Schlaf Kindlein, schlaf

Jeder der Kinder hat, kennt mehr oder weniger große Sorgen und Probleme rund um das Thema Schlafen. Nicht nur, dass das Ein- und Durchschlafen der Brut an sich störanfällig ist, es hängt blöderweise auch der eigene Schlaf davon ab.

Mit dem mini-monsieur haben wir im Großen und Ganzen Glück gehabt. Dunkle (zumindest nicht dunkler als sonst) Ringe unter den Augen kannten wir nicht. Insbesondere in den ersten Monaten durften wir ausreichend und auch lange schlafen. Der mini-monsieur ist glücklicherweise auch eine Eule und Langschläfer, was sehr dem Biorhythmus vom monsieur und mir entgegenkommt.

Klassisch mit knapp sieben Monaten fiel dem kleinen Mann jedoch ein, dass einfach so ganz alleineeinschlafen ziemlich langweilig ist. Und prompt tappten wir in die Falle. Es entwickelte sich ein – zu Glück nur vorrübergehendes – sehr langwieriges und nerviges Einschlafritual und ich war kurzfristig geneigt, dieses komische Buch zu besorgen, das verspricht, dass jedes Kind schlafen lernen könne. Aber ganz ehrlich: Die Grundidee mein Kind schreien zu lassen, ist mir im höchsten Maße zuwider und unerträglich. (Ich weiß grob, dass es nicht nur das ist, aber…)

Es regelte sich von selbst… wie so vieles.

Nach dem Abstillen pendelte es sich dann darauf ein, dass sich einer von uns beiden (im Normalfall ich), den mini-monsieur ins Bett brachte, sich daneben legte, das Kind Ohrli machte und recht schnell einschlief. Durchschlafen war kein Regelfall. Irgendwann nachts kam das Kind zu uns und legte sich dazwischen.

Mit dem Umzug nach Hamburg bekam der mini-monsieur ein eigenes Zimmer (er hatte schon in Ffm allein geschlafen, aber bei einer 2-Zimmer-Wohnung kann man nicht von eigenem Zimmer sprechen) und ein Hochbett. Stolz wie Oskar wurde es bezogen und wir konnten das Einschlafritual ausschleichen. Nicht nur in Einzelfällen schlief das Kind alleine mit Buch ein. Auch wurde er nicht mehr jede Nacht wach.

Juhuuu.

Doch man soll ja bekanntlich nicht den Tag vor dem Abend loben: Der Kindergarten begann, der Spätsommer und der Herbst liefen ausgesprochen suboptimal (weil Mama und Kind allein). Zu viel auf einmal für so einen kleinen Kinderkopf. Damit konnte und wollte ich ihn abends nicht allein lassen. Wer Nähe braucht, soll diese auch bekommen. Und möglicherweise sicherlich habe ich damit auch mein schlechtes Gewissen beruhigt, dass ich den kleinen Mann tagsüber so viel fremdbetreuen (Kiga und Babysitterin, Kiga und Onkel) lassen musste und abends auch nicht so viele Stunden für ihn hatte (irgendwann muss er ja auch mal schlafen, wenn er morgens um 8h30 im Kiga sein muss).
Also krabbelte ich abends neben ihn auf sein Hochbett, las ihm eine Geschichte vor und ließ ihn Ohrli machen, während ich ihm vorsang, bis er einschlief.

Und dieses Ritual haben wir seitdem: Mittlerweile darf nicht nur ich, sondern auch immer öfter der monsieur mit aufs Bett. Aber es ist anstrengend. Der Mann hasst es, aufs Bett zu steigen. Der Abend ist kaputt vor allen Dingen, wenn wir daneben einschlafen. Und die Nächte sind auch nicht gut. Denn es gibt keine Nacht, in der der mini-monsieur nicht wach wird und ankommt.

Ich schlafe nicht schlecht, aber dadurch eben nicht durch und das zehrt schon an den Nerven. Und wie ein Wink des Himmels fiel mir bei meiner Mama der Herr Renz-Polster in die Hände. Ich habe es ja eigentlich gar nicht mit Erziehungs-Ratgebern. Ich finde, dass sie den Blick aufs Kind verstellen und das Bauchgefühl erschlagen. Außerdem habe ich meine Mama: ihres zeichens Erzieherin und mein fleischgewordener Ratgeber 🙂

Aber ich suchte bei meinen Eltern was zum „blättern“. Und als ich hinten drauf las: „Warum schläft das Kind nicht ein? Warum wacht es immer wieder auf?“ schlug ich es mal auf. Ich hatte nicht viel Zeit und habe bislang nur quergelesen. Aber das, was ich da mit den Stichworten „Brücke“ und „Einschlafassoziation“ las, war so einleuchtend, dass es gleich in die Tat umgesetzt werden musste:

Der mini-monsieur bekommt seitdem unterm Bett vorgelesen und geht dann alleine ins Bett. Noch bleibe ich im Zimmer, aber ich singe nicht und er darf auch nicht Ohrli machen. Und wenn es mir zu lange dauert, gebe ich vor, auf Toilette zu müssen.

Und siehe da: Es funktioniert!

Seitdem hat er jede Nacht durchgeschlafen und ich habe auch das Gefühl, dass er so schneller in den Schlaf findet.

