Zeig uns Deine Stadt

Die Shootingqueens rufen auf, mehr von der eigenen Stadt zu zeigen. Da muss ich mitmachen. Habe ich doch deswegen ursprünglich mal angefangen zu bloggen. Denn, ich mag „meine“ Stadt. Und wie schön, dass ich pünktlich zur Aktion wieder in Frankfurt wohne.

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Auch wenn ich nicht so schöne Fotos wie die beiden (hier und da) mache, zeige ich Euch doch gerne jeden Monat etwas von Frankfurt. Im Januar geht es los!

Resi… was?

Letztens las ich ein beeindruckendes Interview mit Heinz Strunk in der NIDO.

Das Thema berührt mich sehr, denn Depressionen begleiten mich schon lange – nicht als Selbstbetroffene, aber als Angehörige oder als gute Freundin. Depressionen verschiedenster Ursachen, Ausprägungen und Ausmaße. Ich habe versucht zu verstehen, zu unterstützen. Ich war einfach da, habe Arbeit abgenommen, erklärt und abgeschirmt. Ich habe gesehen, wie gelitten wird.

Was für mich am schwersten war und ist die Tatsache, dass man nichts tun kann, solange der Betroffene nicht will. Zu sehen, wie Angehörige bzw. ganze Familien daran zerbrechen. Zu erleben, wie wenig manchmal ausreicht, dass die Stimmung kippt.

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Fakten, Fakten, Fakten

Als es auf instagram die Runde machte habe ich es schon einmal beantwortet. Nun die nächste Runde. Das ergibt dann ja 40 Fakten. Wohohhh:

  1. Ich bin blond und stolz drauf.* Ich finde es auch total toll, dass der mini-monsieur blond ist. Obwohl ich rote Haare auch sehr cool gefunden hätte.
  2. Ich hasse Saubermachen. Aber nicht die Tätigkeit als solches, sondern meine eigene Pingeligkeit dabei. Ich kann nicht einfach mal irgendwo drüberwischen oder fegen, ich krieche dann immer in die letzte Ecke.
  3. Ich wollte nie eigene Kinder, sondern lieber welche adoptieren. Doch dann passten so viele Dinge nicht mehr und die innere Uhr tickte.
  4. Ich habe mir Französisch selbst beigebracht.
  5. Manchmal wäre ich gerne strukturierter. Bin aber dann wieder der Überzeugung, dass man sich auch über-listen kann.
  6. Ich leide an Aufschieberitis: Besonders wenn ich mich unterfordert fühle, neige ich dazu, Zeit zu verdaddeln.
  7. Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich gerne meinen Tagesrhythmus ändern. Ich bin besonders ab späten Nachmittag bis in die Nacht rein besonders produktiv.
  8. Ich würde gerne selbstständig arbeiten. Aber nicht in meinem jetzigen Job. Lieber irgendwas mit Gastronomie. Mein Traum ist ein Chambre d’hôte in der Bretagne.
  9. Meine Eltern haben mich erst taufen lassen, als ich den Wunsch danach selbst geäußert habe. Das war mit 6 Jahren.
  10. Ich trinke zu wenig. Besonders im Büro. Dabei steht immer eine Flasche Wasser auf meinem Schreibtisch.
  11. Als meine erste lange Beziehung in die Brüche ging, habe ich eine Woche lang so gut wie gar nichts gegessen. Dann bin ich fast beim Sport umgekippt. Dann wurde aus dem Hungern eine Phase von Bulimie.
  12. Ich bin übrigens in meinem Leben erst drei Mal aus den Latschen gekippt: als ich Pfeiffersches Drüsenfieber hatte, bei meinem Bänderriss und einmal wegen nix und wieder nix mitten im Supermarkt.
  13. Und wo wir gerade bei Krankheiten sind: Ich hatte noch nie Nasenbluten *klopfaufHolz*
  14. Ich bin ein Stadtmensch. Ich finde es auf dem Land zwar schön, aber die Vorstellung meinen Alltag mit einem Auto gestalten zu müssen (oder total unmobil zu sein), finde ich unerträglich.
  15. Apropos Mobilität: Ich liebe mein Fahrrad. Seit jeher radele ich. Ich hatte auch meinen heftigsten Unfall mit dem Rad: Kieferbruch.
  16. Zu Hause trinke ich so gut wie nie Kaffee. Aushäusig jedoch fast ausschließlich.
  17. Steuererklärungen finde ich eigentlich ganz spannend.
  18. Dinge, die mir nicht gut tun, sortiere ich sehr konsequent aus meinem Leben. Einzige Ausnahme: Wenn es wichtig für mein Kind ist, stelle ich meine Bedürfnisse hintenan.
  19. Mir wird nachgesagt, dass ich ein Kopfmensch sei. Das  liegt daran, dass ich meine Bauchentscheidung erst mitteile, wenn ich sie auch per Kopf verargumentieren kann.
  20. Ich komme aus der Stadt, die es eigentlich gar nicht gibt.

