Liebes Tagebuch am Fünten (März)

Frau Brüllens Aktion jährt sich – zumindest fast. Letztes Jahr im März fing das Tagebuch-Bloggen an. Eine ganze Woche langalso sieben Tage durch.

Interessanter stecke ich nun wieder in einer ähnlichen Situation wie vor einem Jahr: gekündigt. Aber immerhin bin ich diesmal ordnungsgemäß freigestellt. Und irgendwie abgeklärter und ohne Rückenschmerzen. Zudem sind gestern die messieurs gen Frankreich aufgebrochen. Also bin ich allein. Das tut sehr gut, dass ich einfach mal vor mich hinkruschpeln kann – ohne unnötige Diskussionen, ohne dass mein Schlaf vom mini-monsieur gestört wird. Meine Liste für die nächsten Tage ist lang. Wichtig natürlich: Bewerbungen schreiben. Gerade warten zwölf Stellenausschreibungen im Browser auf Bearbeitung. Ein paar Punkte (Steuererklärung abschicken, Beschwerde an Odol-med3 wegen der neuen Milchzahn-Formulierung) habe ich schon gestern erledigt. Ansonsten steht SCHLAFEN und einiges für die Balkongestaltung auf dem Plan: Pflanzen vorziehen, Balkonmöbel ölen, Pflanzkästen grundreinigen, Pflanzen stutzen. Fenster müssen auch mal endlich geputzt werden und sonst werde ich Freizeitstress haben: Sport, Museumsbesuche, vielleicht Kino.

Aber nun zum heutigen Tag:

0h00 Ich bin wach und gucke die Spätnachrichten, als um

0h25 das Telefon klingelt: Der mini-monsieur verkündet, dass er soeben gekotzt habe. Er scheint aber gut drauf zu sein. Immerhin hat er es geschafft mich selbstständig anzurufen. Irgendwie ist der kleine Mann durch den Wind. Ihm gehen viele Dinge durch denk Kopf und hört nicht auf zu fragen. Es dauert eine Weile, bevor er auflegen möchte.

0h55 Ich hoffe, dass der mini-monsieur nun schnell einschläft. Ich fange diesen Blog-Eintrag an und werde dann auch bald Richtung Bett. Denn morgen früh will ich zum Sport. Der nächste Yoga-Versuch.

1h35 Ich stolpere über einen Korb Wäsche, die unbedingt noch aufgehängt werden sollte. Als das erledigt ist, bin ich immer noch nicht müde (habe ja auch gestern, nachdem die messieurs losgefahren waren, mich noch mal hingelegt und von 10h30 bis 14h30 die Augen zugemacht). Also mache ich ein Liste mit Museen, die ich gerne besuchen würde. Dabei bekomme ich auch eine Idee, wie ich das März-Thema des Shootingqueens-Projekts angehen könnte. Das ist ein Programm (also die Museen) für mehr als zwei Wochen. Aber ich hab ja Zeit (abgesehen von Gerichts-, Zahnarzt-, Arbeitsamt- und Gynterminen).

2h55 Doch so spät… jetzt aber schnell ins Bett.

4h15 Ich werde wach, weil ich ein dringendes Bedürfnis habe. Das zum Thema „endlich mal durchschlafen“. Das nächste Mal werde ich um

7h20 wach. Ich muss das mit dem Durchschlafen noch üben. Aber es ist halt etwas total ungewohnt ganz allein in dieser Wohnung zu sein. Ich drehe mich noch mal um. Den Wecker um

8h45 überhöre ich im Halbschlaf und werde dann erst um

10h45 wach. Sicherlich könnte ich mich noch mal umdrehen, aber dann kann ich den Tag komplett vergessen. Die geplanten Yoga-Kurse kann ich auf jeden Fall schon mal vergessen 😦 Also schnell raus aus den Federn.

10h55 Der mini-monsieur ruft an, um guten Morgen zu sagen. Viel mehr sagt er auch nicht. Er scheint fit zu sein und entschwindet schnell wieder. Gegönnt sei es ihm.

11h05 Ich mache mir meinen Tee und scanne den Kursplan nach einer späteren Alternative zum Yoga. Irgendwas wird sich finden.

12h15 Nach meiner Blog-Runde und einem Versuch meinen Anwalt zu erreichen, räume ich nun mal etwas auf. Zumindest die Küche und den angrenzenden Wohn-Ess-Bereich.

13h00 Endlich gönne ich mir mal was zu essen. Meine Krankenkasse schreibt mir, dass sie den Kurantrag bekommen hat und derweil prüft. Immerhin gibt es so ein Feedback. Ich erstelle eine Liste für den Baumarkt und sichte das noch vorhandene Saatgut.

13h25 Ich mache mich final fertig, um mit Fahrrad und Anhänger gen Baumarkt zu düsen. Unser Riesenbalkon muss schöner werden! Jawoll! Außerdem brauche ich so ein Fensterputzdings.

14h55 Wieder zu Hause hängt über mir – also über der Stadt – ein große graue Wolke. Dit is nich in meinem Sinne. Ich wollte doch die Balkonmöbel ölen, damit sie wieder frisch aussehen. Außerdem wollte ich die Blumenkästen von Herbst-Winter-Altlasten befreien. Naja, abwarten und Quiche essen.

