Liebes Tagebuch am Fünften (Februar)

Auch heute fragt Frau Brüllen wieder nach dem Fünften.

0h00 Ich liege noch auf dem Sofa und schaue fern. Mir hängt der Tag nach, der Termin mit dem Anwalt, der umgehend tätig wurde. Ich bin gespannt auf die Reaktionen.
Dazu lausche ich dem Gehuste vom mini-monsieur. Da die Erkältung abgeklungen ist, gehe ich davon aus, dass sich die BHR wieder bemerkbar macht. Noch ein Grund mehr, die Sache mit der Mutter-Kind-Kur zu forcieren.

1h30 Ich bin eingeschlafen. Mal wieder später als geplant. Aber immerhin kann ich wieder problemlos ein- und durchschlafen, sodass ich auch gar nicht merke, wann der mini-monsieur kommt.

7h40 Da ich heute später ins Büro gehe, weil ich vorher noch ein Telefonat wegen eines Jobs führen möchte, klingelt auch der Wecker später. Ich bin aber total erschlagen und komme nicht hoch. Ich vermute, dass der Körper gerade die schlaflosen Nächte der letzten Wochen irgendwie wett gemacht haben will. Der mini-monsieur verabschiedet sich zum Spielen in seinem Zimmer.

8h40 Ich finde das Kind nicht in seinem Zimmer, sondern vor dem Fernseher. So geht das nicht. Der monsieur gesellt sich zu uns, um das Kind anzuziehen. Ich mache mich fertig.

9h05 Wir gehen los Richtung Kindergarten. Diverse Kinder kommen gleichzeitig an. Das Gewusel nutzt der mini-monsieur, um erstmal anzugeben. Ich kann das partout nicht leiden. Und ich weiß nicht, woher er das hat. Die Erzieherin meinte gestern im Gespräch, dass Einzelkinder so seien, dass sie sich immer etwas mehr messen wollen als die anderen. Na prima. Hoffentlich kann er das irgendwann mal positiv verwenden 🙂

9h15 Ich bin wieder zu Hause, mache mir Tee und Brot. Suche mir meine Unterlagen für das Gespräch zusammen, bereite mich mental darauf vor, indem ich hier schreibe.

9h35 Ich rufe bei der Personalvermittlung an. Eine nette Frau am anderen Ende. Mein Lebenslauf passe perfekt auf die gesuchte Stelle. Na dann. Nicht ganz so passend ist wohl mein Gehaltswunsch. Ich bin mal gespannt. Lustigerweise hat mich auf die Stelle auch schon eine Freundin aufmerksam gemacht und einen direkten Kontakt vermittelt. Warum auch immer hatte ich die Eingebung, erstmal das heutige Telefonat abzuwarten, ob es sich nicht eventuell um die gleiche Agentur handele.

10h05 Ich mache mich fertig, um mich doch noch ein bisschen im Büro blicken zu lassen. Meine Motivation geht gen Null. Naja, da muss ich durch.

10h25 Ankunft im Büro. Ich fürchte, dass es wieder ein gaaanz langweiliger Tag wird. Zudem ist wohl der e-Mail-Server gestört. Nicht, dass ich was erwarten würde…

11h05 Nachdem ich eine halbe Stunde nichts getan habe 🙂 kümmere ich mich noch um den verbleibenden Rest (auch nichts Weltbewegendes). Habe das Gefühl, dass ich von den Hierachien über mir ignoriert werde. Wäre auch sehr verwunderlich, wenn die Sache mit dem Anwalt noch nicht durchgedrungen ist. Aber wer weiß.

11h25 Ich habe gerade dem direkten Kontakt eine e-Mail geschrieben, da meldet sich die Personalvemittlung wieder. Das Hamburger Zeugnis fehlt – ja und zwar seit fast einem Jahr… Das ist so ärgerlich. Naja, ich soll mein Profil noch ergänzen. Während ich das mache, meldet sich die Agentur direkt wieder. Das hat was von Tennis – oder zumindest Ping-Pong.

12h10 Die meisten Kollegen sind zu Tisch. Ich werde auch gleich rausgehen. Zusammen mit meiner Noch-Vorgesetzten mag ich aber nicht meine Mittagspause verbringen. Daher werde ich mir wohl nur was auf die Hand holen und frische Luft schnappen gehen.

12h20 Nach der Begegnung des Tages auf der Toilette – „ups“ ist auch eine Begrüßung – habe ich keinen Bock rauszugehen. Zumindest nicht jetzt. Vielleicht später, wenn alle  anderen wieder da sind. Dann habe ich meine Ruhe. Ich weiß, dass die Kollegen (bis auf zwei) keine wirklichen Probleme mit mir haben, aber trotzdem haben gewisse Situationen und Begegnungen etwas von Spießrutenlauf. Vielleicht sollte ich mich doch krank schreiben lassen.
Ich surfe also ein bisschen rum. Unter anderem suche ich eine Girolle. Also eigentlich sucht der monsieur eine 🙂 Nicht ganz freiwillig, denn er hat die meiner Eltern zerstört, als er ebendiese (also die Girolle nicht meine Eltern) in die Spülmaschine steckte. Nicht ganz günstig der Spaß, aber nun denn.

