Liebes Tagebuch – 5. Tag

Heute ist der letzte Tag von Frau Brüllens Aktion. Irgendwie schade, hatte ich mich doch schon an den Schreibstil gewöhnt 🙂 Außerdem ist man so auf den ein oder anderen spannenden Blog gestoßen. Danke für die Idee, Frau Brüllen.

Da ich ja derzeit arbeitsunfähig bin, habe ich es endlich geschafft, den Wecker von 7h15 auf 7h30 zu stellen. Für einen Langschläfer wie mich ist jede Minute mehr am Morgen kostbar (mir graust schon vor der Zeitumstellung). Der mini-monsieur wurde neben mir wach und verkündete, dass ein Dino in der Nacht seinen Slip und seine Pyjamahose gefressen hätte und er deswegen mit nacktem Ar*** neben mir liege (das Kind sagt Popo und korrigiert mich immer, wenn ich Ar*** sage). Der Tag fängt ja gut an.

8h30 Das Kind ist fertig gemacht, Frühstück eingepackt und monsieur, mini-monsieur und Hund gehen los zum Kiga. Ich überlege semi-spontan, dass der monsieur und ich frühstücken gehen können. Wir haben einen Hühnchen gallischen Hahn miteinander zu rupfen was zu besprechen und ein Tapetenwechsel würde uns dabei gut tun. Schicke dem Mann also eine sms, damit er kein Brot besorgt. Gehe duschen und kämpfe danach (seit Monaten mal wieder) mit meinen Kontaktlinsen.

9h20 Der monsieur ist mit Brötchen wieder da. Hatte die sms nicht gesehen. Ist aber einverstanden, frühstücken zu gehen (die Brötchen kann man auch aufbacken).

10h20 Wir kommen nach kurzer Radfahrt im Café unserer meiner Wahl an. Die Gehwege sind besser vom Schnee geräumt als die kleinen Straßen. Beim Radfahren ist daher Rentner- und Schneeslalom angesagt. „Spontan“ war keine gute Idee. Es ist kein (!) einziger Tisch mehr frei. Also doch die Brötchen zu Hause essen. Wieder raus in die Kälte, der monsieur schließt die Fahrradschlösser auf.

10h40 Wir kommen zu Hause an und ich stelle fest, dass ich meine Schlüssel nicht mehr habe. In keiner einzigen Tasche ist er zu finden. Auch nicht beim monsieur. Große SCH***. Die Räder hatte ja der monsieur aufgeschlossen… Fehlender Schlüssel und akuter Unterzucker sind eine GANZ schlechte Kombination. Gepaart mit einer zusätzlichen Radfahrt durch die Kälte – ich wollte nicht meine Begleitung sein.

10h50 Wieder am Café angekommen genügt ein Blick in den Schnee an der Stelle, wo wir unsere Räder abgeschlossen hatten. Der verda**te Schnee schluckt jedes Geräusch… Froh, den Schlüssel wiederzuhaben, geht’s wieder retour (im Café ist immer noch kein Paltz frei).

11h05 Ich bereite das Frühstück (bei der Uhrzeit eher Brunch) vor. Der monsieur musste noch einen Abstecher zum Metzger machen – Prüfmaterial besorgen, ob ich vegetarisch werde (gestern und vorgestern gab’s fleischloses Abendbrot).

11h20 Wir frühstücken endlich (und diskutieren).

13h50 Beschluss gefasst, dass wir zu I*EA fahren, um was zurückzugeben. Aufgabenteilung: Mann holt mit dem Hund das Kind ab, ich hänge Wäsche auf (ja, manchmal spielen wir klassische Rollenverteilung).

14h30 Die messieurs sind wieder da, wir wollen los. Kleiner Zwischenstop fürs Kind, da seine kleine Liebe (Tochter der Nachbarn über uns) im Treppenhaus ist. Der mini-monsieur bietet an, die Nachbarn mit zum Möbelschweden zu nehmen oder was mitzubringen.

16h10 Ankunft beim Möbelschweden. Mit der S-Bahn dauert es schon länger zum Gelb-Blauen, aber der olle Franzose ist nicht mehr Winter-fahrtauglich. Das Kind will ins Smaland. Freitags nachmittags eine suboptimale Idee, wir müssen warten…

16h50 Rückgabe ist erfolgt. Das Kind ist im Smaland. Der monsieur und ich gehen direkt in den SB-Bereich: Auf dem Zettel stand nur eine neue Quiche-Form (fragen Sie nicht, wie die alte das Zeitliche gesegnet hat). Drei kleine Narzissen mit Übertöpfen wollen auch noch mit.
Im Café gönnen wir uns eine Pause und unterhalten uns über meine Kündigung. Gestern hatten Kollegen angerufen, weil sie „lost“ sind. Sie können nun denken, dass ich ein Kollegen-Schwein bin. Und nach außen sieht es auch so aus, weil meine Abwesenheit in erster Instanz die Kollegen trifft. Aber genau das ist es, worauf das Unternehmen baut: Dass die Gekündigten (ich bin nicht dier erste in der letzten Zeit) aus reiner Kollegialität bis zum letzten Tag weiterfunktionieren. Eigentlich bin ich in einer Position, die eine Freistellung rechtfertigen würde. Bin ich aber nicht, da meine Arbeitskraft noch gebraucht wird. Ganz ehrlich: Sollen sie doch schon jetzt sehen, wo sie ohne mich stehen. Die interessiert es ja auch nicht, wie wir – wenn ich nicht schnell einen neuen Job finde – ab Mai über die Runden kommen.

Obligater Gang durch die Fundgrube lässt die persitierende Diskussion bezüglich einer Gadroben-Neu-Lösung wieder aufflammen. Es bleibt bei der Quiche-Form und den Blümchen. Im Schweden-Shop fallen noch ein paar Süßigkeiten (für den monsieur), Chips (für alle) und Vollkorn-Elch-Nudeln in die blaue Tasche.

18h30 Wir holen das Kind wieder aus dem Smaland ab. Er verlangt noch nach einem Eis und will ausdrücklich keinen Hot Dog. Als er uns den den obligaten Hot Dog essen sieht, will er unbedingt und sofort auch einen. Zum Glück kennt Liebe unter Männern keine langen Schlangen 🙂

20h15 Wir kommen endlich wieder zu Hause an. Der kleine Mann ist müde und weiß nicht was er will. Nein, kein Abendbrot mehr. Nein, Mama, nichts auf den Esstisch stellen, wo sollen wir denn essen. Nein, ich will keine Laugenstange, ich will eine Brezelstange. Nein, nicht Schinken. Nein, Papa, den darfst du nicht essen, den esse ich so. Und so weiter und so fort. Zum Schluss sitzt er am Tisch und isst Laugenstange mit Butter, Käsestückchen und Schinken dazu.

21h15 Das Kind ist sehr müde nach eine Geschichte aus dem neuen Oma-Buch eingeschlafen. Der monsieur und ich sind uns nicht sicher, ob der Hot Dog als Abendessen ausreicht, sind aber auch nicht motiviert, großen Budenzauber zu machen.

22h50 Ich schreibe diesen Eintrag. Wir haben doch noch Hunger. Der Hund muss noch raus.

Ein Gedanke zu „Liebes Tagebuch – 5. Tag

  1. Pingback: Liebes Tagebuch am Fünten (März) | Groß-Stadt-Ansichten

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