In Kürze

Ausnahmsweise (was ist schon die Regel bei drei Wochen) bin ich am Wochenende nicht nach Hamburg gefahren. Der monsieur und der mini-monsieur sind in Frankreich.

Was soll ich also in Hamburg?

Ja, was soll ich da? Blumen gießen, Post aus dem Briefkasten holen, frieren, Nachbarn durch meine bloße Anwesenheit ärgern… Vielleicht mich von Hamburg verabschieden.

Denn nach dem Disaster am Dienstag (genau genommen Montag abend) habe ich keine wirklichen Optionen* mehr in Hamburg. Wobei Disaster auch zu viel ist. Es fällt mehr in die Kategorie: „Wer lesen kann, ist klar im Vorteil“.

Ich hatte ein Bewerbungsgespräch für eine interessante Stelle: Öffentlichkeitsarbeit für eine medizinische Forschungseinrichtung. Öffentlicher Dienst mit dem ein oder anderm Extra. Spannend. Mit dem Haken, dass die Stelle befristet war. Aber gut, nach der Kündigung kann mich diesbezüglich nicht so viel schrecken. Und wer weiß schon, was in eineinhalb Jahren ist.

Durch die Pendelei und überhaupt habe ich erst Montag abend die Gelegenheit, mir noch mal die Stellenanzeige anzugucken. Wenigstens noch mal gucken, worum es thematisch ginge. Versteckt im einleitenden Fließtext finge ich die gewünschte Information. Doch uups, was steht denn da?!

„Hälfte der regulären Arbeitszeit“ – eine halbe Stelle?! Ich blicke auf meine extra für den Termin lackierten Fingernägel: Mist. Die hab‘ ich umsonst aufgehübscht. Halbe Stelle – halbes Gehalt. Das kann ich knicken.

Ich suche schnell nach den TV-L-Entgelttabellen. Nein, egal, wie ich eingestuft werde, das funktioniert nicht. Mit keiner Stufe in meiner potentiellen Entgeltgruppe komme ich bei 50 Prozent auch nur annähernd an mein jetztiges Gehalt ran. So viele Zulagen kann ich gar nicht bekommen.

Ich ärgere mich ein wenig darüber, dass es scheinbar keinem dort aufgefallen ist, dass ich eine Vollzeitstelle suche beziehungsweise ein Vollzeitgehalt fordere.

Doch in erster Linie bin ich genervt von mir selbst, weil ich eben nicht richtig gelesen habe und dafür einen kostbaren Urlaubstag vergeudet habe. Ich überlege, ob ich nachts um 23h00 noch eine e-mail schreiben kann/ darf/ sollte, mit der ich den vermutlich ersten Termin des Tages (9h00) absage.

Ich entscheide mich dagegen. Der freie Tag ist jetzt weg, mein Zug nach Frankfurt geht erst später.

Also gondele ich am Dienstag einmal quer durch Hamburg und hoffe auf ein Wunder: halbe Stelle – volles Gehalt. 50 Minuten später (von Tür zu Tür) ist mir das Wunder fast schon egal. Die Vorstellung, knapp zwei Stunden täglich in den Öffis zu vergeuden, ist schon fast ein Totschlagargument.

Ich bin etwas zu früh, aber zwei meiner mir androhtengekündigten Gesprächspartner sind schon da. Es macht den erwarteten befürchteten leicht chaotischen Eindruck einer öffentlichen Forschungseinrichtung. Ich folge den beiden – leider nicht ganz unaffällig, weil auf einmal meine Schuhe knatschen – zum auserkorenen Raum.

Wir setzen uns und es geht gleich zur Sache. Ich soll von mir erzählen, warum ich bei denen Pressearbeit machen möchte, was ich vorher gemacht habe. Mir wird erzählt, was bisher die Aufgaben der Pressetante waren. So ganz ausgegoren klingt das nicht. Dass es neben Original-Publikations-Journalen noch weitere Fach-Journale gibt, scheint dort keiner zu wissen. Es ist wirklich schon mal gut, wenn eine Forschungseinrichtung erkennt, dass sie Öffentlichkeitsarbeit machen sollte. Aber ich fürchte, dass ich sie mit meinen Erfahrungen aus dem Agentur-Alltag überfahren würde. Es wirkt alles sehr recht unausgegoren. Und ich frage mich, ob ich nicht zu viel Ordnung rein gebracht hätte.

Aber bevor ich mir die Frage beantworten kann, kommt – als wäre es meinem Gegenüber erst jetzt eingefallen – die Frage, ob mir bewusst sei, dass es sich um eine halbe Stelle handele. Ja, seit gestern abend.

Ob mir das ausreiche, kann ich – nachdem mir bestätigt wird, dass ich von der richtigen Entgeltgruppe ausgegangen bin – leider nur mit: Nein, das geht nicht.

Und damit war das Gespräch nach noch nicht mal 15 Minuten beendet.

Kürzer war bis dato nur meine Anwesenheit bei meiner letzten Spanisch-Klausur: Ich erhielt die Aufgaben, guckte drauf und entschied schnell, dass die 6 der freie Vormittag der 5 vorzuziehen ist.

* Ein kleines Eisen ist noch im Hamburger Feuer. Aber so recht glaube ich nicht daran und außerdem frage ich mich, ob ich das wirklich will.

Durch das Verfassen und Abschicken eines Kommentars erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verabeitung Deiner Daten durch diese Webseite einverstanden. Um die Übersicht über Kommentare zu behalten und Missbrauch zu verhindern, speichert diese Webseite Name, E-Mail, Kommentar sowie IP-Adresse und Zeitstempel Deines Kommentars. Dein Kommentar kann jederzeit gelöscht werden. Detaillierte Informationen findst Du in meiner Datenschutz-Erklärung (s.o.).

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.