Liebes Tagebuch – 6. Tag

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Frau Brüllen schrieb ja nur vom letzten Tag vor dem Wochenende und nicht vom letzten Tag der Aktion. Also bin ich heute auch noch dabei.

8h30 Der erste Blick auf den Wecker. Das Kind neben mir (er schläft immer in seinem Bett ein, kommt aber irgendwann nachts zu mir) schnarcht noch und ich muss auch noch nicht aus den Federn.

9h30 Das Kind ist wach. Wir lassen uns Zeit mit dem Aufstehen.

9h50 Der mini-monsieur macht seine Rund (Toilette, Papa, Dinos). Ich stehe auf, bereite Kaffee (hier wird jeden morgen frisch gemahlen) und Tee vor. Nachdem wir ja gestern doch die Brötchen essen mussten und für gestern abend noch was vom selbstgemachten Fladenbrot da war, fehlt heute morgen Brot/Brötchen. Der monsieur und ich machen Schnickschnackschnuck, wer fahren soll. Ich verliere und mache mich auf den Weg.

Wir frühstücken zusammen, lassen uns dabei Zeit und machen sowas wie Hausmusik. Ich glaube, es ist

11h45 als das Ganze leider etwas unschön endet. Der gallische Hahn ist noch nicht nackt. Aufräumen, spielen, Hund raus. Heute sollen wir schwimmen gehen, entscheidet der kleine Mann. Warum nicht…

13h30 Während der mini-monsieur Marvi Hämmer guckt, schreibe ich meiner Anwältin – ich will meinen Urlaub nicht ausbezahlt bekommen. Ich packe die Schwimmbad-Tasche und kruschpel noch ein wenig in der Wohnung rum, während das Kind sein TV-Pensum erfüllt.

14h30 Absprache aka Einkaufsliste mit dem monsieur. Dabei fällt uns ein, dass Backofenspray nicht auf die Liste muss, weil es schon beim letzten Einkauf besorgt wurde. Und damit wir das nicht vergessen, wird es auch gleich angewandt (was ich später noch bereuen werde).
Das Kind wird aus dem Pölter geholt. Die Suche nach der Kinder-Schwimmbrille beginnt. Denn mit Tränen in den Augen wird erklärt, dass er ohne nicht tauchen könne. Zum Glück werden wir fündig (manche „Verstecke“ sind einfach ein Phänomen).

15h00 Wir sind quasi startklar. Doch irgendwie verzögert sich der Abflug. Und wir sind erst um

15h45 in der U-Bahn. Das Kind isst unterwegs noch einen Kreppel und ich wünsche mir, dass es schon Ostern ist. Wir zählen die Haltestellen und als die U-Bahn aus dem Tunnel fährt, meint das Kind, dass wir in den Himmel führen. Nein, bitte noch nicht.

16h20 Wir sind endlich im Wasser. Das Kind planscht, schwimmt und taucht als gäb es kein morgen. Ich freue mich, dass sich das Kind freut. Aber der Kinderbereich des Schwimmbads ist auch toll.

17h40 Mit Blick darauf, dass wir ja noch duschen, föhnen und uns in die Expeditionskleidung (im Winter schwimmen gehen, macht wegen der 500 Schichten Klamotten einfach weniger Spaß) schälen müssen, geht’s raus.

18h25 Wir sind mit Eis (fürs Kind) endlich auf dem zum Glück kurzen Weg vom Schwimmbad zur Haltestelle. Unterwegs mache ich noch ein Foto für meine instagram-Galerie. Dann sitzen wir in der U-Bahn.

19h15 Nachdem das Kind in der U-Bahn fast eingeschlafen ist, bin ich froh, dass er den Fußmarsch von der Haltestelle bis nach Hause noch geschafft hat. Zu Hause stolpern wir über diverse Einkaufstüten, weil der monsieur auch gerade erst angekommen war. Ich bin froh, dass ich ihn in der Wohnung vorfinde und nicht in der Tiefgarage oder gar auf der Polizeiwache. Er erzählt nämlich, dass er, als das Fahrrad nebst Hänger aus der Tiefgarage holen will, eine Begegnung der dritten Art mit dem Ober-Stinkstiefel Nachbarn hatte. Aber mit unseren Ü50-Nachbarn stehen wir ja eh auf Kriegsfuß.
Der Mann hat beim Einkauf den gallische Hahn erlegt (besser ist das) und so gibt es Salat, Tortellini und Brathähnchen. Genau das Richtige jetzt.

20h15 Der Mann geht mit dem Hund raus und verabschiedet sich danach zum Rugby-Spiel-Gucken – gegen Les Bleus am Oval hat fast nix eine Chance. Ich mache das Kind fertig und lasse es neben mir auf dem Sofa einschlafen.

21h20 Ich trage das Kind ins Bett. Aus der Küche ruft der Ofen, dass er noch immer voller Schaum sei. Ach ja, da war ja was. Als Übersprungshandlung rufe ich erstmal meine Mutter an. Das Gespräch dauert so lange, dass ich den Ofen irgendwann nicht mehr ignorieren kann und mich mit Mutti im Freisprech drüber hermache.

23h50 Gespäch beendet, ich tippe den Bereicht zu Ende, werde noch ein bisschen Fernseh schauen und mich dann ins Bett legen.

Ein Gedanke zu „Liebes Tagebuch – 6. Tag

  1. Pingback: Liebes Tagebuch am Fünten (März) | Groß-Stadt-Ansichten

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