirklich fiesen Krampf in der rechten Wade. Und Kreislauf habe ich auch. Am liebsten würde ich mich hinlegen, aber erstmal duschen. Und bei der Krankenkasse anrufen (wegen des Krankengelds). Und beim Kinderarzt anrufen (wegen des U9-Termins). Und bei der Spielscheune vorbei, um den mini-monsieur für die Wanderung zum Glasbläser anzumelden. Und dann ist es zu spät, um sich hinzulegen. Also schleiche ich umher und gucke, mit wem ich schnacken könnte. Auf der Terrasse finde ich dann auch eine Mama, mit dessen Sohn sich der mini-monsieur gut versteht. Und dann ist es auch schon fast wieder Zeit fürs Mittagessen. Hunger habe ich nicht wirklich. Aber ich vermute, dass das Kind nach dem Schwimmen Hunger hat. Ich warte noch einen Moment und dann hole ich ihn ab. Um 12h30 sind wir auf dem Zimmer und es ist Zeit für eine Pause. Ich komme aber irgendwie nicht zur Ruhe. Ich habe mich zu einer freiwilligen Aktion (Farbmeditation) verabredet. Danach komme ich nicht mehr dazu, eine Bikini-Alternative zu besorgen. Und morgen ist der Tag total dicht und Mittwoch bräuchte ich es schon. Also gehe ich nochmal los, sobald der mini-monsieur im Kindergarten ist.

Hier gibt es wenigstens noch kleine Fachgeschäfte und so komme ich binnen 20 Minuten zu einem neuen Bikini – ja, Beratung macht den Unterschied (leider auch im Geldbeutel). Ich habe noch etwas Zeit und beschließe zu gucken, ob ich nicht auch noch eine günstige und leichte Regenjacke finde. Ich wandere als mit doppelter Beute wieder zur Kurklinik, ziehe mich um und treffe mich mit meiner Verabredung. Wir stellen fest, dass wir beide (leider) die gleichen Dramen zu Hause durchmachen. Nur mit dem Unterschied, dass bei ihr schon professionelle Hilfe stattfindet bzw. stattgefunden hat. Aber da steht man dann vor der Frage: Wenn das nicht durchgezogen wird, hilft es dann wirklich? Oder erzeugt es bei der Partnerin (also uns) ein noch größeres Vakuum, weil man frau ja erfahren hat, dass sich etwas ändern könnte, aber man am langen Arm verhungert?

Die Farbmeditation ist so halb-mittel gut. Sie fängt vielversprechend an. Schon beim Orange (einmal den Regenbogen von Rot nach Blau durch) bin ich kurz weggebeamt. Doch dann, zwischen Gelb und Grün, fängt ein Mitmeditierer an zu schnarchen. Das kann ich ja gar nicht ab. Da bekomme ich Aggressionen. Mich wieder in die Entspannung zu holen, dauert und irgendwie schießen bei jeder folgenden Farben die Gedanken kreuz und quer. Und als es um Hellblau und Weite und Freiheit geht, schieben sich doch tatsächlich graue Wolken vor mein geistiges Auge. Ach, es ist doch zum Abgewöhnen.

Wieder zurück gehe ich nochmal eine Runde ums Haus, bevor ich das Kind abhole. Er ist schon ziemlich durch und weiß nicht, was er will. Wir können uns darauf einigen, mit Spielen runterzugehen. Ein paar andere Kinder und Mütter sind auch da. Wir spielen. Doch als er vierliert, geht nichts mehr. ALLES ist doof. Tränen fließen. Nach einer Weile vermeldet er Hunger. Es ist auch schon 17h15. Also bringen wir die Spiele zurück und gehen dann zum Essen.

Um 18h00 sind wir wieder im Zimmer. So fertig wie er ist (ich hoffe, er brütet nichts aus), darf er ein bisschen kika gucken. Ich telefoniere derweil mit meiner Mama. Später bitte ich den mini-monsieur, mit dem Papa zu telefonieren. Er will nicht wirklich und als der Papa anruft, sagt er das auch. Zu mir sagt er danach noch, dass er immer noch „böse“ sei, weil der Papa ihn vor zwei Tage nicht angerufen habe. Ich muss an „Wer nachtragend ist, hat viel zu schleppen“ denken. Der mini-monsieur hat ja viel von mir, aber DAS zum Glück nicht. Kann man das wegerziehen???

Kurz drauf um 20h15 sind wir beide eingeschlafen 🙂

Kurtag 5

*** heute keine Kur ***

Gestern habe ich vergessen, den Wecker zu stellen. Was an sich nicht schlimm ist, denn heute steht nichts an außer Freizeit: Geplant ist mit dem Sessellift auf den Silberberg zu fahren, dann einmal um den Gipfel rum auf die Mittelstation zu wandern und von dort aus mit der Sommerrodelbahn wieder zur Talstation. Problematisch wäre es fürs Frühstück geworden, denn um 8h45 wird abgeräumt. Weiterlesen

Kurtag 3

*** Es fängt gemächlich an ***

Nachdem ich gestern ja einen Termin verpasst habe, muss ich heute um 8h10 zum EKG antanzen. Und da danach der nächste Termin ansteht, soll der mini-monsieur auch direkt in die Betreuung. Das bedeutet, dass wir wieder nicht ausschlafen können. Weiterlesen