Die Mischung macht’s

Dieser blog ist ein kleiner Gemischtwarenladen. Mit weißer Kittelschürze und dickerer Brille sähe ich sicherlich aus wie eine „Tante Emma“. Es gibt von allem was: Persönliches, vom Kind, von der Arbeit, auch mal ein Rezept, Bilder und nun auch eine Rezension:

Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch eine Rezension von xeniana:

Warum französische Kinder keine Nervensägen sind*

Ein Buch mit so einem Titel muss ich lesen. Sollte dieses Buch mir erklären, warum der monsieur und ich das ein oder andere in der Erziehung des mini-monsieurs anders sehen?

Eins vorneweg

Ich halte nicht viel von Erziehungsratgebern. Ich glaube, dass sie wuschig, unentspannt und inkonsequent machen. Oder man sollte sich wenigstens nur einen zulegen und an den auch halten. Es gibt bei der Kindererziehung selten ein „Besser“. Es ist meistens nur ein „Anders“.

Zum Buch

Das Buch ist irgendwie schon ein Erziehungsratgeber. Aber irgendwie auch nicht. Frau Druckerman schildert ihre Erlebnisse, die sie als Amerikanerin macht, als sie zunächst ein, später drei Kinder in Paris groß- und erzieht. Es fängt damit an, dass sie und ihr Mann mit einem Kind Urlaub machen und sie feststellt, dass französische Familien im Gegensatz zu ihnen entspannt mit Kindern ALLER Altersstufen essen gehen können. Ihre Nachforschungen nach dem Warum, lassen sie immer tiefer ins französische (Selbst-) Verständnis von Kindererziehung Einblick nehmen.

Pamela Druckerman beschreibt ihre Beobachtungen und Erfahrungen am eigenen Leib Kind mit Witz und wissenschaftlichen Belegen. An einigen Stellen verherrlicht mir die Autorin das französische System zu sehr. Aber das ist vielleicht das Problem, wenn man von einem vermeintlichen Extrem (amerikanische Erziehungsideen) in ein anders schlittert. Dennoch ist das Buch kein dogmatischer Ratgeber im Sinne: Das muss so und so gemacht werden.

Und so wird daraus ein insgesamt sehr lesenswertes Buch. Nicht nur für Eltern mit entsprechendem Hintergrund so wie wir als deutsch-französische Familie.

Meine Sicht

Was mir besonders gefällt, ist das Hintergrundwissen, das die Autorin in das Buch hineinbringt. Endlich lerne ich etwas über das Fundament, auf dem die französischen Ansichten zur Kindererziehung beruhen – auf dem also auch die Ansichten des monsieurs beruhen. Viele (anfängliche) Diskussionspunkte verstehe ich auf einmal besser.

Vieles von dem, was sie schildert, kann ich von unseren „Urlauben“ in Frankreich bestätigen (ob ich das gut finde oder nicht, sei mal dahingestellt). Bei einigen Dingen glaube ich allerdings, dass sie ein Pariser Phänomen sind.

Ich könnte von fast jeder Seite was zitieren und kommentieren, wie ich es erlebe und/ oder wie ich es finde. Ich hangele mich mal durch ein paar ausgewählte:

Wie kommt es beispielsweise, dass ich in Hunderten von Stunden auf französischen Spielplätzen kein einziges Kind mit einem Tobsuchtsanfall erlebt habe […]?

Ja, das stimmt durchaus. Besonders bezeichnend in diesem Zusammenhang finde ich auch, dass Franzosen keine wirkliche Vokabel für „Trotzphase“ haben. Um genau zu sein, kennen sie „trotzen“ nicht. Vokabeln, die benutzt werden, um diesen „Zustand“ zu beschreiben, sind nicht so stark wie das deutsche „trotzen“.
Der mini-monsieur ist an dieser Stelle übrigens sehr französisch. Bislang scheint mir, dass er diese Vokabel und vor allen Dingen den Zustand nicht kennt.

Ich bin mit Sicherheit nicht die Erste, der auffällt, dass viele Eltern in Amerika, aber auch in Deutschland ein Erziehungsproblem haben.

Sie bezieht sich hier aufs „Over-Parenting“ oder wie sie es noch nennt: „Helikopter-Eltern“. Für Amerika kann ich das nicht beurteilen. Aber für Deutschland muss ich ihr recht geben: Ja, in Deutschland gibt es ein Erziehungsproblem. Das „over-parenting“ ist da sicherlich eine Ursache – oder ist es ein Symptom?

