Pendeln

Die Sache mit dem Pendeln ist nichts Neues für mich.

Ich bin während meiner Diplomarbeit täglich gependelt. Von Bielefeld nach Bad Oyenhausen und zurück – mal mit dem Zug, mal mit dem Auto, selten mit dem Fahrrad (eher am Wochenende, wenn ich schauen musste, wie es meinen Zellen geht).

Ich bin während meines Praktikums gependelt. Von Bielefeld nach Frankfurt und zurück und täglich von Frankfurt nach Darmstadt – mit dem Auto.

Ich bin während meines ersten Jahres als richtige Angestellte gependelt. Von Bielefeld nach Frankfurt und zurück. Meist mit dem Auto, selten mit dem Zug.

Das letzte Mal Pendeln war die Light-Version: alle zwei Monate von Frankfurt in die Bretagne zum monsieur. Einmal mit dem Flieger, sonst mit dem Zug. Der monsieur kam mit dem Flieger, dem Zug und mit dem Auto. Nach neun Monaten war Schluss damit, denn dann zog monsieur nach Frankfurt.

Nun pendel ich wieder mal: Von Hamburg nach Frankfurt. Mit dem Zug. Fliegen ist zu teuer und Auto macht keinen Sinn steht eh nicht zur Verfügung.

Eigentlich finde ich Zugfahren prima. Und von Hamburg nach Frankfurt ist es auch besonders entspannt: Im Norden rein in den Zug und im Süden wieder raus. Kein Umsteigen. Alles Bestens.

Eigentlich…

Wäre da nicht dieser blöde Fehler, der mir unterlaufen ist. Ich könnte mich in den Hintern beissen:

Zum Arbeiten muss ich am Anfang der Woche (Montag oder Dienstag) VON Hamburg NACH Frankfurt pendeln und am Ende der Woche (Normalfall Donnerstag) wieder zurück. Schließlich wohne ich noch in Hamburg und arbeite hauptsächlich in Frankfurt. Entsprechend muss ich meine Zugfahrkarten buchen.

Für die erste Woche hat das problemlos geklappt. Doch schon in der zweiten Woche war der Wurm drin.

Da mir nicht klar war, ob ich in der zweiten Woche Montag und Freitag in HH arbeiten werde, habe ich meine Zugtickets für Dienstag und Donnerstag erst kurz vor knapp im Büro gebucht. Zum Glück noch einen Sparpreis erwischt. Ich wundere mich zwar noch, dass der Sprinter von HH nach Ffm nicht fuhr, dachte mir aber nix dabei. Die Abfahrtzeit (kurz vor 6h00) passte. Rückfahrt das gleiche (da gibt es keinen Sprinter): Die Abfahrtzeit passte.

Am Dienstag quäle ich mich also in aller Frühe aus dem Bett. Verlasse etwas früher als nötig das Haus, da ich noch Franzbrötchen als Einstand kaufen möchte. Mit Trolley, Tasche und 20 Franzbrötchen im Karton steige ich in die U-Bahn, linse noch schnell auf mein A4-Ticket: Abfahrt auf Gleis 7. Komisch, denke ich, die Fernzüge fahren in HH doch immer am Arsch der Welt von Gleis 13/14 ab. Aber soll ich mich darüber aufregen, dass ich ein paar Meter weniger laufen muss?!

Am Bahnhof schnell auf die Anzeigetafel geguckt: Ach, der Zug fährt doch von Gleis 14. Naja, Gleis 5 und 6 sind ja gesperrt. Irgendwie muss das ja umverteilt werden.

Auf Gleis 14 gehe ich zum Wagenstandsanzeiger und schaue…

… und wundere mich, dass „mein“ Zug auf dem Wagenstandsanzeiger von Gleis 14 angeschlagen ist.

So langsam dämmert es mir: Hier stimmt was nicht. Ich vergleiche die Zugnummern: Ah, hier ist das Problem. Blick aufs Abfahrtposter: Nur dieser eine Zug von HH nach Ffm um kurz vor 6h00. Ach, und der Sprinter fährt doch.

Jetzt ist auch mir klar, dass irgendwas ganz faul ist: Als ich mir um 5h45 zum ersten Mal mein Ticket genau anschaue, sehe ich, dass ich nicht Hamburg-Frankfurt-Hamburg gebucht habe, sondern genau umgekehrt. SCH***.

Natürlich bin ich am Ende des Bahngleises (Wagen 1) und der nächste Automat ist weit weg auf der Galerie. Ich fluche vor mich hin und buche für den Normalpreis (zum Glück mit Bahncard) ein Ticket im Sprinter. Die 30 Minuten Vorsprung sind mir die 7,50 Euro wert*.

Als ich dann endlich Internetzugang habe – also defintiv nicht im Zug im Büro – will ich wenigstens mein Rückfahrtticket umtauschen.

Seitdem bin ich im engen e-Mail-Austausch mit der Deutschen Bahn AG und bereits bis zum Kundendialog weitergeleitet.

Mal schauen, wann sich Herr Grube bei mir meldet.

* Nach der Fahrt kann ich sagen: Ab Hannover schlafen zu können, weil man nicht mehr von irgendwelchen Schaffnern und Neuzugestiegenen genervt wird, ist das Geld mehr als wert.

Ein Gedanke zu „Pendeln

  1. Pingback: Barlihn | Groß-Stadt-Ansichten

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