Liebes Tagebuch am Fünften

Da ich immer noch AU bin, dreht sich mein Tag-Nacht-Rhyhtmus um. Und die Eule in mir will halt zu ihrem Recht. Die Zeitumstellung tut da ihr Übriges.

1h00 Ich mache den Fernseher aus und gehe Richtung Schlafzimmer, das total chaotisch ist. Also räume ich erstmal auf: Papier-Müll, Müll und Sachen, die nicht weg dürfen. Mir fällt der Antrag für die Mutter-Kind-Kur in die Hände. Seit ein paar Tagen habe ich ihn nun. Einen Termin diesbezüglich bei der Ärztin auch. Aber ich muss ja auch begründen, warum ich das machen will/muss. Die letzten Tage habe ich immer mal recherchiert, was im Netz so dazu empfohlen wird. Beschließe nun, einfach ganz offen meine Lage zu beschreiben. Den ganzen Hintergrund. Das wird nicht leicht. Weil ich an vielen Stellen einfach immer noch denke: „Selber Schuld. Warum soll die Allgemeinheit KK dafür bezahlen, damit es mir besser geht?! Wo ich doch selbst was ändern könnte/sollte/müsste.“ Aber ich muss mir eingestehen, dass ich das nicht kann. Dass ich Hilfe brauche.

2h00 Licht aus. Doch die Gedanken kreisen weiter. Lesen hilft zum Glück und so übermannt mich die Müdigkeit nach ein paar Minuten.

7h15 Das Kind kommt.

7h30 Endlich höre ich mal den Weckruf meines neuen Handy. Bei der durchdringenden Melodie bin ich mittlerweile sicher, dass irgendwas die letzten Tage falsch eingestellt war. DAS kann man – auch ich – nicht überhören.

Das Kind wird nun „sanft“ zum Aufstehen motiviert und angezogen. Der mini-monsieur und ich führen eine Diskussion über den Inhalt der Frühstücksbox. Das Kind wünscht sich Cornflakes – allerding die runden, gelben und seeeehr süßen. Die stehen aber derzeit nicht im Regal. Die Alternativen werden getestet aber für „nicht gut“ befunden. Gut, also doch Gemüse, Käse und Joghurt (Brot wird nicht gegessen).

8h30 monsieur und mini-monsieur verlassen das Haus. Ich mache mir Frühstück (Brot, Saft und 4 Tabletten – ich fühle mich alt), zappe durchs morgentliche Fernsehprogramm und recherchiere gleichzeitig ein leckeres Kuchenrezept für den Kiga-Flohmarkt morgen. Eigentlich hätte ich gerne mal Donauwelle probiert, aber das war mir doch zu aufwändig. Also ein Mohnkuchen. Liste gemacht. Dann mit dem Hund eine Runde raus.

10h00 Bewaffnet mit dem Hackenporsche (ohne Inhalt lässt der sich schick kleinfalten und ginge auch als netbook-Tasche durch) zum Einkaufen. Auf dem Rückweg noch einen Abstecher beim Samba-Dealer. Es gibt so Phasen im Leben, da kann man gegen die Zitronen nur gaaaanz viel Süßes zu sich nehmen.

11h10 Wieder zu Hause. Der monsieur ist auch wieder zurück (hat beim Aufbau für den Flohmarkt geholfen). Ich mache mich gleich dran, den Kuchen zu backen. Schließlich muss ich nachher noch zur Krankengymnastik, das Kind abholen, um 17h00 im Kiga sein und noch Waffelteig für morgen machen.

12h40 Kuchen ist fertig. In der Wohnung riecht es lecker nach Mohn. Ich trinke eine Tee, nehme die erste Samba-Ration zu mir und drehe eine Blog-Runde und werde ans Tagebuch-Bloggen erinnert.

13h05 Erster Teil des Artikels ist fertig… Ich hüpf noch schnell unter die Dusche und düse dann zur Krankengymnastik.