Zumindest dreht sich bei viele Eltern ALLES, aber wirklich ALLES ums Kind. Ich gebe zu, dass ich auf gewisse Weise auch so denke. Dass ich die Bedürfnisse meines Sohns vor meine stelle. Und der monsieur und ich hatten hierzu auch mehr als eine Diskussion. Denn in Frankreich ist das tatsächlich nicht so. Für ihn war es nicht (selbst-) verständlich, dass ich den mini-monsieur „entscheiden“ lasse, wie lange gestillt wird. Auch verstand er nicht, dass ich der festen Überzeugung war, dass der mini-monsieur seelischen Schaden davon tragen würde, wenn er quasi noch als Baby mit zwei Jahren mit dem Papa allein in den Urlaub fährt. Allein dafür hätte ich mir dieses Buch schon früher gewünscht. Doch auch unsere unterschiedliche Sichtweise bezüglich kindlicher Nachtruhe hätte mit dem Buch auf einen Nenner gebracht werden können.

Jeder, mit dem ich spreche, findet es selbstverständlich, dass Babys mit einem halben Jahr nachts acht oder neun Stunden am Stück schlafen können und dies auch tun.

Vom Schlafverhalten des mini-monsieurs habe ich ja bereits berichtet. Und ist ja auch gar nicht so schlecht. Aber ich erinnere mich auch an frühe Fragen aus Frankreich, ob er schon durchschlafe. Wie die Autorin fand ich es absurd, dass ein Säugling durchschlafen müsste. Genauso absurd fand ich es auch, als ich den mini-monsieur nach der Geburt das erste Mal ganz miniklein ganz verloren in seinem Babybett sah. Genau genommen flossen die Tränen und der mini-monsieur schlief die erste Nacht zu Hause bei mir und der monsieur auf dem Sofa.
Der monsieur löste das Problem, indem er eine Seite des Babybetts abbaute und den so gewonnenen Bett-Balkon am großen Bett befestigte. Ich glaube, er verstand damals mein Bedürfnis, war aber nicht wirklich davon überzeugt, dass es dem mini-monsieur was bringen würde.

Diese Sichtweise der Franzosen bezüglich (Ein-) Schlafrituale zusammen mit Renz-Polster bringen mich zu der These, dass der Bett-Balkon (ich glaube, Franzosen kennen das gar nicht) eine bedeutende Ursache für das Durchschlafproblem ist.
Er ist eine bequeme Erfindung: Das Kind macht Laut in der Nacht und man muss nicht aufstehen, sondern zieht es zu sich rüber, stillt es, nimmt eine Hand oder gibt sonst irgendwie Körperkontakt. Das gibt (dem Erwachsenen) ein gutes Gefühl, das Gefühl, für sein Kind da zu sein – immer.
Doch dem Kind nimmt es die Chance zu lernen, wie es selbstständig wieder ein- bzw. durchzuschlafen kann. Im Nachhinein sollte ich mich beim monsieur entschuldigen, für die vielen Anblaffer als Antwort auf sein „Laisse le crier“ (Lass ihn brüllen). Er wollte in den Momenten nur das Beste Bessere fürs Kind.

Dieses in Ruhe lassen bzw. das Kind mal warten zu lassen, ist eine Maxime der französischen Erziehung. Später sind es nicht mehr die Eltern, die warten sollten, sondern die Kinder, die „Attend!“ (Warte!) zu hören bekommen. Seinen Ursprung hat das französischen Warten dem Buch nach bei Rousseau:

Wisst ihr, welches das sicherste Mittel ist, euer Kind unglücklich zu machen? Dass ihr es daran gewöhnt, alles zu erlangen.

So gut ich das verstehe, so sehr habe ich aber das Gefühl, dass französische Kinder zu sehr oft „attend“ hören. Oder es wird ihnen auf andere Art und Weise suggeriert. Oder dass ihnen Dinge versagt werden. Denn kaum eine Angst in Frankreich scheint größer, als dass ein Kind „trop gaté“ (verwöhnt) ist oder zu einem „enfant-roi“ (kleiner König) wird.