In diesem Sinne: GUTE NACHT!

Schlüsselerlebnis

Ich habe einen Hang zum Schreiben und zum Erklären. Daher hatte ich ja auch beschlossen, den Elfenbeinturm zu verlassen und mein Wissen zu nutzen, um andere Menschen wissend zu machen.

Als damals, während der Diplomarbeit bzw. nach dem Studium, die Entscheidung anstand, was tun, wenn nicht Labor, habe ich lange mit Wissenschaftsjournalismus geliebäugelt. Und auch zwischendurch immer mal wieder „auf die andere Seite“ geschielt.

In meinen kühnsten Träumen sah ich mich schon als Nachfolgerin von Ranga Yogeschwar bei Quarks&Co. Aber ich bin ein kleiner Schisser und ein Minimalist. Der Aufwand, um wirklich, wirklich gut zu sein und auch wirklich, wirklich gutes Geld zu verdienen (ich arbeite nicht zum Selbstzweck), ist im Journalismus unverhältnismäßig groß.

Wäre ich Wissenschaftsjournalistin geworden und hätte es mit Quarks&Co nicht geklappt, wäre die Spektrum der Wissenschaft mein Ziel gewesen.

Denn die Spektrum ist für mich DIE Wissenschaftszeitschrift für Interessierte schlechthin. (Mir fällt allerdings auch keine Alternative ein.)

Zum einen ist da die Mischung der Fachgebiete. Ob Bio, Chemie, Biochemie, Medizin, Physik, Archäologie, Psychologie, Philosophie oder Mathe: Die Zeitschrift versucht das Spektrum der Wissenschaften wirklich abzudecken und -bilden. Wobei ich nicht immer alles lese, geschweige denn verstehe.

Zum anderen ist es die Art der Themenaufbereitung. Alle Themen werden so dargestellt und aufbereitet, dass sie auch von Fachfremden verstanden werden können. (Wobei allerdings ein naturwissenschaftliches Grundinteresse vieles vereinfacht.)

Ich selbst lese die Spektrum seit 1999. Als ich mein Biochemie-Studium angefangen habe, habe ich mir ein Abo zu Weihnachten gewünscht. Sie hat mich immer auf der Fahrt zur Uni begleitet und den ein oder anderen spannenden Impuls geliefert.

Auch noch lange nach dem Studium habe ich sie gründlich gelesen. Das wurde langsam weniger, reduzierte sich dann nach der Geburt des mini-monsieurs deutlich: Inhaltsverzeichnis, Leserbriefe und evtl. noch ein, zwei Artikel aus „meinem“ Bereich. Viele Ausgaben blieben ungelesenen liegen.

Doch das Abo blieb. Zum Teil auch, weil die Rechnung für das Abo wohl immer mal wieder bei meinem Vater landeten (er hat eine andere Zeitschrift aus dem gleichen Verlag im Abo) und auch von ihm beglichen wurden.

Ein wenig blutete mir schon das Herz, aber schlussendlich wanderten sämliche Ausgaben seit 1999 beim Umzug nach Hamburg in die Papiertonne. Denn ganz ehrluch: Die Zeitschriften sind innerhalb Bielefeld, nach und innerhalb Frankfurt umgezogen und ich habe keine alte Ausgabe wieder in die Hand genommen.

Das Abo kam mit nach Hamburg. Doch Zeit zum Lesen gab mir das letzte Jahr kaum. Ich guckte nach dem üblichen Schema die Zeitschrift durch und ordnete sie kaum bis gar nicht gelesen in den Schuber auf einem Stapel auf dem Schreibtisch.

Als ich im April – genervt und frustriert von der Arbeitssuche – wieder anfing, Richtung Journalismus zu schielen, stolperte ich im großen Netz über eine Veranstaltung bei der Spektrum der Wissenschaft. Aufgeregt als hätte ich gerade meinen Traummann getroffen, meldete ich mich direkt an.

Wow, ICH komme zur Spektrum. ICH werde die heiligen Hallen betreten und mit einem (oder mehreren) Redakteuren sprechen dürfen.

Erfürchtig gespannt und leicht nervös wie vor einem Rendezvous machte ich mich einen Tag vorher auf den Weg. Denn es ist nicht möglich ist, von Hamburg aus morgens um 10 Uhr in Heidelberg zu sein (zumindest nicht, ohne total fertig zu sein). So ging es erstmal nach Frankfurt. Hach ja… schön war’s: Städtchen gucken, Frankfurter Kranz essen, schnacken bis spät mit der Freundin, die sich sehr freuen würde, wenn wir wieder nach Frankfurt zögen.

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Nicht so schön: Halsschmerzen.

Die Fahrt selbst nutzte ich zur „Vorbereitung“: gefühlte drölfzig Ausgaben der Spektrum lesen. Bei viereinhalb Stunden Fahrt ohne Ablenkung durchs Smartphone (da kein kaum Empfang) schafft man da auch einiges weg und ich fühlte mich gut präpariert.

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Am nächsten Morgen fühlte ich mich allerdings nicht mehr gut. Die Halsschmerzen waren schlimmer geworden. Gut schlafen war mir auch nicht vergönnt: Die Luftmatratze hatte Luft verloren. Und die Kleinste meiner Freundin erklärte morgens um 5h00 die Nacht für beendet. Wär ich nicht schon in Frankfurt gewesen und hätte ich keine Teilnahmegebühr gezahlt, wäre ich nicht hingefahren.