13h10 Ich habe Kopfschmerzen. Eigentlich ein Grund, nach Hause zu gehen. Zumal sie sicherlich auch eine psychosomatische Komponente haben – neben akutem Unterzucker  und mangelnder Flüssigkeitszufuhr.

16h05 Bis jetzt habe ich nichts Produktives gemacht. Ich glaube auch nicht, dass ich das noch tun werde. Von den Hierarchien über mir werde ich definitiv ignoriert. Ich vermute mal stark, dass der anwaltliche Brief den Freistellungsprozess beschleunigen wird.
Meine Kopfschmerzen werden auch nicht besser. Vielleicht nutze ich auch gleich einfach nur mal eine günstige Lücke zum Gehen.

17h35 Ich glaube, ich muss mich doch krank schreiben lassen. So geht das nicht, dass ich hier den ganzen Tag sitze und nichts tue(n kann). Meine Kopfschmerzen werden auch nicht besser. Wenigstens regnet es nicht mehr wenn ich gleich nach Hause fahre. Das hätte mir noch gefehlt.

17h50 Ich fahre. Mit jedem Meter, den ich mich von der Agentur entferne, werden die Kopfschmerzen besser. Dafür steigt mein Jieper auf was Klebriges. Unterwegs mache ich beim Supermarkt halt und decke mich mit Süßkram ein. Das Nicht-Mittagessen führt zu ernährungstechnischen Fehlleitungen. Aber egal, ich brauche Z U C K E R.
Als ich zu Hause ankomme, habe ich erstmal die Wohnung für mich. Die messieurs sind beim Schwimmen. Ich kanalsisiere erstmal mein Gelüste und esse etwas Herzhaftes. Danach ist auch der Süßhunger nicht mehr so groß.

18h55 Der monsieur kündigt die Rückkehr an, sodass ich mich ans Kochen mache. Heute: Nudeln mit Tomaten-Thunfisch-Soße. Geht schnell, schmeckt gut und macht satt.

19h15 Die messieurs sind da und das Essen fast fertig. Tischdecken. Kurz vor „à table“ entdecke ich noch eine e-Mail von meinem Anwalt. Die Gegenseite hat sich gerührt und sei zu Gesprächen bereit. Morgen werde ich dazu mit ihm telefonieren.

20h05 Fertig mit Essen. Der mini-monsieur ist vom Schwimmen ausreichend ausgepowert und wird nun bettfertig gemacht. Vor dem Zähneputzen will er noch eine Runde spielen. Wir amüsieren uns mit ein paar Pinguinen und einem wackeligen Eisberg.

20h40 Das Kind ist im Bett. Ich nutze die günstige Stunde und rufe meine Mutter an. Währenddessen versucht es eine Freundin, die ich dann um

21h50 zurückrufe. So was wie Nachbarschaftshilfe zugesagt: Am Samstag wird ein Abenteuer-Hochbett mit vereinten Kräften abgebaut.

22h05 Ich mache für den monsieur und mich jeweils einen Tee.

22h10 Ich will gerade anfangen den Tag zu Ende zu tippen, da ruft noch die italienische Freundin an. Wir haben schon den ganzen Abend umeinander rumtelefoniert. Wir diskutieren ein wenig über die Arbeit, bis sich ihr Freund aus dem Off einschaltet und etwas von einem Paket murmelt, das bei uns sein solle. Zwar an mich geschickt, aber dennoch für den monsieur. Gestern schon. Aber hier ist kein Paket und auch keine Abholkarte. Er recherchiert, während wir telefonieren. Zwischenzeitlich drückt er sich so italienisch verwirrt kryptisch aus, dass alle verwirrt sind.
Ende vom Lied: Das Paket wurde an einen nahegelegenen Kiosk ausgeliefert und uns wurde definitv KEINE Abholkarte in den Briefkasten gesteckt.

22h35 Die Nachricht mit dem Sendungsstatus und -nummer gibt noch mehr Aufschluss. Ich recherchiere und sehe, dass der Abholort noch auf ist. Also schnell in Mantel und Stiefel und ab aufs Rad – wieder so ein Moment, an dem ich die kurzen Wege Frankfurts liebe.

22h55 Ich lege dem irritierten monsieur das Paket (mit meinem Namen) auf die Brust. Er ziert sich etwas, freut sich dann aber sehr – über das Geschenk zum einen, aber – wie ich glaube – zum anderen, weil die zwei an ihn gedacht haben.
Ich erinnere mich an unsere Tees und setzte mich endlich an den Rechner, um diesen Tag zu finalisieren.

23h20 Nun ist der Fünfte bald vorbei. Ich werde noch eine kleine Blogrunde drehen und dann schlafen. Morgen muss ich zum Arbeitsamt…

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