Liebes Tagebuch am Fünften (Dezember)

Und schon wieder ist ein Monat um… und irgendwie auch das Jahr. Zum letzten Mal in diesem Jahr fragt Frau Brüllen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Diese Woche bin ich temporär alleinerziehend, da der monsieur nach Frankreich musste.

0h00 Ich sitze über wissenschaftlichen Studien, weil demnächst eine sogenannte Pitch-Präsentation ansteht. Also muss viel Hintergrund recherchiert werden, um das Produkt richtig einzuordnen. Spannendes Thema.

0h45 Der mini-monsieur wird wach, weil er dringend muss. Auf dem Rückweg beschwert er sich, dass ich noch nicht im Bett sei und ist nur sehr unwillig ins eigene Bett zurück zu bringen. Er wolle doch mit mir kuscheln und dafür müsste ich ja nun auch endlich schlafen. Ich bringe meine Gedanken zu Ende und mache dann auch endlich Schluss.

1h15 Ich bin im Bett. Ich muss noch ein paar andere Dinge lesen, damit ich in den Schlaf finden kann.

Irgendwann mitten in der Nacht ist der mini-monsieur wohl doch noch zu mir gekrochen, denn als um

7h20 der Wecker klingelt, schnarcht er neben mir. Ich bin erstaunlich fit und schaffe es auch, das Kind gut wach zu bekommen. Anziehen klappt ohne größere Dramen, sodass wir wirklich um

8h28 das Haus verlassen können. Der Kindergarten ist ja auf dem Nachbargrundstück. Praktisch, keine langen Wege. Tschüss, Kuss und weg bin ich.

8h35 Ich bin am Fuße unseres „Bergs“ angekommen, da fällt mir ein, dass ich den Batch/ Transponder/ elektronischen Schlüssel fürs Büro vergessen habe. Also noch mal den Hügel rauf. Als ich am Kindergarten vorbeifahre, ernte ich komische Blicke von anderen Eltern, die gerade wieder raus kommen, mich aber 5 Minuten vorher begrüßt habe, als ich ging und sie kamen.

8h55 Ankunft im Büro. Heute steht alles im Zeichen der Präsentation. Die Kollegen haben gestern (da war ich krank zu Hause) noch ein wenig daran weitergearbeitet. Ich vergleiche die Versionen, ergänze und recherchiere weiter.

9h45 Werde von einem Headhunter-Anruf unterbrochen. Irgendwie kommt alles zurück

10h25 Werden von einem weiteren Headhunter-Anruf unterbrochen. Die Absage von neulich war wohl doch keine.

11h15 Mir fällt ein, dass heute der Fünfte ist.

12h10 Nach ein bisschen weiterer Präsentationsarbeit ist nun Zeit fürs Mittagessen.

12h45 Ich sitze wieder am Platz. Weiter an der Präsentation.

13h00 Besprechung der Präsentation. Wir einigen uns auf eine Strategie. Fein. Aber irgendwie geht mir das alles zu zäh. Irgendwie ist das hier in der Agentur alles so kompliziert. Ich spüre, dass es ein System gibt, aber das kenne ich nicht. Wie so vieles andere wurde mir auch das bislang noch nicht erklärt. Ich empfinde die Aufgabenverteilung suboptimal. Und frage mich, was ich hier soll. Meine Note reinbringen darf ich irgendwie nicht. Alles soll so gemacht werden wie immer. Ich habe das Gefühl in einer Behörde zu arbeiten und das blockiert mich.

13h30 Besprechung vorerst beendet. Wir müssen gleich noch die Strategie dem Chef verkaufen.

13h45 Der Chef findet die Strategie gut. Darauf können wir gut aufbauen.

14h15 Ich bekomme gerade fiese Kopfschmerzen. Unterzucker? Fehlender Kaffee? Auf jeden Fall fällt es mir schwer, mich auf die Präsentation zu konzentrieren. Ich mache also erstmal ein paar andere Dinge: Termine organisiern, Texte prüfen.

15h20 Noch knapp 40 Minuten bis zum vorzeitigen Feierabend. Irgendwer muss ja das Kind abholen, wenn der Kiga um 17h zu macht.

16h10 Ich bin raus – aus dem Büro. Xaver sorgt für einen tollen Himmel. Ach, dieses Nach-Hause-Radeln tut einfach gut. Auch wenn es ziemlich kalt ist.

16h30 Ankunft im Kindergarten. Der mini-monsieur schwankt zwischen „jippie“ und „ich will noch nicht gehen“. Morgen ist Nikolausfrühstück. Die Kinder sollen was mitbringen. Der mini-monsieur möchte Buttermilch und O-Saft mitbringen. Das trinkt er nämlich immer mit dem monsieur, wenn wir am Wochenende frühstücken.

16h40 Wir sind zu Hause. Aber nur kurz. Das Kind isst noch sein Kiga-Frühstück auf und dann müssen wir los. Buttermilch und O-Saft in relevanten Mengen habe ich natürlich nicht zu Hause.