15h10 Es scheint blau und ohne Regen zu bleiben, also ran an den Wildwuchs auf dem Balkon. Bis

17h00 bin ich damit beschäftigt, die Bäume auf dem Balkon zu stutzen. Eine ganze 120L-Biomülltonne mache ich voll mit Abschnitt. Aber es lohnt sich. Es ist lichter und deutlich aufgeräumter.

17h05 Ich will gerade unseren Balkonkästen-Bestand ausmesssen, da passiert es: Der Boden unter mir tut sich auf

IMG_20140305_172255Es ist ja nicht so, als gäbe es nicht die Ankündigung vom Vermieter, dass der Balkon neugemacht werden soll muss. Und letztens hat der Hausmeister den die Bohlen abgekärchert und daraufhin dem Vermieter übermittelt, dass der Balkon ganz wirklich dringend gemacht werden muss. Nun ja, es tut sich also der Boden unter meinem linken Bein auf und ich bin ohne, dass ich reagieren kann, um knapp 90 cm tiefergelegt. Das gesplitterte Holz ist nicht sonderlich angenehm und ich stecke halb fluchend, halb weinend fest. Irgendwie befreie ich mich und humpel in die Wohnung, um meine Wunden zu begutachten. Hose ist heile, ansonsten fiese Schürfwunden am Bein. Das wird sicherlich angenehm die nächsten Tage. Damit hat sich die Sportgeschichte für heute auch erledigt. Immerhin hatte ich ein kleines Workout auf dem Balkon.

17h45 Mein Anwalt meldet sich. Die Gegenseite beisst sich in den Hintern. Soll sie ruhig. Doofheit gehört nun mal bestraft. Wir entscheiden zusammen, dass Angebot anzunehmen und nicht das Gericht zu belästigen. Jetzt brauche ich nur noch einen neuen Job 🙂

18h20 Mich hüngert’s. Hier stehen noch Drillinge rum. Kartoffeln gehen immer. Macht man mit Drillingen eigentlich was Besonderes? Keine Ahnung und keine Lust, das Internet zu befragen. Also einfach kochen. Außerdem habe ich noch Eier von der Schwägerin, also von der Schwägerin ihren Hühnern. Bisschen Butter und Heringssalat dazu. Das könnte was werden.

19h00 Essen auf dem Teller. Das Knie schmerzt. Die Innenseite der Kniebeuge hat am meisten abbekommen. Schöne Schramme und bestimmt ein fetter blauer Fleck morgen.

19h20 Die italienische Freundin ruft an. Man fragt sich ein wenig, was zur Zeit mit den Arbeitgebern los ist. Kündigen und die Antwort darauf können sie nicht ab. Dass man kündigt, können sie auch nicht ab. Gerne würde ich rufen: Leute locker machen. Die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer basiert auf einem Vertrag, der auf rechtlichen Grundlagen beruht. (Heiraten übrigens auch, nur dass da zwei vermeintlich gleichberechtigte sich liebende Parteien einen Vertrag schließen.)

20h00 Wurde gerade der Frankfurter Demo-Orga-Gruppe auf fb zugefügt, damit ich bei der Demo am Samstag in Frankfurt helfen kann. Mal wieder eine Demo. Meine letzte Demo war 1998 als Studentin gegen die Einführung von Studiengebühren. Jetzt also mal wieder, für eine sehr wichtige Sache: Für den Erhalt der Hebammen.
Am Samstag finden auch noch Demos/ Mahnwachen in Ravensburg, München, Köln, Hamburg, Bremen, Karlsruhe, Stuttgart, Nürnberg, Hannover, Jena, Leipzig, Vreden statt.
Alle, die wissen, wie wichtig die Hebammen-Arbeit vor, während und nach der Geburt ist, sollten da hingehen, damit es auch weiterhin noch Hebammen gibt. DENN es geht nicht um Hausgeburten. Es geht darum, dass Frauen/ Mütter/ Familien weiterhin vor, während und nach der Geburt gut betreut werden können (und nicht vom Arzt). Also sollten auch alle hingehen, die noch (mal) ein Kind bekommen wollen.

21h00 Mutti ruft an, um zu fragen, wie es mir in als Strohwitwe geht. Wir schnacken über dies und das, bis ich sie um

22h30 mit der Ermahnung, mehr auf sich zu achten, ins Bett schicke. Dann versuche ich die messieurs anzurufen. Der mini-monsieur ist schon wieder im Urlaubsmodus. Er ist noch wach und auch noch weit entfernt vom Bett.

23h30 Nach einer blog-Runde wundere ich mich, dass die messieurs immer noch nicht anrufen, um bonne nuit zu sagen. Trotz Urlaubsmodus…

23h35 Da mein Zeugnis aus der Hamburger Agentur immer noch aussteht und sich die Personalerin seit drei Wochen tot stellt und auf mehrfache e-Mails nicht mehr reagiert, schreibe ich schnell einen Brief, der morgen per Einschreiben rausgehen wird. Als hätte ich nichts anderes zu tun, als den Dingen hinterherzurennen. Für das Frankfurter Zeugnis schwant mir ja ähnliches.

23h55 Der Tag endet, wie er angefangen hat: mit einem Gespräch mit dem mini-monsieur zum Gute-Nacht-Sagen.

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