Die Fahrt nach Heidelberg selbst verlief problemlos. Das Wetter war nicht sonderlich einladend, aber ich wollte ja auch nicht wie die Millionen von Asiaten im Zug zum Sightseeing nach Heidelberg. Die Einfahrt in den Heidelberger Bahnhof war – das Gewesen um Heidelberg im Hinterkopf habend – allerdings sehr ernüchternd und ich frage mich seitdem:

Was ist das Besondere an Heidelberg?

Sowohl das, was rechts und links zu sehen war, als auch der Bahnhof selbst sind ja schon hässlich nicht so ansehnlich.

Gut, der Regen und die Halsschmerzen haben da auch sicherlich den Blick getrübt. Apropos Halsschmerzen: Die Suche nach einer Apotheke führte dann auch dazu, dass ich fast zu spät kam. (Ohne Smartphone wäre ich es auch.)

Angekommen am Tempel der Wissenschaft die nächste Ernüchterung. Ich geb’s ja zu, aus Hamburg ist man andere Kaliber gewohnt, wenn es um Verlagshäuser geht. Aber mal ehrlich: Wenn mein Navi nicht darauf bestanden hätte, dass ich richtig war und wenn an der Klingel nicht ein lieblos laminiertes Schild gewesen wäre, auf dem „Spektrum der Wissenschaft“ stand, ich wäre vorbeigegangen.

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Aber wie heißt es so schön: Die inneren Werte zählen.

Mir wurde die Tür geöffnet. Ich durfte eintreten in die „heilige Hallen“. Durchatmen. Einatmen. Und…

In Filmen käme jetzt so ein Geräusch von einer Plattennadel, die über die LP gezogen wird.

… nichts. Ernüchterung drei an diesem noch recht jungen Vormittag. Ernüchterung vier folgte schnell: ein Konferenzraum mit einem ovalen Tisch, um den wir elf Teilnehmer mit einem Redakteur saßen – mehr Einblicke in die Spektrum gab’s nicht.

Nachdem sich jeder mit verschiedenen Titeln aus dem Spektrum-Verlag und Merchandise-Artikeln eingedeckt hatte, stellte sich die bunte Runde vor: Da gab’s wissenschaftliche Angestellte, die ab und an was für ihr Institut schreiben. Den Wissenschaftsjorunalismus-Studenten. Die Dame, die sich von dem Termin erhoffte, zu erfahren, warum ein Artikel von ihr nicht in „Die Welt“ erscheint. Die Naturwissenschaftsstudentin, die nicht im Labor enden will. Den kleinen Streber hochambitionierten Praktikanten in spe, der theoretisch schon alles weiß. Den interessierten Leser präsentiert durch einen alten Herrn. Den Komplementär-Mediziner, der sein Thema an den Redakteur bringen wollte und ein spöttisches Lächeln erntete. Noch zwei andere, an die ich mich nicht erinnere. Und mich. Mich, die böse PR’lerin, die nur für Geld dem Kunden nach dem Mund schreibt, die Feindin des seriösen Journalismus, tja und die, die wohl am wenigsten weil nichts wirklich Neues erfahren hat in folgenden sechs Stunden. Ernüchterung Nummer vier, fünf und sechs:

Nein, es war nicht neu für mich, was der gute Redakteur über Journalismus im Allgemeinen und Wissenschaftsjournalismus im Besonderen erzählte (außer ein paar Zahlen). Auch die Grundlagen journalistischen Schreibens am Beispiel einer Nachricht sind mir mehr als geläufig. Wobei dieser Teil aufgrund der lustigen Negativ-Beispiele noch am kurzweiligsten war.

Die siebte Enttäuschung: Die Schreibübung (jetzt hätte ich fast das „b“ vergessen) am Schluss war ganz nett, aber auch nichts, wofür ich nach Heidelberg hätte fahren müssen. Wir bekamen eine wissenschaftliche Studienveröffentlichung, aus der jeder binnen eineinhalb Stunden eine Nachricht schreiben sollte. In der großen Runde wurden dann die einzelnen Texte besprochen. Da ich ja so ziemlich alles redigiere, was aus mehreren Wörtern besteht, habe ich mich mit Kommentaren zurückgehalten. Nennen wir es einfach interessant, was es da zu lesen gab. Es war alles dabei: von einer echten Nachricht bishin zur Prosa.

Am Ende der Veranstaltung zeigte uns der Redakteur seine Version der Nachricht. Und damit kam ich dann auf neun desillusionierende Schlüsselerlebnisse an diesem Tag. Passend dazu der Schlüsselanhänger von der Spektrum:IMG_20130527_115432

Immerhin hatte ich genug Lesestoff für die Rückfahrt

und somit wenigstens einen Teil meiner Teilnahmegebühr wieder raus.

Was vom Tiramisu übrig blieb

Tiramisu ist schon eine verdammt lecker Sache. Allerdings auch eine verdammt reichhaltige – besonders bezogen auf die Geschmacksträger, die sich gerne ringförmig auf meiner Hüfte niederlassen. Daher esse ich diesen italienischen Klassiker nur aushäusig äußerst selten und habe es auch noch nie selbst gemacht.