* Das steht auch auf Instagram.

Liebes Tagebuch am Fünften (November)

Wie die Zeit vergeht… Schon wieder ein Monat rum und Frau Brüllen fragt: WMDEGGT.

0h10 Ich liege im Bett. Ich habe Seuche und wollte eigentlich früher schlafen, aber bin doch irgendwie auf der Couch versackt. Ich scrolle mich durch SPON und werde müde, gaaaanz müüüüde.

1h50 Diskussionen auf dem Flur. Für einen Moment bin ich sehr wach und denke, dass es Zeit ist aufzustehen. Doch der mini-monsieur diskutiert mit dem monsieur, dass es zu mir will. Er kuschelt sich neben mich und wir schlafen weiter.

7h25 Ich bin mir sicher, dass der Wecker erst jetzt klingelt. Dabei habe ich ihn auf 7h20 gestellt. Mein Hals kratzt. Ich mag nicht aufstehen. Und wenn ich nicht schon vorletzte Woche krank gewesen wäre, würde ich heute auch zu Hause bleiben. So vertage ich nur erstmal das Aufstehen bis

7h50 Das Kind neben mir schnarcht immer noch und reagiert grantig auf Weckmanöver. Der Mann vermmeldet, dass er nun auch krank sei. Er klingt auch nicht gut. Ich gehe ins Bad, dusche, mache mich fertig. Der monsieur kümmert sich um den mini-monsieur. Wow, endlich mal ein Morgen, an dem die beiden keinen Kampf miteinander ausfechten.

8h25 Das Kind und ich verlassen das Haus. Da der Kindergarten direkt auf dem Nachbargrundstück ist, ist es auch nicht ganz so schlimm, das Mütze und Schal gestern im Kiga geblieben sind.

8h36 Ich stehe vor dem Kiga und kämpfe mit der der Call-a-bike-App. Das W-Lan-Signal aus unserer Wohnung ist zu schwach, aber darauf kommt das Handy nicht von allein. Nach gefühlten Stunden erfahre ich, dass ein Fahrrad in meiner Nähe sei. Der Umweg erweist sich als Sackgasse in Sachen Fahrrad. Ich fluche vor mich hin, weil es nicht das erste Mal ist, dass mir die App ein Fahrrad verspricht, das dann doch nicht auffindbar ist. Auch an der nächsten Station ist kein Rad, obwohl da eins sein sollte. Also weiter per pedes. Unterwegs lese ich meine privaten Mails und ärgere mich über die Hausverwaltung der Hamburger Wohung. Das Hühnchen, das nun für unsere Liegenschaft zuständig ist, stellt sich an.

8h55 Endlich finde ich ein Rad. Es ist spät und ich habe Hunger. Also muss ich noch beim Bäcker vorbei.

9h15 endlich im Büro. Es wird Zeit, dass mein Fahrrad wieder repariert wird. Dieses elende Zu-spät-Kommen ärgert mich (auch wenn es im Büro kein Drama ist und ich abends einfach länger bleiben kann). Ich habe einen Zettel auf dem Platz, dass eine Kollegin angrufen werden möchte. Also lasse ich Kaffee Kaffee sein und auch das Brötchen muss warten.

9h35 Ich lese meine ersten Mails und ärgere mich schon wieder. Ach, das macht doch alles gerade keinen Spass.

9h50 Ich beginne den Blog-Eintrag und mache noch diverse Sachen parallel.

10h15 Der Unterzucker meldet sich. Ich mache mir ein Brötchen und einen Kaffee. Dann wieder an den Schreibtisch. Weitertippen und anderes machen.

12h05 Bis jetzt ein Protokoll geschrieben, das eigentlich schon mal geschrieben war. Aber wenn dem CEO die Form nicht gefällt, darf man auch mal doppelt arbeiten. Zum Mittag gibt es nur eine schnelle Suppe. Mit den Kollegen eine interessante Diskussion über Namen geführt. Warum der mini-monsieur heißt, wie er heißt, dass ich es schade finde, nicht „Bodil“ zu heißen, warum die Kollegin nach 10 Jahren Ehe ihren Mädchennamen abgelegt hat und doch den Namen des Mannes angenommen hat.

