Hätte, wäre, könnte

Ja, im Nachhinein ist man immer schlauer. Zumindest wäre das zu hoffen. Auch ich bin ja lernfähig. Die letzten zwei Jahre haben mich viel gelehrt. Puhhh, so langsam reicht es, sollte man meinen, aber scheinbar stehen noch ein paar Lektionen aus.

Wäre ich vor zweieinhalb Jahren nicht so unzufrieden (gefühltes Auf-der-Stelle-treten und neue Vorgesetzte) im Job gewesen, hätte ich sicherlich nicht gekündigt. Denn eigentlich habe ich mich sehr wohl gefühlt, da wo ich war. Und ich merke immer mehr, wie sehr ich das, was ich da hatte, vermisse. Die beiden nachfolgenden Anstellungen konnten nicht im geringsten daran heranreichen. Wobei es in Hamburg – so rein vom Kollegialen her – schon ähnliche Qualitäten hatte. Und hätte es in Hamburg vor einem Jahr nicht eine so unglückliche Aneinanderreihung von Ereignissen gegeben bzw. wären andere Ereignisse früher eingetroffen, dann wären wir wohl noch in Hamburg. Und hätte ich gewusst, wie das mit der Arbeitslosigkeit sein wird – vor allem, wieviel ALG ich tatsächlich bekomme – dann hätte ich mich nicht so unter Druck gesetzt, ganz schnell einen neuen Job zu finden. Dann hätte ich mich erstmal um mich gekümmert und hätte den Mutter-Kind-Kurantrag auch weggeschickt. Möglicherweise hätte ich dann meinen jetztigen Noch-Job gar nicht erst angenommen, dann wäre ich nicht drei Monate gependelt und hätte mir auch nicht meine restliche Gesundheit durch den durchgehenden Schlafmangel komplett ruiniert. Dann wäre ich auch nicht latent dauerkrank bzw. unauskuriert durchs letzte halbe Jahr gewandelt und wäre nicht schon den ganzen Januar über krank und hätte sicherlich auch keine Schlafstörungen.

Könnte ich die Zeit zurückdrehen, hätte ich letztes Jahr im April eine „andere“ Abzweigung auf meinem Weg genommen, dann wären wir womöglich jetzt nicht wieder in Frankfurt (was sehr schade wäre), aber mir würde es wohl physisch und psychisch deutlich besser gehen.

Nun denn, das Schicksal hat wohl ein Einsehen mit mir und ich habe die Chance noch einmal zu entscheiden, zu zeigen, dass ich wirklich lernfähig bin und die Erfahrungen des letzten Jahres auch verinnerlicht habe. Nur, dass wir diesemal in Frankfurt sind.

Ein Gedanke zu „Hätte, wäre, könnte

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