Mir ist das manchmal ein bisschen zu viel. Klar sind die Kinder brav – wohlerzogen. Aber auch das ist mir persönlich zu viel. Muss ein Kind wirklich mehrere Gänge lang am Tisch aushalten? Darf mein Kind wirklich nur einmal am Tag Süßes – den „gouter“ oder „quatre-heure“ wie monsieur es nennt? Und sollte es wirklich nur zu den vorgesehenen Mahlzeiten essen? Darf es wirklich kein Geschenk außerhalb von Geburtstag, Weihnachten und Namenstag?

Ich befürworte sehr, dass der mini-monsieur mit uns am Tisch sitzt zum Essen. Und zwar so lange, bis wir fertig sind oder ihm erlauben aufzustehen. Ich finde es auch gut, dass im Kindergarten darauf geachtet wird. Aber ein französisches Menu lang am Tisch zu sitzen und zu lauschen, was die Erwachsenen erzählen, während das Kind selbst still „sage“ sein solle. Das ist mir zu viel.

Bei den Süßigkeiten und Snacks aber auch Geschenken zwischendurch ist der monsieur deutlich deutscher liberaler. Ich habe manchmal das Gefühl, dass er es genießt, nicht mehr in diesem strikten System („cadre“) zu stecken. Was manchmal auch in Maßlosigkeit umschlägt. Aber so ist das mit den Extremen. Beim mini-monsieur schaffen wir es (noch), dass es nicht ausartet. Und beim Essen gehöre ich eh nicht zu den Müttern, die immer voll ausgestattet losziehen. Und wenn klar ist, dass die nächste Mahlzeit nicht weit ist, dann muss der mini-monsieur auch warten.

Zum Warten gehört auch, dass Kinder sich selbst überlassen werden (sofern das beim französischen Schulsystem überhaupt möglich ist). Damit sie sich selbst entdecken, Langeweile spüren und daraus Kreativität entwickeln. Das mündet dann darin, dass Kinder „éveillés“ sein sollen:

Das größte Kompliment, das man einem Baby in Frankreich machen kann, ist, dass es éveillé („aufgeweckt“) ist.

Wie oft habe ich die französische Oma stolz dieses Adjektiv für den mini-monsieur benutzen gehört. Und dass er weit sei für sein Alter. Vielleicht liegt es ja daran, dass wir unser Kind des Öfteren mal allein in seinem Zimmer lassen. Und auch nicht sofort hinrennen, wenn er ruft, dass er nicht wisse, was er machen solle oder Hilfe benötigte. Kurz drauf findet man ihn dann nämlich so gut wie immer für sich beschäftigt. Aber ganz ehrlich empfinde ich das normal und er ist auch nicht weiter als andere. Ganz profaner deutscher Durchschnitt mit Stärken und Schwächen wie jedes andere Kind auch. Aber vielleicht ist er einfach ist in seiner Entfaltung deutlich weniger eingeschränkt als französische Kinder seines Alters.

Wobei die Franzosen übrigens kein Warten dulden, ist das Begrüßungsritual und gewisse Umgangsformen:

Bitte und danke sind unerlässlich, aber nicht ansatzweise ausreichend. Bonjour und au revoir – vor allem jedoch bonjour – sind ein wesentlicher Bestandteil […].

Auf danke und bitte habe auch ich von Anfang an Wert gelegt. Für mich ist das ein Mindestmaß an Höflichkeit. Und ich finde auch, dass schon kleine Kinder das lernen können und sollten. Und ich verstehe diese komische „Gegenbewegung“ nicht, die sagt, danke und bitte würden unterwürfiges Verhalten fördern. Ich glaube vielmehr, dass es Respektlosigkeit mit sich bringt.

Mit Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln habe ich als Ostwestfälin eigentlich nicht so. Da kommen mir das Hamburger „moin“ und das hessische „(ei) guude“ sehr zupass. An die Umarmung zur Begrüßung habe ich mich mit der Zeit auch gewöhnt. Ausgewählte Freundinnen werden sogar geküsst. Und als vor knapp sechs Jahren der monsieur in meinem Leben zog, kamen mit ihm bzw. seinem französischen bretonischen Umfeld auch die ritualisierten „bisous/ bises“ (Küsschen zur Begrüßung und Verabschiedung). In der Bretagne dürfen es vier sein. Das französische Mindestmaß von zwei bisous ist die Kurzform. Üblicherweise fängt man links an und bei zwei Brillenträgern nimmt mindestens einer die Brille ab. Aber ich schweife ab.

