Schlimmer geht immer

Ich dachte ja vor elf Monaten, als mir meine damalige Chefin meine Kündigung überreichte und bei all dem, was darauf folgte, dass dieses Verhalten nicht zu toppen ist – also nach unten. Kündigung aus heiterem Himmel bei vollen Auftragsbüchern. Aber immerhin wurde mir meine Kündigung persönlich überreicht.

Dass das auch anders – deutlich feiger – geht, weiß ich seit einer Woche.

Letzten Mittwoch traf mich der Postbote nicht an und hinterließ eine gelbe Karte – wie sie auch der gelbe Paketdienst verwendet. Und da wir ein Paket erwarteten, dachte ich, es sei das. Als ich am nächsten Tag dem monsieur die Vollmacht ausstellen wollte, drehte ich die Karte erstmals um und sah, dass ein Einschreiben mit Rückschein auf Abholung wartete. Wenn man nichts dergleichen erwartet, ist das immer ein schlechtes Zeichen.

Und während der monsieur bei der Post war, ließ ich die letzten Wochen Revue passieren. Okay, ich war jetzt schon in der vierten AU-Woche, aber was soll ich machen. Ausgesucht habe ich mir das nicht. Ich konnte aufgrund der AU nicht an einem wichtigen Termin teilnehmen, der aber, wie ich meinen Job-mails, in die ich ja gelegentlich – obwohl ich dazu nicht verpflichtet bin – reinguckte, entnahm trotzdem gut gelaufen war. Der CEO dankte für die gute Vorarbeit. Dann waren da noch ein paar erboste mails von meiner Vorgesetzten, weil ich auf mails nicht sofort reagiert hatte, die sie mir an meinen privaten Account geschrieben hatte. Aber ehrlich: Mir ging es auch wirklich nicht gut. Außerdem hat meine Vorgesetzte Zugriff auf mein Dienst-Postfach für eben genau diesen Fall. Und lief nun wirkich nichts aus dem Ruder. Und dann war da ja noch die Ansage vom CEO bei der Weihnachtsfeier, dass es trotz der nicht ganz so rosigen Zahlen in 2013 keine betriebsbedingten Kündigungen gäbe.

Ich versuchte mich also zu beruhigen.

Doch dann kam der monsieur wieder und ich brauchte den Umschlag gar nicht aufmachen, um sicher zu sein, was es ist. Natürlich machte ich ihn auf:

Kündigung – frist- und formgerecht ohne Angabe von Gründen. Nur ein handschriftlicher Beileger von meiner Vorgesetzten, dass man mir die Umstände in einem persönlichen Gespräch erläutern möchte.

Umgehend versuchte ich sie telefonisch zu erreichen. Keine Antwort.
Ich schrieb ihr eine SMS aufs Diensthandy. Keine Antwort.

Am nächsten Tag dann eine e-Mail: Sie wolle das nicht mit mir ohne ihre direkte Vorgesetzte besprechen. Keine weiteren Informationen. Na Danke auch.

Sonntag ist mir dann die Hutschnur geplatzt: Ich schrieb eine Mail an beide. Sicherlich nicht sehr diplomatisch, aber das muss ich jetzt auch nicht mehr sein. Wenigstens bekam ich daraufhin am nächsten Tag eine Antwort: betriebsbedingte Gründe. Genaueres wolle man mir aber in einem persönlichen Gespräch benennen.

Das fand dann endlich vorgestern statt. Gleich morgens. Allerdings nur mit der Vorgesetzten meiner Vorgesetzten.

Als ich ins Büro kam, wurde ich von den Kollegen angestarrt wie ein Nacktmull mit zwei Köpfen. „Hallo“ ging schwer von den Lippen. Ein „Wie geht es Dir?“ nach vier Wochen Krankheit bekam fast keiner mehr rausgepresst. Kurz drauf erfuhr ich auch warum: Die Kollegen waren alle schon informiert worden. Ohne das mit mir abzusprechen oder mich wenigistens darüber zu informieren.