Nun ist vor ein paar Tagen der monsieur beim Einkaufen von einer Packung Tiramisu verfolgt worden. Er schwört, dass er es nicht verhindern konnte, dass die Packung in den Wagen, aufs Band und in die Einkaufstasche sprang.

Nun gut, es sollte wohl so sein.

Es war ein klassisches Tiramisu (oder die Tiramisu?) mit allem, was da so reingehört: Löffelbiskuits, Kakaopulver, Mascapone, Ei, Kaffee und Alkohol. Geschmacklich gibt es sicherlich noch besseres, aber es war durchaus genießbar.

Es ist wohl auf unsere Gier Unerfahrenheit als Eltern (der mini-monsieur ist schließlich unser erstes und einziges Kind) zu schieben, dass wir das Tiramisu in seiner Gegenwart aßen und er so sah, dass es was überaus Leckers sein musste, was Mama und Papa sich da völlig bedenkenlos einverleibten. Völlig klar also, dass er auch ein Stück vom Glück verlangte.

„Da ist Alkohol drin.“ war zwar NEIN genug, aber glücklich war der kleine Mann nicht. Warum nur dieser Papa IMMER Sachen mit Alkoho (er lässt gerne das l weg) kaufen muss.

Das Mutterherz blutete, der Genuß war getrübt. Für ein echtes Muttertier gilt nun mal: Nur wenn das Kind glücklich ist, ist es Mutti auch.

Und so schleppte ich die darauf folgenden Tage die neuen Tiramisu-Pfunde die Frage mit mir rum, wie ein kindgerechtes Tiramisu aussehen könnte. Auf einschlägigen websites fanden sich nur Rezepte mit ohne Ei und Alkohol. Der Rest, auch der Kaffee, blieb drin.

Das war’s nicht. Außerdem war es Pfingstsonntag abend, als ich mich ans Werk machte. Und das einzige, was ich von den Originalzutaten im Haus hatte, waren Löffelbiskuits und Kakaopulver.

Und so ging’s:

Die Zutaten

  • Löffelbiskuits (Anzahl hängt von der Form ab)
  • Kakaopulver
  • ca. 300 ml Wasser
  • Bittermandelöl
  • 550 ml Milch
  • 1 Pk Vanillepuddingpulver zum Kochen
  • 1 El Zucker
  • 1 Be Vanillejoghurt (125-150 g, Naturjoghurt ginge auch)

Die Herstellung

  1. Vanillepudding gemäß Packung zubereiten jedoch mit 550 ml Milch und nur der Hälfte Zucker (= 1 El), abkühlen lassen
  2. Wasser, 3-4 Tl Kakaopulver und 3-4 Tropfen Bittermandelöl vermischen
  3. Vanillepudding mit Vanillejoghurt mischen
  4. Form der Wahl mit Löffelbiskuits auslegen
  5. Löffelbiskuits vorsichtig so mit Kakao-Sud übergießen, dass die Kekse alles aufsaugen können
  6. ein Teil der Pudding-Joghurt-Masse drüber geben
  7. Kakao-getränkte (in einem Teller) Löffelbiskuits drauflegen
  8. Pudding-Joghurt-Masse drüber geben
  9. mit Kakaopulver großzügig bestäuben
  10. kalt stellen

Das Ergebnis
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Winterschlaf

Während ich versuche den mini-monsieur ins Bett zu bringen, schläft der monsieur auf dem Sofa ein. Als der mini-monsieur endlich schläft, wacht der Mann auf. Der Hund muss raus. Der monsieur präpariert sich, als würde er zur Nordpol-Expedition aufbrechen.

monsieur: Was für ein Sch***-Wetter.
Ich: Wieso? Wir haben Oktober, nicht Mai.
monsieur: Habe ich so lange geschlafen?

Krankes Telegramm

Da ist dieser Artikel über Angelina Jolies Entscheidung bzw. die Berichterstattung dazu aus „professioneller“ Sicht, den ich eigentlich schon längst fertig schreiben wollte.

Da ist der Vertrag, der nicht kommt, ein abgesagtes Bewerbungsgespräch und eine Stellenausschreibung, die diese Woche aufpoppte und gleich von mir bedient wurde. Stoff für einen weiteren Artikel.

Da war ich mal wieder in Frankfurt. Eine kleine Sightseeing tour gibt’s auf Instagram (link ist links).

Da war ich in Heidelberg und wollte mich fortbilden bei der Spektrum der Wissenschaft. Warum das nicht so ergiebig war, schreibe ich, …

… wenn ich nicht mehr krank bin

Grenzenlose Erziehung?!

Die liebe Rina fragte, wie und ob ich die Unterschiede zwischen deutscher und französischer Erziehung empfinde bzw. erlebe. Spannende Frage. Und ja, immer mal wieder spüre ich diese kleine feine Grenze da westlich des Rheins. Soo zusammengewachsen ist Europa noch nicht 🙂

Ich weiß nicht, ob man viele Dinge wirklich verallgemeinern kann/darf. Aber rein vom Gefühl her, würde ich mal ganz generell sagen, dass Kinder in Frankreich mehr funktionieren müssen und weniger Kind sein dürfen.

