Was bisher geschah

Nach über vier Jahren Abstinenz wieder auf dem eigenen Blog zu schreiben, ist gar nicht so einfach. Ich fühle mich eingerostet. Zumal ich auch gerade im Job nicht viel schreibe (obwohl ich professionelle Textschupse bin).

Hätte ich geahnt, was nach meinem Artikel „Bald zu dritt“ passiert, hätte ich besser „Bald zu viert“ schreiben sollen. Nein, ich habe nicht Zwillinge bekommen. Die drei sollten damals der monsieur, der Hund und ich sein. Denn der monsieur machte sich mit Sack und Pack, dem Hund und dem ollen Franzosen auf, um nach Deutschland – also zu mir zu ziehen. Das ich gleich einen Monat später schwanger war, war zwar nicht ungeplant, aber so schnell nicht erwartet. Also brütete ich die nächsten Monate zwischen Job, sich zusammenleben und Kulturunterschiede überbrücken den mini-monsieur aus. In der Zeit ist auch der alte blog eingeschlafen. Mir fehlte die Zeit und auch die Muße. Ich las zwar immer noch in anderen blogs und ab und zu juckte es mich in den Fingern. Aber dann doch zu müde, keine Worte, kein Thema…

2009: Der mini-monsieur kam zur Welt. Nein, ich kann nicht jammern, dass das Kind so anstrengend war/ist, dass ich nie und nimmer keine Zeit fürs Bloggen gehabt hätte. Aber es drehte sich in der ersten Zeit halt viel um den Zwerg – vor kurzem habe ich die Fotos auf dem Rechner sortiert: Im ersten Lebensjahr des mini-monsieurs gab es fast ausschließlich Bilder von ihm. Worüber also bloggen? Das es gut läuft mit dem Lütten? Erzählen, warum wir die ersten 6 Monate Stoff- statt Wegwerfwindeln genommen haben? Nein, das kann und wollte ich nicht. Ich wollte keinen Mama-Blog führen. Kann ich auch gar nicht, weil ich nie nicht Bilder von meinem Kind (auch nicht als geschützter Artikel) ins Netz stellen werde.

2010: Ich fing wieder an zu arbeiten. Zunächst 25, dann 30 Stunden. Das forderte viel Kraft, aber es ging gut. Der monsieur war ja zu Hause, um sich um den mini-monsieur zu kümmern. Aber Zeit zum Bloggen blieb in der Zeit nicht. Ein paar Themen hätte ich in der Zeit schon gehabt: Teilzeit und trotzdem Karriere machen zum Beispiel. Ich bin schon stolz, dass ich die erste Teilzeit-Mitarbeiterin in meinem damaligen Büro bin, die in der Teilzeit befördert wurde. (Und das obwohl mir zum Wiedereinstig von meinen Chefinnen nahegelegt wurde, dass ich mehr als Assistenz als Teilzeitkraft eigentlich nicht machen könnte.)

2011: Doch die Luft im alten Job war irgendwie raus. Ich war insgesamt 7 Jahre dort angestellt. Da musste dann was Neues her. Und auch der Frankfurt-Drops war irgendwie ausgelutscht. Für den mini-monsieur stand die Kindergarten-Suche an. In Frankfurt kein leichtes Unterfangen – insbesondere, wenn ein Elternteil zu Hause ist. Und so kam es, wie es kommen musste (denn ich wollte schon immer in der großen Stadt wohnen): Die Ex-Kollegin vermittelte mir einen Job in Hamburg. Und wir dachten, wenn nicht jetzt, wann dann. Mit Kind im Kindergarten oder gar Schule macht man so was dann ja doch nicht so einfach.

2012: Wir beluden den ollen Franzosen mit Sack und Pack, Hund und Kind und zogen vom Main an die Elbe. Der Umzug stand schon unter einem ungünstigen Stern wie das ganze folgende Jahr. Ich hatte mir eine Grippe eingefangen und konnte gar nicht richtig packen. Im Büro konnte ich mich auch nicht verabschieden. Eigentlich hätte ich an meinem letzten Tag noch eine Veranstaltung gehabt, aber ich lag krank im Bett. Diese latente Katastrophen-Stimmung zog sich durchs ganze Jahr – 2012 gehört sicherlich zu den Jahren, die mich am meisten gefordert und geprüft haben. Wir waren lange ohne Bad, hatten/haben verständnislose Nachbarn (darüber wird es sicherlich noch Artikel geben), ich war temporär alleinerziehend (Vollzeit-Job und Kindergarten nur bis 16 Uhr ist mehr als ein Spagat) und die ein oder andere schlechte Nachricht galt es auch zu verdauen.

Auch wenn ich Frankfurt immer mal wieder vermisse, bin ich froh nach Hamburg gezogen zu sein. Wir haben ganz schnell einen Kindergarten für den mini-monsieur gefunden, in dem er sich wohl fühlt, die Wohngegend ist eigentlich ganz nett, haben schnell Anschluss zu den anderen Nachbarn mit Kind gefunden. Und Hamburg ist einfach eine tolle Stadt. Die Nähe zum Meer gefällt uns allen und besonders dem monsieur – wer am Meer aufgewachsen ist, braucht einfach regelmäßig eine steife Briese und Salzwasser auf der Haut.

Nur der Job, weswegen wir ja nach Hamburg gezogen sind, der ist katastrophal. Aber das ist eine eigene Geschichte…

 

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Nachdem der alte blog aufgrund von überhaupt und sowieso eingeschlafen ist und ich ja mittlerweile auch nicht mehr im großen, kleinen F lebe, gibt’s nun diesen blog. Ich hoffe, ich schaffe es ihn zu pflegen. Doch worüber schreibe ich – vor allem meinen ersten Artikel? So ein erster Artikel im (wiederbelebten) blog ist ja schon was Besonderes. Themen?!

  • Feminismus
  • 7 Wochen ohne
  • Grippe
  • Kündigung
  • Bewerbungsmarathon
  • Kind ohne Windel
  • Warum es so lange still war
  • Erziehung
  • Warum ich wieder anfange
  • Hamburg
  • Auto
  • Kind spricht kein Französisch mehr