13h50 Die Krankengymnastin sucht nach bösen Punkten. Rechts ist’s schon super, dafür war heute links seeehr fies. Aber Triggerpunkt-Therapie ist auch kein Ponyhof 😉 Deutlich beweglicher geht es um

14h15 zum Schneider, um endlich die seit Monaten rumliegenden Hosen kürzen zu lassen. Dann Richtung Klamotten-Schwede, um was von den kürzlich erstandenen Kinderklamotten umzutauschen. Beim Rundgang muss ich feststellen, dass ich nicht mehr die Figur das Alter für diese Klamotten habe. Dafür gab’s doch noch ne Hose und ne Sweatshirt für den mini-monsieur.

15h00 Das Kind freut sich sehr, dass ich ihn abhole. Ich freue mich, dass ich auf seinem T-Shirt und seiner Hose sehen kann, was es zum Mittag gab. Nur die Fleischklösschen musste der mini-monsieur mündlich zufügen 😉

15h20 Ankunft zu Hause. Nun ist ein bisschen chillen angesagt. Ich muss ja gleich wieder am Kiga sein, um weiter für den Flohmarkt aufzubauen.

17h00 Ankuft im Gemeindehaus. Der Aufbau der Tische war zum Glück schon heute morgen fertig. So muss nur noch der Kiga-Stand geordnet werden. Die Kinder-Klamotten sind völlig durcheinander und so mache ich mich darüber her, diese nach Größen zu sortieren.

Ich muss ja sagen, ich vestehe bis heute nicht, warum es Größen-Angaben wie „1-2 Monate“, „3-5 Jahre“ gibt. Was ist bitte schön so schwer daran, normale Größen reinzuschreiben. Die Franzosen machen das auch gerne. Das führte anfangs zu interessanten Diskussionen mit der französischen Oma. Denn der mini-monsieur war schon immer etwas größer als der Durchschnitt. Und so bekam er oftmals Sachen, die deutlich zu klein knapp waren. Mittlerweile hat sie’s verstanden schreiben die Franzosen auch Größen in Form von Längenangaben in die Kinderkleidung.

19h15 Ich bin wieder zu Hause. Mich erwarten ein sehr gut gelaunter mini-monsieur und Papa bereits am Tisch. Das Kind ist lustig drauf und macht eine Menge Quatsch. Nach einem kleinen Unfall im Bad springt er halbnakt über Tisch und Bänke (wörtlich zu nehmen) und freut sich des Lebens. Ich bin mir nicht sicher, ob das in die Kategorie „Nach müde kommt blöd“ fällt. Aber es ist Zeit, dass der kleine Mann bettfertig gemacht werden muss. Heute ein schwieriges Unterfangen. Als es endlich geschafft ist, geht er bereitwillig ins Bett.

20h40 Ich liege neben dem Kind im seinem Bett und lese ihm eins seiner derzeitigen Lieblingsbücher vor. Bei der vorletzten Seite schlafe ich fast selbst ein. Und weil das Kind noch kuscheln möchte, als das Buch zugeklappt ist, schlafe ich tatsächlich ein.

22h55 Ich wache etwas zerknautscht auf und muss mich erstmal sortieren. Mir ist kodderig. Vermute stark, dass es am Antibiotikum liegt. Das nervt mich eh gerade: Das letzte Mal habe ich AB vor der Schwangerschaft genommen. Und nun habe ich schon das zweite dieses Jahr verordnet bekommen. Gesund ist was anderes.

23h16 Während ich schreibe, gucke ich parallel „Lerchenberg“ und bin mir noch nicht sicher, ob ich das komisch finden soll.

00h17 Der Fünfte ist nun vorbei und ich habe fertig. Trinke noch meinen Tee und setze dann meinen Schlaf fort.

Weitere Tagebuch-Einträge vom Fünften gibt es bei Frau Brüllen. Danke für den „Aufruf“.