Das ist dem hochgelobten französischen Betreuungsangebot gezollt. Ich muss ehrlich sagen, dass es mich nervt, wenn ich immer wieder höre, dass es in Frankreich viiieel einfacher ist für Frauen, wieder arbeiten gehen zu können trotz Kind. Denn das ist kein „können“, das ist ein „müssen“. Denn wer zehn Wochen nach der Geburt wieder im Job stehen muss, weil sonst der Job weg ist, der braucht eine Betreuungsmöglichkeit.

In Deutschland ist das ziemlich bis sehr verpönt, wenn man das Kind nach noch nicht mal drei Monaten allein lässt. Also fremdbetreut und nicht etwa beim Papa, weil der Elternzeit und -geld nimmt. Und hier schielen die Französinnen neidisch auf die andere Seite des Rheins: Elternzeit mit gesicherter Jobrückkehr bis zu 3 Jahre, Elterngeld bis zum 12. (14.) Monate nach der Geburt, Recht auf Teilzeit und Kündigungsschutz während der Elternzeit. Wenn ich davon im Verwandten- und Bekanntenkreis des monsieurs erzähle, ernte ich ungläubiges Staunen.

Dieses „funktionieren müssen“ zieht sich so durch das Leben eines französischen Kindes. Es scheint als gibt es im Land des Savoir-vivre mehr Regeln für Kinder als bei uns Teutonen: am Tisch, beim ins Bettgehen, Zeiten, Rituale (furchtbar, wer alles Anrecht auf bisous hat). Es gibt auch mehr Regeln, wann was wie zu erfolgen hat. So hatten der monsieur und ich zum Beispiel eine kleine Diskussion bezüglich des Stillens:

Für mich war klar, wenn ich stillen kann, wird der mini-monsieur sechs Monate voll gestillt und darüber hinaus so lange, wie er will (meine persönliche Schmerzgrenze: 2. Geburtstag). Ich kann ja schon von Glück reden, dass der monsieur nicht dem französischen Fläschchen-Mythos verfallen ist.
(Es findet zwar gerade ein Umdenken bei den Franzosen bzgl. stillen statt. Es gibt sogar Still-Prämien. Aber letztlich hängen die Frauen doch im System: Das Kind muss zum Beginn der Betreuung irgendwie funktionieren und kann nicht nach Bedarf gestillt werden).
Aber sechs Monate kamen auch ihm suspekt vor: Ob das Kind alles bekommt, was es braucht… Der mini-monsieur entschied selbst, dass er mit fünf Monaten das erste Essen haben möchte, aber erst mit 14 Monaten das letzte Mal an der Brust saugen wollte. Die neun Monate dazwischen musste ich mir immer wieder anhören, dass der mini-monsieur für immer an der Brust hängen wird und dass ich das Ende entscheiden muss.
(Ach ja, auch so was: Erwachsene entscheiden und bestimmen. Das Kind hat zu folgen.)

Lustig war, dass der mini-monsieur die ersten sechs Monate mit Stoffwindeln gewickelt wurde. Zum Glück denkt der monsieur recht ökologisch und konnte sich recht schnell mit der Idee anfreunden. Bei unserem ersten Besuch in Frankreich mit dem neuen Baby waren wir allerdings die Attraktion und ernteten erstmal fassungsloses Kopfschütteln ob unserer mittelalterlichen Methode der Babyhygiene, ob wir noch nichts von Plastikwindeln gehört hätten.

Jaja, das Plastik. Auch so ein Unterschied: Während der Deutsche für sein Kind am liebsten unbehandelte Holzklötze zum Spielen hätte, kann es für die Franzosen nicht laut, bunt, stabil und zugleich leicht, Bisphenol-A-haltig genug sein. Auch wenn es mich manchmal gruselt, wenn wieder mal ein Geschenk aus Frankreich geöffnet wurde, so ist es nicht mehr so schlimm. Ich habe allerdings auch mal was gesagt. Mittlerweise lasse ich die sehr moderate Vielfalt regieren.

Was hüben und drüben auch nicht gleich gehandhabt wird: Mobilität und Bewegung. Ich finde es schon sehr bezeichnend, dass die Franzosen keine Laufräder kennen. Auch sonst habe ich das Gefühl, dass Bewegung nur in sehr eng gesteckten Rahmen stattfindet. Die Franzosen fahren viel und gern Auto und schimpfen ständig auf die großen Mineralölkonzerne. Kinder werden wohin auch immer mit dem Auto gebraucht. Strecken, die ich per pedes oder pedal zurücklegen würde, werden gefahren. Das konnte ich dem monsieur glücklicherweise abgewöhnen. In Frankfurt stand das Auto oft wochenlang unbenutzt rum. Hier in Hamburg wird es doch noch mal zum Einkaufen genutzt. Aber es geht auch ohne und daher wird in naher Zukunft der monsieur wohl das erste Mal seit Führerschein kein eigenes Auto haben. Der mini-monsieur ist Fahrrad-süchtig. Das Laufrad war der Einstig. Und seit letztem Herbst ist es ein richtiges Fahrrad. Und er fährt und fährt und fährt. Und wird dabei vom Papa unterstützt und begleitet. In Deutschland ist das zum Glück auch möglich. In Frankreich fehlen dafür leider oft Bürgersteige – von Radwegen ganz zu schweigen.