17h15 Wieder zu Hause. Wir klären, welche Stiefel wo heute abend hingestellt werden müssen. Pragmatisch und minimalistisch veranlagt wie er ist, wählt er die Stiefel aus, die nicht geputzt werden müssen 🙂 Und ich kann das Kind überreden, den Stiefel auf den Balkon zu stellen und nicht in den Hausflur (nicht, dass ich wirklich glaube, dass da was wirklich weg kommt, aber sicher ist sicher). Ein wenig Angst, dass der Nikolaus vielleicht doch nicht kommen könnte, weil kein Schnee liegt, hat das Kind ja dann doch.
Danach genehmige ich mir etwas von meinem Tauschstollen (Simone, falls du hier liest: Ich habe Dich nicht vergessen… Aber der Ofen *seufz*), das Kind spielt noch etwas.

18h10 Ich beginne Abendessen vorzubereiten. Ich muss ja sagen, dieses frühe Nach-Hause-Kommen hat eindeutig den Vorteil, dass alles irgendwie früher fertig ist.

19h05 Wir essen. Sandmännchen mussten wir noch abwarten. Als der mini-monsieur an den Tisch kommt, wundert er sich, dass nur 2 Gedecke drauf sind. Da fehle eins – für den Papa… Ja, der Papa fehlt ihm. Wie essen gemütlich.

19h35 Ich verdonnere den mini-monsieur zum Aufräumen. Diesmal nutze ich den Nikolaus als pädagogisches Stilmittel. 🙂 Noch nie hat er das Zimmer alleine so gründlich aufgeräumt… Dann ist der Pyjama dran und ich schicke ihn, ein Buch zum Vorlesen auszusuchen.

20h15 Ich lese das erste Kapitel von „Morgen, Findus, wird’s was geben“ vor. Danach rufen wir den Papa an, um „Bonne nuit“ zu sagen an. Dabei wird noch schnell der Stiefel vor die Tür gestellt. Der Balkon (s.o.) fällt doch aus, da irgendein Niederschlag zu spüren ist.

20h40 Das Kind liegt im Bett. Der monsieur und ich telefonieren noch weiter. Dabei eröffnet er mir, dass er sich überlegt hat, mit seinen Eltern zurück zu kommen, damit sie ein paar Tage bei uns sein können. Ich habe Kopfschmerzen und bin müde. Dazu kommt, dass unsere Wohnung zwar groß genug ist, um Gäste zu beherbergen, aber unsere Schlafgelegenheiten noch nicht darauf abgestimmt sind. Und ich habe auch keine Lust die Schlafcouch aus dem Wohnzimmer ins Arbeits-Gäste-Zimmer zu schleppen und dann kein Sofa im Wohnzimmer zu haben. Ich bin dieses Campen in der eigenen Wohnung leid.

21h10 Ich bestücke den Stiefel vor der Tür. Was nicht so einfach ist, da die Geschenke größer als der Stiefel sind, ich aber keine Lust habe jetzt noch großen Einpackzauber zu betreiben.

21h30 Endlich Couch und Füße hoch. Während ich hier schreibe gucke ich „Das Streben nach Glück“. Ich kenne ihn zwar schon. Aber das ist einer dieser Filme, die ich immer mal wieder gucken kann.

22h35 Der Film ist zu Ende. Meine Blogrunde auch. Nun fängt der mini-monsieur mal wieder an zu husten. Immer nachts dieser bellende Husten. Werde jetzt doch mal etwas recherchieren und überlegen, ob ich doch mal mit dem mini-monsieur zum Arzt sollte.

23h30 Ich beschließe, dass ich doch noch die eine Bewerbung fertig mache, die ich schon vor ein paar Tagen begonnen habe. Dann kann ich sie morgen früh wegschicken. Auch auf die Gefahr, dass Durchzug entsteht, sollte man Türen die sich bieten öffnen.

2 Gedanken zu „Liebes Tagebuch am Fünften (Dezember)

  1. Soso… mal sehen wann Du Dich weghunten lässt!
    Werden das mit den Fingerabdruck-Zeichnungen austesten, für diese pointillismear.tigen ist er wohl noch zu klein.
    Grüße nach Hessen
    Nike
    (Dieser fiese Husten kommt mir bekannt vor. Unsere Kinderärztin sagt, so lange das NUR nachts ist, ist das zwar nervig aber harmlos. Sie empfiehlt extra Lüften vor dem Schlafengehen & feuchte Tücher auf der Heizung. Kommt mir auch immer so vor als würde das helfen. Hoffentlich ist auch Euer Bellen harmlos, noch mehr Grüße & ein shcönes WE!

    • Ja, ich bin auch gespannt, was da noch wird. Aber diese Situation zeigt, dass der Gang zurück nach Ffm die richtige Entscheidung war. So eine Angebotssituation hatte ich nie in HH.
      (Ja, das mit dem Husten habe ich auch so gelesen. Ich reibe ihn (fast) immer mit S*ole*um ab. Das hilft auch. Das mit dem Lüften vorm Schlafen muss ich noch mehr verinnerlichen.)

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