Das Gespräch selbst verlief, wie so ein Gespräch nun mal verläuft, nur, dass ich mich etwas gefreut habe: über die Gesichter und über die Munition für den Anwalt.

Später kamen auch noch zwei Kolleginnen auf mich zu und haben mir ein bisschen erzählt, wie es den Kollegen mit der Nachricht geht. Naja, es ändert nichts für mich, aber es bestätigte meinen Ärger darüber, dass sie vorinformiert wurden. Hätte ich es sagen dürfen, hätte das vieles entschärft.

Mit Spannung erwartete ich den nächsten Tag: das Gespräch mit meiner direkten Vorgesetzten. Eigentlich wollte sie mit mir nur über die noch offenen Projekte reden. Dass ich die Kündigung ansprach, war ihr gar nicht recht. Sie tat so, als hätte sie von nichts gewusst, was natürlich nicht stimmte. Dass es ihr leid täte, brachte sie auch nicht zum Ausdruck – wenigstens da war sie mal ehrlich. Interessant war ihre Reaktion auf meine Kritik an ihrer Informationspolitik: Das sei immer noch ein Gespräch zwischen Teamleitung und Berater. Und ich habe ihr nicht zu sagen, wie sie sich zu verhalten habe. Na, damit wären die Fronten ja klar.

Erste Male

So ein Leben ist ja voll mit ersten Malen: erste Worte – erste Schritte – erster Tag im Kindergarten – erste Freunde – erster Tag in der Schule – erste(r) Freund(in) – erster Kuss – DAS erste Mal – erster Job – erster Jobwechsel – erste Kündigung…

… und das erste Mal ein Gespäch mit dem Noch-Arbeitgeber aufnehmen.

Das Gesicht meiner Gesprächspartner war es auf jeden Fall wert und ich hoffe auch noch mehr 🙂

Zeig uns Deine Stadt – Januar (Teil 2)

Wie schon angekündigt, wollte ich ja noch ein aktuelles Bild der Skyline liefern. Mit Türmen, die es zum Beispiel 2007 noch gar nicht gab. Die Skyline hat schon was Organisches: Hier geht was unter, dort sprießt etwas in die Höhe. Spannend ist auch, mit welcher Schnelligkeit die hohen Häuser teilweise hochgezogen werden.

Das beste Wetter war es heute nicht, aber der Januar ist bald zu Ende und morgen muss ich wieder ins Büro. Also habe ich ausgenutzt, dass heute keine geschlossene graue Wolkendecke über Frankfurt hing, und mich der Skyline von Ost nach West entlang des Mains genähert. Offen gestanden hätte ich ja knipsen können, bis die Speicherkarte geglüht hätte. Und ich bin schon sehr gespannt auf die nächsten Themen, die uns die Shootingqueens vorgeben werden (ich hoffe auch auf sowas wie „Heimat kulinarisch“).

Aber nun lasse ich Bilder sprechen:

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Von der neuen Osthafen-Brücke mit EZB (im Bau) in Vordergrund

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Der Klassiker von der Deutschherren-Brücke: vom Main-Plaza (ganz links) bis zum Ginnheimer Spargel (ganz rechts)


Ganz neu (und noch nicht fertig): Taunus-Turm


Relativ neu: Frankfurt hoch Vier

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Baustellen, Baustellen, Baustellen


Nicht ganz, aber links: einer meiner Lieblinge – das Gerippte aka Westhafen-Tower

Ob es noch Teil 3 gibt, weiß ich noch nicht, da das, was ich dafür fotografieren wollte, heute nicht fotografiert werden konnte 😦 Ich könnte auf alte Bilder zurückgreifen, weiß aber nicht, ob das erlaubt ist 😉

189

Da das Wetter heute nicht soo schlecht war und der Januar ja bald wieder zu Ende, war ich heute los mit Rad und Kamera, um noch mal ein aktuelles Skyline-Bild für das Januar-Thema der Aktion „Zeig uns Deine Stadt„.