12h45 Ich versuche die Kollegin, mit der ich mich zusammen um 9h35 geärgert habe, aufzumuntern. Lese das Protokoll gegen, telefoniere erneut mit der Kollegin von 9h15, die leicht genervt reagiert…

13h40 Wende mich jetzt anderen Projekten zu: Muss KVAs schreiben, Texte umschreiben – naja, kürzen von 450 Zeichen auf 350 Zeichen OHNE Inhaltsverlust. Ich switche gerade zwischen Themen und Projekten hin und her. Das ist offen gestanden etwas unbefriedigend. Ich hätte gerne einen größeren Kunden, den ich strategisch kommunikativ beraten kann. Falls also jemand unter meinen Lesern in der Pharmabranche (Industrie, Verband etc.) tätig ist und eine hochqualifizierte PR-Agentur mit einer erfahrenen Beraterin sucht, kann sich gerne melden.

15h45 Ich drücke mich den ganzen Tag – naja, eigentlich schon seit gestern – mit meiner Teamleitung über einen bestimmten Kunden zu sprechen. Die Projekte laufen etwas schleppend, was an verschiedenen Dingen liegt…

16h55 Meine Teamleitung kommt vorbei und verschiebt das Gespräch auf morgen.

17h35 Ich habe bis jetzt über fiese Krankheiten gelesen und noch so einiges an Kleinkram gemacht. Dabei habe ich 500g Zitronen-Quark verdrückt. Wenigstens habe ich heute auch noch genug nebenbei getrunken. Etwas, das ich gerne mal im Büro vergesse. Jetzt sind es nur noch 25 Minuten bis zum Feierabend. Ich werde noch ein wenig meine Zeitschriften screenen und dann zeitig nach Hause gehen – im Regen, mal wieder 😦

18h10 Ich verlasse das Büro und es regnet. Vom Büro nach Hause mit den Öffis ist nicht so einfach. Also laufe ich erstmal ein Stück und spüre, wie die feuchte Kälte sich zwischen meine Beine und Hose einnistet.

18h20 Der Bus fährt mir vor der Nase weg. Also laufe ich noch ein bisschen. Aber wie es scheint haben wir den Hamburger Querregen in eine Umzugkiste gesteckt…

18h30 Ich steige in die Straßenbahn und fahre zwei Haltestellen. Um dann dort festzustellen, dass kein Anschluss-Bus in nächster Zeit kommt. Also laufe ich wieder.

18h48 Das nächste Verkehrmittel: ein Bus. Wieder nur zwei Haltestellen, dafür kurz vor meiner Haltestelle wird die Ampel drei Mal rot. Da hätte ich auch zu Fuß weitergehen…

18h55 Endlich zu Hause. Das Essen steht schon auf dem Tisch.

19h40 Der mini-monsieur verschwindet im Bad und will (will! nicht soll!) eigentlich noch baden. Da kommt er auf die blöde Idee, meinen Regenschirm, der im Wachbecken liegt, von innen mit Wasser zu füllen. Damit ist dann Baden gestrichen. Keine Ahnung, ob das die idealste pädagogische Maßnahme ist, aber dieser Wasser-Quatsch nervt – regelmäßig ist das Badezimmer geflutet… Die Protestreaktion zeigt, dass ich nicht so falsch liege.

20h05 Nach einer gefühlten Ewigkeit hat der mini-monsieur endlich seinen Schlafanzug an und auch ein Buch ausgesucht, das der Papa vorlesen soll.

20h20 Zähne putzen und ab ins Bett – also der mini-monsieur. Seit wir in Frankfurt sind, klappt es endlich auch, dass der mini-monsieur alleine einschläft. Allerdings mit Vorspann: Ich muss noch mal Pipi/ Kaka – Ich brauche ein Kuscheltier – Ich brauche ein anders Kuscheltier – Der Dino erzählt Quatsch – Ich habe noch Durst – Die anderen Kuscheltiere machen Party – Ich will noch ein (zwei, drei …) Buch angucken. Heute fehlte nur der Dino.

20h55 Ich höre, dass der mini-monsieur immer noch nicht schläft. Und ich weiß, wenn wir jetzt nichts machen, dann spukt er bis Mitternacht rum. Also schließe ich seine Zimmertür. Das stockfinstere Zimmer (und die Müdigkeit) zeigt sofort Wirkung: Brüllen aus dem Kinderzimmer. Auch hier frage ich mich, ob das pädagogisch wertvoll ist, aber es bewirkt etwas: Ich kann ihm danach klar machen, dass jetzt Schlafenszeit ist. Wir geben uns noch einen Kuss, ich gehe raus, lasse die Tür einen Spalt weit auf und keine fünf Minuten später ist er eingeschlafen.

21h00 Jetzt kann ich die Beine hochlegen, den Rechner anschmeißen, den Tagebucheintrag hier weiterschreiben und dabei die leckeren Pralinen kosten, die meine Mama am letzten Wochenende da gelassen hat – Bielefeld lässt grüßen.