Der monsieur und ich haben für viele Dinge einen guten Kompromiss gefunden. Alles was verargumentiert werden kann, wird auf den Prüfstein gestellt. Erziehungsmethoden, die so sein sollen, weil das so ist, finden nicht statt. Soll heißen, dass der mini-monsieur durchaus mitentscheiden darf und nicht einfach uns Erwachsenen zu folgen hat (Situationen mit Gefahrenpotential mal ausgeschlossen). Es gibt Regeln, die respektiert werden müssen, aber bei Bedarf auch erklärt werden können. (Der monsieur gibt zu deutet allerdings auch immer wieder an, dass hier in Deutschland manches durchaus besser sei.)

Je mehr ich nachdenke und schreibe, desto mehr fällt mir ein/auf. Aber über den Unterschied von französischen und deutschen Kinderbüchern, wie französische Kinder ins Bett gehen, die Bedeutung des Fernsehers und andere Dinge schreibe ich in ein anderes Mal.

Haarig

Ganz ehrlich, würde ich in dem kleinsten Dorf Bayerns wohnen, würde ich mich über nix wundern. Aber bitte, ich lebe in Hamburg, der zweitgrößten Stadt Deutschlands.

Würde ich für jedes von mir zwischengerufenen „er“, „Er ist ein Junge.“ oder „Nein, kein Mädchen.“ einen Euro bekommen, könnten wir uns wohl in absehbarer Zeit eine 100-Quadratmeter-Eigentumswohnung in Blankenese leisten.

Ja, das Kind hat lange Haare. Lange, hellblonde Haare – als Junge. Aber ist das ein Grund so zu tun, als wäre das seltener als ein Kondom in der Herbertstraße?

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Und nein, wir sind nicht so komische Eltern, die ihr Kind genderneutral aufwachsen lassen. Auch wenn ich manchmal etwas mehr Genderneutralität im allgemeinen Umgang mit Kindern ganz gut fände.

Der mini-monsieur liebt derzeit Dinos, Light*ing McQ*een, Fussball, Rugby, Boxen, Le*o… Er hat eine Puppe, mit der er manchmal, wenn das Nachbarsmädchen da ist, Mutter-Vater-Kind spielt. Er hatte es noch nie mit Kuscheltieren. Findet Märchen toll. Er singt und tanzt für sein Leben gern. Nix ist ihm hoch genug. Bewegung ist sein Lebenselexier.
Tendenziell „typisch Junge“ – obwohl sich mir das Nackenhaar hochstellt, während ich das schreibe.

Der mini-monsieur trägt viel blau-weiß, wenig orange und nie rosa. Er ist fast immer in Jeans und Turnschuhen. Einen Rock hat er noch nie angehabt. Allerdings trägt er seit er ca. 5 Monate ist eine Bernsteinkette, die er auch nicht abnehmen möchte.

Und trotzdem erleben wir Momente, in denen ich zwischen Kopfschütteln, laut lachen und mein Gegenüber schütteln schwanke:

Der mini-monsieur spielt mit einem kleinen Ball: wirft ihn, fängt in wieder auf. Die rechtmäßige Besitzerin (1-1,5 Jahre) kommt mit ihrer Mutter, bestaunt kurz die Fähigkeiten des Großen. Die Mutter zum Kind: Aber das Mädchen macht das schon gut. Ich sage nix. Die Kleine fordert den Ball ein. Ich wende mich zum mini-monsieur und sage ihm, dass er den Ball dem Mädchen zurückgeben solle, weil es ihrer sei. Als das Mädchen den Ball wieder hat, fordert die Mutter sie auf, dem Mädchen Danke zu sagen. Ich: „dem Jungen“. Keine Reaktion. „Er ist ein Junge.“ Erstaunter Blick der Mutter.
Dann wendet sie sich zur Tochter: Guck, das ist ein Junge. Deswegen konnte der so gut mit dem Ball spielen.

Aaaaahhhhh.

Ärztin im Notdienst: Wie heißt Du denn?
Mini-monsieur nennt seinen Namen (durchaus männlich. Denken Sie an einen Boxer und eine in den 1980er sehr bekannte Sängerin)
Ärztin: Bist Du denn ein Junge oder ein Mädchen? *Nachtigall_ich_hör_dir_trapsen*
Mini-monsieur (empört): Ein Junge!
Ärztin: Aber die langen Haare haben doch Mädchen. (Die Frau hatte einen sehr anstrendenden Akzent aus dem BaWü-Raum)
Ich: Bitte? Es gibt ja auch Mädchen mit kurzen Haaren.
Ärztin (zum Kind): Willscht Du die nicht abscheiden lassen?
Mini-monsieur: Nein! Die bleiben daran.
Ich: Wieso sollte er?
Ärztin: Na, weil Kinder können doch so grausam sein.

Ja, solange es noch (potentielle) Mütter gibt, die so denken, durchaus.

Ich versuche ja schon seit jeher, wenn ich mir ob des Geschlechts des Kindes nicht sicher bin, erstmal von „dem Kind“ zu sprechen. Dann brauche ich auch nicht so komische Entschuldigungen wie „Aber…
… die langen Haare“
… die langen blonden Haare“
… die blonden Haare“
… die langen Haare und die Kette“
… die blonden Haare und die blauen Augen“
stammeln.