Ich habe meine 189 Fotos von heute schon mal kurz durchgesehen. Und bin mal wieder ein bisschen mehr verliebt in meine Stadt 😉

Problematisch: Ich habe zwar keine Punkte mehr auf der Bildern, aber dafür nun einen Wurm 😦 Ich glaube, mein Schätzchen muss doch zur Sensorrenigung.

Weg damit!

Ein kleiner Nachtrag zu meiner Überlegung mit Erziehungsstilen:

Das Leben mit Kindern funktioniert nicht so: Kind(er) kriegen, Ratgeber wie eine Bedienungsanleitung fürs Kind lesen und dann soll das Kind entsprechend funktionieren. Daher einfach mal alle Erziehungsratgeber und -Gurus meiden! Die sagen sicherlich nichts Falsches, aber man muss es lesen und interpretieren können. Erziehung kann man nicht lernen. Erziehung ist Leben – Vorleben!

Jeder sollte sich  – am besten vorher – klar sein, welche Werte er seinem Kind mitgeben will und dazu stehen. Dann ist es auch egal, was irgendwelche Experten sagen. Das Schlimmste für Kinder sind nicht-authentische Eltern.

Hätte, wäre, könnte

Ja, im Nachhinein ist man immer schlauer. Zumindest wäre das zu hoffen. Auch ich bin ja lernfähig. Die letzten zwei Jahre haben mich viel gelehrt. Puhhh, so langsam reicht es, sollte man meinen, aber scheinbar stehen noch ein paar Lektionen aus.

Wäre ich vor zweieinhalb Jahren nicht so unzufrieden (gefühltes Auf-der-Stelle-treten und neue Vorgesetzte) im Job gewesen, hätte ich sicherlich nicht gekündigt. Denn eigentlich habe ich mich sehr wohl gefühlt, da wo ich war. Und ich merke immer mehr, wie sehr ich das, was ich da hatte, vermisse. Die beiden nachfolgenden Anstellungen konnten nicht im geringsten daran heranreichen. Wobei es in Hamburg – so rein vom Kollegialen her – schon ähnliche Qualitäten hatte. Und hätte es in Hamburg vor einem Jahr nicht eine so unglückliche Aneinanderreihung von Ereignissen gegeben bzw. wären andere Ereignisse früher eingetroffen, dann wären wir wohl noch in Hamburg. Und hätte ich gewusst, wie das mit der Arbeitslosigkeit sein wird – vor allem, wieviel ALG ich tatsächlich bekomme – dann hätte ich mich nicht so unter Druck gesetzt, ganz schnell einen neuen Job zu finden. Dann hätte ich mich erstmal um mich gekümmert und hätte den Mutter-Kind-Kurantrag auch weggeschickt. Möglicherweise hätte ich dann meinen jetztigen Noch-Job gar nicht erst angenommen, dann wäre ich nicht drei Monate gependelt und hätte mir auch nicht meine restliche Gesundheit durch den durchgehenden Schlafmangel komplett ruiniert. Dann wäre ich auch nicht latent dauerkrank bzw. unauskuriert durchs letzte halbe Jahr gewandelt und wäre nicht schon den ganzen Januar über krank und hätte sicherlich auch keine Schlafstörungen.

Könnte ich die Zeit zurückdrehen, hätte ich letztes Jahr im April eine „andere“ Abzweigung auf meinem Weg genommen, dann wären wir womöglich jetzt nicht wieder in Frankfurt (was sehr schade wäre), aber mir würde es wohl physisch und psychisch deutlich besser gehen.

Nun denn, das Schicksal hat wohl ein Einsehen mit mir und ich habe die Chance noch einmal zu entscheiden, zu zeigen, dass ich wirklich lernfähig bin und die Erfahrungen des letzten Jahres auch verinnerlicht habe. Nur, dass wir diesemal in Frankfurt sind.