Also Begrüßung: Für den monsieur war es unerlässlich, dass dem mini-monsieur frühzeitig les bises in Fleisch und Blut übergehen. Ich fand die Vorstellung, dass jeder zu jederzeit jeder Begrüßung an meinem Kind rumküsst, latent übergriffig nicht so prickelnd. Aber ich bin ja kompromissfähig. Und mittlerweile habe ich mich so daran gewöhnt finde ich es so gut, dass ich selbst den mini-monsieur an die bisous erinnere – auch bei der deutschen Verwandtschaft,

Das Kind grüßt, also ist es. So wie mich jeder Erwachsene, der meine Wohnung betritt, beachten muss, muss mich auch jedes Lind, das hereinkommt, beachten.

Das beschreibt ziemlich genau mein Gefühl, wenn Kinder zu uns kommen, die sich zur Begrüßung zickig vermeintlich schüchtern hinter den Eltern verstecken und nicht grüßen wollen und auch nicht dazu aufgefordert werden. Mich ärgert das mittlerweile. Denn es stimmt: Nicht zu grüßen bedeutet „Du bist mir egal.“

Es gibt viele französische Grundsätze, die in dem Buch beschrieben werden, die auch bei uns mitschwingen und nach der Lektüre des Buchs auch noch verstärkter berücksichtigt werden (können). Aber ganz französisch kann und möchte ich den mini-monsieur nicht erziehen. Ich glaube auch, dass der monsieur nicht ganz französisch erziehen möchte. Denn die Mischung, die wir für den mini-monsieur zusammenstellen, gefällt uns beiden ganz gut.

* Pamela Druckerman: „Warum französische Kinder keine Nervensägen sind – Erziehungsgeheimnisse aus Paris“, Mosaik Verlag, 2013

10 Gedanken zu „Die Mischung macht’s

  1. Dazu muss ich bei Gelenheit mal einen laengeren Kommentar schreiben.Aber mir hat das Buch auch geholfen zu verstehen warum es bei uns so haeufig beim Thema Kindererziehung kracht…

    • Liebe Rina,
      Du darfst gerne einen Gastbeitrag über das Buch schreiben. Ich fände Deine Erlebnisse als Vor-Ort-Lebende sehr spannend.
      „la fessée“ und „la gifle“: Ich habe den Teil aus dem Buch weggelassen, weil es bei uns kein Thema ist. Wir schlagen beide. Wir sind uns beide darüber einig, dass das kein Erziehungsmittel ist. Manche Erfahrungen will man dann wohl doch nicht an sein Kind weitergeben. Denn „la fessée“ und „la gifle“ sorgen zwar für „sages“ Kinder, aber nicht aus Respekt, sondern aus Angst.
      Die meisten Im Umfeld vom monsieur sehen das genauso.

  2. Oh,um Gotteswillen, das sollte jetzt nicht so rüberkommen, als würdest Du das gutheissen oder es wäre bei Euch Thema. Ist es bei uns auch nicht. Ich hab grad erst gemerkt, dass man meine Kommentare auch so verstehen kann. Dafür bitte ich um Entschuldigung. Was mich ärgert, ist der Hype um die französische Art der Kinderbetreung und jetzt dank dieses Buches die französische Kindererziehung, bei der meiner Meinung nach auch einiges im Argen liegt (das tut es in Deutschland auch, kein Thema Lob der Disziplin oder so ähnlich hiess doch dieses Buch?). Die Franzosen, die ich kenne, die nach Deutschland gegangen sind, sie auch froh, dass der cadre hier nicht so starr ist. Der Monsieur (Jahrgang 83) wurde übrigens in der Schule noch geschlagen und mit einer Eselsohrmütze in die Ecke gestellt…ich sollte wieder mit bloggen anfangen, es ist ein weites Feld 🙂

    • So habe ich das gar nicht aufgefasst oder gelesen.
      Ja, dieser crèche-Hype ist anstrengend. So rosig ist das alles auch nicht. Ob es mit dem Buch einen Hype für französische Erziehungmethoden geben wird, glaube ich nicht. Spätestens ab dem Kapitel „Ich entscheide!“ werden deutsche Eltern sagen: SO machen wir das bestimmt nicht.
      Wie kommentierte ein Freund so passend als ich das Buch „anpries“: Der deutsche Untertitel müsste aber heißen „darum sind französische Eltern Rabeneltern“.