Glücklicherweise ist die Haarlänge des mini-monsieurs im Kiga kein Thema. Außer beim Mittagessen, wenn ihm ein Zopf gebunden werden soll, was er mit „Das ist für Mädchen“ unterbinden möchte. Und dass ein kleiner Kumpel sich jetzt auch die Haare wachsen lassen möchte.

Liebes Tagebuch am Fünften (Mai)

Heute ist es wieder so weit. Das Schöne und Spannende an Frau Brüllens Fünfter-Aktion ist, dass es immer ein anderer Wochentag ist.

Nachdem gestern Abend der mini-monsieur ganz allein und weil völlig fertig auf dem Sofa eingepennt ist und ich auch wie eine gefällte Eiche kurz drauf daneben lag, wachten wir um

10h00 bestens gelaunt auf. Nach kurzer Orientierung zischt das Kind ab, um den Papa zu wecken. Mein brillenloser Blick durchs Wohnzimmer lässt mich für den Bruchteil einer Sekunde stutzen: Der Hund hat doch nicht etwa aus Rache dafür, dass er aufgrund seiner Läufigkeit gerade so wenig raus kommt etwas Braunes mitten auf dem Parkett hinterlassen?!
Die schnell aufgesetzte Brille sorgt für Entspannung: Da sitzt mitten im Zimmer ein Maikäfer. Wow. Schon lang nicht mehr gesehen. Der muss fotografiert werden. Also schnell Glas drüber und die Kamera holen.

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Erste Shooting-Runde mit Kamera und Handy.

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Nach kurzem Familien-Kuscheln wird der Mut des Kindes getestet. Er hat momentan totale Angst vor allem, was kreucht und fleucht.
Letzens war eine Hummel in der Wohnung, da hat er so geschrien, als wäre er von einem Hornissen-Schwarm attacktiert worden. Und die Fliege zwei Tage drauf war ähnlich gefährlich. Allerdings gestern Abend in der U-Bahn hat er sich mit der Wespe unterhalten, die darin rumflog… Aber ich schweife ab.
Ich nehme also das Kind mit ins Wohnzimmer und erwarte schon Schlimmstes – vor allem, als ich das Glas hochhebe. Doch der mini-monsieur guckt interessiert und der Käfer selbst macht nix. Ein Bein des armen Käfers scheint nicht ganz in Ordung und der ganze Käfer irgendwie auch nicht. Um ihm noch eine Chance zu geben, stülpe ich das Glas wieder drüber, nehme eine Pappe und setze ihn zusammen mit dem Kind in einen bereits bepflanzten Blumenkasten. Die Sonne, die feuchte Erde, der natürliche Untergrund scheinen die Lebensgeister zu wecken. Ich muss noch einmal die Kamera zücken.

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10h40 So genug Fotos gemacht. Der monsieur scheucht sich selbst hoch. Er will Brötchen holen. Das Kind schnappt sich ein Buch.

11h00 Der Mann kommt endlich los, um mit dem Hund Brötchen zu holen. Ich bereite das Frühstück vor. Unser Morgen-Ritual: Wie immer frisch gemahlener Kaffee für den Mann und Tee für mich. Der Rest kommt aufs Tablett. Tisch decken.

11h10 Dem Kind fällt ein, dass Löwenzahn kommt und während ich mit Frühstücksvorbereitungen beschäftigt bin, darf er gucken. Die nachfolgende Sendung mit der Maus darf auch beendet werden, obwohl wir mittlerweile mit dem Frühstück anfangen konnten – sprich der monsieur mit den Brötchen zurück war.

12h30 Frühstück beendet. Ich drehe ein fb-, IG- und Blog-Runde. Das Kind bastelt: Flugzeuge und Dinos aus alten Milchkartons, Klorollen, beschäftigt sich mit Lego. Ich versuche dem haarenden Hund Herr zu werden. Es wird zum Glück weniger, da es konstanter warm ist. Dafür ist der Hund zur Zeit läufig. Also muss ich eine Extra-Feudelrunde drehen.

13h15 Die Sonne „knallt“ auf den Balkon. Wir stressen uns also nicht und tanken erstmal Licht und Wärme auf Balkonien. Ich habe das Gefühl, dass ich das ganze vergangene Jahr nicht einmal so einen sonnigen Moment auf dem Balkon genießen konnte. Der monsieur macht das, was er seit Tagen macht: Autoinserate online checken.

14h15 Telefonat mit dem kleinen Bruder. Danach machen wir uns endlich mal fertig, um noch mal rauszukommen.

15h10 Monsieur, mini-monsieur und ich düsen mit den Rädern los zum nächsten Spielplatz mit Wasser (!).

Ich mag den Spielplatz. Er bietet für viele Alterstufen was. Liegt gut im Schatten. Ist Teil des Hammer Parks. Und direkt neben dran ist ein Café, das leckersten Kuche und Kaffee auch zum Mitnehmen bietet. Was ich auch nutze und für den monsieur und mich was Koffeinhaltiges zum Trinken besorgen.
Und während der mini-monsieur den bewässerten Teil des Spielplatz nutzt, sitzen wir einfach nur da und freuen uns, dass das Kind sich mittlerweile auch mal selbst beschäftigen kann.
Es ist komisch: Fast immer, wenn ich auf diesem Spielplatz bin, habe ich das Gefühl, ich sei auf einem Spielplatz in Frankfurt. Mit Blick darauf, dass es für mich beruflich bald sehr wahrscheinlich zurück geht nach Frankfurt, fühlt es sich gleich komischer an.

