Das kommt davon

Ich stehe ja auf Trash-TV in Form von diversen Castings-Shows. So verfolge ich Frau Klum und ihre jährliche Suche seit der ersten Staffel. Ich bin nicht verbissen hinterher, aber wenn es sich einrichten lässt, dann schalte ich den Fernseher ein. Gestern startete mal wieder eine Staffel.

Dass das Format an sich ja schon nicht ganz einwandfrei ist – so von wegen Frauen- und Vorbild – ist eine Sache. Und mir ist auch klar, dass ich mich über die ein oder andere „Besonderheit“ nicht wundern sollte, weil es zum Format gehört und ich ja auch abschalten kann. Auch weiß ich, dass die Werbeblöcke auf die jeweilige Sendung abgestimmt werden. Je passender, desto teurer die Sekunde…

ABER als ich gestern dann zwischen zwei „Shoots“ einen Werbespot eines Unternehmens sah, in dem es Schönheits-OPs anpreist wie E*eka seine Liebe zu Lebensmittel, da habe ich doch gestutzt. Und zwar darüber, dass es das überhaupt gibt – also Werbung für Schönheits-OPs. Ich finde Arzneimittelwerbung an sich schon schlimm. Die kleinen Spots suggerieren, dass diese Medikament ja nicht so „schlimm“ sind. Doch Medikament ist Medikament. Medikamente haben Wirkungen und auch Nebenwirkungen. Aber diese ganzen Informationen passen nicht in 10, 20, 20 Sekunden – sollen sie ja auch nicht. Da nützt auch der Nachsatz nix, dass man sich an den Arzt oder Apotheker wenden solle.

Jetzt könnte man ja sagen, dass man da immerhin direkt bei einem Arzt landet und die OP nicht selbst durchführt. (Obwohl es das ja auch geben soll – ich sag nur Baumarkt-Silikon.) Ich finde aber, dass hier ein Grenze überschritten wird: Durch die aus Marketing-Sicht nahezu geniale Positionierung des Spots wird jede moralische Verantwortung über Bord geworfen. Dazu verharmlosen die Spots die eh schon bagatellisierten Eingriffe an Nase, Busen und Bauch noch weiter.

Aber das habe ich nun davon…

Alles, was Recht ist

Es hat schon was Ironisches: Als sich abzeichnete, dass ich meinen alten Arbeitgeber verlasse, habe ich eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen. Weil ich mit vielem gerechnet habe. Dass ich sie nun für den neuen brauche, hätte ich damals nicht gedacht.