  3. Soooo… nu komm ich auch noch aus dem Knick:
    Ich hab das Buch ja (noch) nicht gelesen, aber ich sach mal so: ich lege auch Wert auf das eine oder andere (Danke, Bitte, Grüßen, am Tisch sitzen bleiben etc pp…) Ich kann sogar ziemlich streng sein (hier werden außerhalb der eh ständig anfallenden Ausnahmen keine Sauereien genascht (also vom Kind halt, eh klar dass ich mich da selbst heimlich nicht dran halte)) aaaber: So perfekt können muss er das alles noch nicht. Ich hab schon manchmal den Verdacht, dass, wenn ich so höre wie das in Frankreich wohl so läuft, die Erwartungen die an kleine Kinder gestellt werden häufig nicht altersgerecht sind? Und was den Hype um französische Erziehungsgepflogenheiten & das Buch angeht: der ist längst da (in den USA) und könnte hier durchaus noch kommen (glaube ich aber irgendwie auch nicht).
    Was ich immer sehr schwierig finde ist diese Sache mit den Hubschraubereltern & was man dafür hält. Meine Schwiegerfamilie hat zB ein kaum vorhandenes Sicherheitsbedürfnis (Kinder im allleine im Auto lassen? – Check. Keine Deckel auf dem Wasserfass? – Check. Mit Kaputtem Kindersitz im Auto herumfahren… etc..) & ich ein recht hohes (soll heißen ich halte mich an die Empfehlungen von Kinderschutzbund und Konsorten). Von der angeheirateten buckligen Verwandtschaft darf ich mir deshalb oft anhören, dass ich einen viel zu großen Aufriss um das Kind mache. Von Leuten, die 8 Mal das letzte Stück Schokolade rausrücken, weil die Kleine sonst (OH MEIN GOTT!!!) wütend wird oder weint. Die mehrere hundert Tacken im Monat abdrücken, damit Ihre süße 7jährige sich in der Schule nicht mit zu vielen Ausländern auseinandersetzen muss. Wo der Lütte in den Kindergarten geht weißt Du ja. Was ich mit diesem eeeelendslangen Abschnitt sagen wollte: alles ganz schön relativ, ne? Prinzipiell finde ich es aber auch sehr wichtig, dass man seine Kinder einfach verdammt noch mal so oft wie möglich (selber) spielen lässt.
    So.
    Grüße nach Frankfurt
    Nike

    • Ja, das ist auch meine Beobachtung: Es werden Dinge von Kindern erwartet, die sie noch nicht können müssen. Umgekehrt habe ich oft das Gefühl, dass sie unterfordert werden.
      Ich glaube vom Over-Parenting bist du weit entfernt. Da geht es nicht um Sicherheit, sondern meines Erachtens um dem Kind etwas zu trauen (oder nicht) und dieses immer das beste Wollen. Das Kind Ü B E R A L L hinfahren zum Beispiel. Auf dem Spielplatz I M M E R mit am Gerüst stehen. Dem Kind letztlich keine Alltags-Erfahrungen und auch Scheitern zugestehen und gleichzeitig ÜBERfördern (der Tagesplan des ein oder anderen Kleinkinds ist voller als der von manch einem Vollzeit arbeitenden Erwachsenen). Und das entsteht meist als Kompensation für zu wenig Zeit fürs Kind.
      Ich weiß noch, als mit die Kindergärtnerin beim ersten Gespräch frage, was ich mir für den mini-monsieur wünsche, und ich nur „Spaß. Und eine gute Zeit“, antwortete. Sie schaute mich irritiert an. Denn es werden mittlerweile so viele abstruse Wünsche an die Kindergärten herangetragen, dass das Normal so unnormal wirkt.

    • Zum Perfekt-Können: Das ist zum Beispiel was, wo der monsieur und ich uns gut ergänzen. Er achtet auf gewisse Dinge mehr – was ich auch gut finde – aber manchmal muss ich ihn in seiner Strenge bremsen und daran erinnern, dass der mini-monsieur eben doch erst 4 ist und vor allen Dingen ein Kind.

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