18h00 Wir fahren zurück. Wer mich kennt und sieht, wie das Kind Fahrrad fährt, weiß, dass der mini-monsieur mein Kind sein muss. Es ist erschreckend erstaunlich beängstigend (immerhin hatte ich zwei nicht ganz harmlose Fahrradunfälle). Und genau wie für mich wäre für ihn die schlimmste Strafe Fahrrad-Verbot. Nix würde ihn so hart treffen wie das.

18h20 Zu Hause angekommen geht der monsieur direkt mit dem Hund raus und das Kind direkt unter die Dusche. Er ist etwas unleidlich, sodass wir schnell durch sind. Dann mache ich Essen. Zum Fleisch gibt es einen selbstkreierter Salat: Brokkoli, Tomaten, Schafskäse, Lauchzwiebeln und – ich bin da in den 1980ern hängengeblieben – geröstete Mandelstifte. Soooo lecker!

19h20 À table. Das Kind hat irgendwie schon Hunger, aber nicht soo sehr, dass er seinen Redefluss dafür unterbrechen möchte. Und sich selbst um die Nahrungsaufnahme will er sich schon mal gar nicht kümmern. Den monsieur nervt es, wenn ich den kleinen Mann füttere, aber ich habe auch keine Lust bis nachts am Tisch zu sitzen oder dass der mini-monsieur nachts ankommt, weil er Hunger hat.
Nachtisch (Tiramisu für die Großen, Eis für den Kleinen), abräumen, aufräumen, Zähne putzen, diskutieren, dass der mini-monsieur überhaupt nicht müde ist, aber dennoch um

21h00 im Bett ist und von Papa Märchen auf Französisch vorgelesen bekommt. Ich rufe derweil meine Mit-Kiga-Elternvertreterin an um zu klären, wer jetzt Blümchen und Karte für die doch sehr spontan ausscheidende Erzieherin besorgt.
Das ist was, was mich seit einer Woche beschäftigt: Eine der drei Erzieherinnen aus der Gruppe des mini-monsieurs hatte wohl nur einen Ein-Jahres-Vertrag. Das fiel der Kiga-Leitung wohl auch erst letzte Woche ein, sodass die Erzieherin schon am nächsten Mittwoch ihren letzten Tag hat. So zufrieden ich mit der Arbeit am Kind und dem Konzept in dem Kiga bin, so sehr bin ich genervt von der Kommunikation.

23h00 Habe fertig. Werde gleich noch eine ausgiebige Blog-Runde drehen und dann irgendwann auch mal ins Bett.

Fürs Gefühl

Ich habe noch nie ein Lied als mp3 gekauft. Dies Digitale ist nix für mich. Was nicht bedeutet, dass ich keine mp3 habe. Meine (externe) Festplatte ist gut gefüllt. Und auch auf meinem Handy ist ein Teil des Speichers für Musik geblockt. Aber diese mp3 stammen von echten CDs. CDs, die bei mir im Regal stehen.

Auf diesen kleinen silbernen Scheiben mit Hülle und Booklet bin ich hängen geblieben, als ich in den 1990ern musikalisch sozialisiert wurde.
Denn mal abgesehen von der Klangqualität (bei entsprechendem Equipment) finde ich den Zusatznutzen von CDs einfach toll: Ich kann was anfassen, ich kann was angucken und auch meistens was lesen.

Wenn ich Musik hören will, gehe ich bewusst ans CD-Regal und ziehe heraus, was mir just in dem Moment gefällt. Zu fast jeder CD fällt mir ein, wann und warum ich sie gekauft habe. Bei neuen Künstler (also neu für mich) ist es meistens nur ein Song, den ich irgendwo aufgeschnappt habe, der mich inspiriert, die CD mit eben diesem Lied zu kaufen. Ich kaufe auch nur ganz selten Single-CDs. Denn so eine ganze CD gibt einem die wunderbare Möglichkeit, mehr kennenzulernen. Stücke abseits des Mainstreams.
Das alles bietet mir der Download nicht. Lädt man sich wirklich ganze Alben runter? Oder eher nur einzelne Stücke? Und sehen kann man auch nix (ja, ich weiß, dass die gängigen Player für den Rechner das Cover zeigen können). Vom Lesen ganz zu schweigen. Und wie höre ich die Musik? Auf dem Rechner? Brrrr, die Lautsprecher gehen ja gar nicht. Jedes Mal eine CD brennen?

Außderdem mag ich meine Anlage. Ich habe immer noch meinen ersten CD-Spieler (klassisch zur Konfirmation geschenkt bekommen), der treu(stens) seinen Dienst leistet.
Dazu eine simple, aber sehr gute Endstufe, in die die Musik aus dem CD-Spieler rein und an die Boxen raus geht – kein Schnickschnack, kein Knopf zum drehen, nix… reine Musik.
Und zwei Boxen, die einfach nur guten Klang ausgeben.

So macht mir Musik hören Spaß. So habe ich was davon. So ist es was fürs Gefühl.